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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Berufswelt: Nähmaschinen sind doch was für Männer

02.07.2016

Wardenburg „Besonders positiv überzeugt hat Jan an der Nähmaschine. Da war er echt flink und hat Gas gegeben“, erinnert sich Ausbildungsleiterin Marina Höpken von der Wardenburger Firma KB Filter-Service, die textile Filterschläuche und -taschen für die Industrie fertigt. Jan Neumann aus Ahlhorn hat bei dem Betrieb ein zweiwöchiges Praktikum absolviert und beginnt nun im August seine Ausbildung als Technischer Konfektionär.

Ausbildungsberuf Technischer Konfektionär

Technische Konfektionäre arbeiten in Werkstätten von Unternehmen, die technische Konfektionsware für z. B. Sonnenschutz, Umweltschutz, Bautechnik, Transport- und Schutztechnik herstellen.

Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre und wird sowohl im jeweiligen Betrieb als auch an der Berufsschule in Köln absolviert. Dort befindet sich der einzige Schulstandort in Deutschland. Jan Neumann wird blockweise – jeweils vier Wochen am Stück – unterrichtet. Grundvoraussetzungen sind neben handwerklichem Geschick, mathematische Kenntnisse sowie ein Hauptschulabschluss.

Dabei wollte Jan zunächst Maler oder Kindergärtner werden. Dass er nun einen festen Ausbildungsplatz in der Tasche hat, ist auch dem Verein „Zukunftswerkstatt Ausbildungsplatzinitiative“ (Zwaig) zu verdanken. So überlegte der 16-Jährige an der Integrierten Gesamtschule (IGS) am Everkamp in Wardenburg zusammen mit Berufseinstiegsbegleiterin Anette Löhr seine Berufsmöglichkeiten. Zwaig vermittelte dann eine Betriebsbesichtigung an Löhr, die sich mit rund 15 interessierten IGS-Schülern bei der Firma KB Filter-Service über den Beruf des Technischen Konfektionärs informierte (NWZ  berichtete).

Positiv aufgefallen

„Man konnte sehr plastisch erleben, was später in der Ausbildung auf einen zukommt“, sagt Löhr. Jan gefiel die abwechslungsreiche Arbeit, stellte vor Ort viele Fragen. „Er ist positiv aufgefallen bei der Betriebsbesichtigung“, sagt Prokurist Ronald Chmiela, der den Schülern die Abteilungen zeigte. Es folgte ein Betriebspraktikum. Der 16-Jährige arbeitete an der Nähmaschine, im Versand, Lager und im Zuschnitt. „Jan war so integriert, man merkte gar nicht, dass er ein Praktikant war“, sagt Höpken.

Man sollte aber neben handwerklichem Geschick schon auch ein bisschen Geduld mitbringen, gerade beim Einfädeln, sagt die Ausbildungsleiterin. „Das war einfach“, findet Jan.

Der wusste am Anfang noch gar nichts von dem Beruf. Doch inzwischen freut er sich eigentlich auf so ziemlich alles in der Ausbildung, besonders aber auf die Berufsschule in Köln. Dort möchte er viele neue Leute kennenlernen.

„Schön ist, dass Jan sich schulisch verbessert hat im vergangenen Jahr“, sagt Chmiela. „Das war richtig harte Arbeit“, erwidert Jan, der nach der 9. Klasse nun seinen Hauptschulabschluss erhalten hat. „Das hat uns aber auch gezeigt, dass du den Ausbildungsplatz willst“, sagt Chmiela.

Bindeglied für Schüler

Der Verein Zwaig möchte als Bindeglied zwischen Schülern und Firmen nun auch andere Jugendliche ermutigen, direkt in Berufe hineinzuschnuppern. Jan sei ein Beispiel dafür, dass es klappen kann, sagt Vorsitzender Rolf Stiening von Zwaig. So ziehen viele Schüler noch ein, zwei Schleifen in der Schule, um sich zu orientieren, bemängelt Löhr. „Da arbeiten wir daran, dass sich das ändert und sie gleich in die Betriebe gehen“, sagt Stiening. Ein Trittbrett dafür seien die Betriebsbesichtigungen von Zwaig, die nach wie vor sehr gefragt sind.

Tanja Henschel Barßel / Redaktion Münsterland
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