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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Im Klassenzimmer gab es auch Theater

15.08.2019

Neuenlande Für Helmut Weete begann der Unterricht bereits in jungen Jahren: Als „Gasthörer“ begleitete er seinen Vater Adolf das eine oder andere Mal in den Klassenraum, noch bevor er selber eingeschult wurde. In Neuenlande war Adolf Weete bis 1935 Hauptlehrer, bevor er nach Schierbrok versetzt wurde. „Wir hatten damals eine Kuh und Hühner“ erinnert sich Helmut Weete. Ein großer Garten gehörte auch zum Schulgebäude. „Einen Tag vor meinem fünften Geburtstag sind wir dann umgezogen.“

In der Moorkolonie Neuenlande war bereits Ende des 18. Jahrhunderts bei der Aufteilung der Parzellen ein Schulgrundstück eingeplant worden, zu dem sechs Jück Land gehörten (2,7 Hektar). Ein Schulgebäude wurde aber erst 1827 nach langem Hin und Her zwischen Neuenlandern und dem Großherzogtum erbaut. Bis dahin unterrichteten die Dorflehrer meistens im Haus der Familie Schriever.

Die Schule wurde bereits 1888 erweitert, da die Neuenlander Schulacht jetzt auch Kinder benachbarter Orte aufnahm und 80 Schüler zu unterrichten waren. 1906 wurde eine zweite Klasse angebaut. 91 Kinder besuchten in dem Jahr die Schule.

Schule im Rückblick

Die Volksschule Neuenlande Mitte der 60er Jahre: Schulleiter: Ralf Oeltjendiers Lehrerin: Anna Hutfilter Unterklasse: 16 Kinder Oberklasse: 10 Kinder

Schule früh geschlossen

1954 wurde das Gebäude erneut renoviert und von Kriegsschäden befreit. Bereits 1966 übernahm die Bookholzberger Mittelschule die höheren Jahrgänge, ein Jahr später wurde die Neuenlander Schule unter Protest der Dorfbewohner geschlossen.

„Wir sind zur Schule immer Abkürzungen über die Weiden gegangen“, erinnert sich Dirk Struß. Er wurde 1960 eingeschult und erlebte die Schließung der Neuenlander Schule direkt mit. Seinen Nachbarn Reinhard Grashorn hatte Struß für zwei Jahre als Mitschüler, denn dieser wurde bereits 1954 eingeschult. „Wir hatten alle in einem Klassenraum Unterricht“, erklärt Grashorn. Für kurze Zeit hatte er anfangs noch einen zweiklassigen Schulbetrieb kennengelernt – aber mit nur einem Lehrer. „Da war ein Fenster zwischen den Klassenräumen, durch das Herr Seeger alles sehen konnte.“

Zigarren für den Lehrer

Das Schulland wurde zu dieser Zeit nicht mehr landwirtschaftlich genutzt, auch dass die Höfe reihum die Lehrer mit Mittagessen versorgten, war kein Brauch mehr. Privaten Kontakt gab es aber immer noch, zumindest für Dirk Struß: „Der Lehrer Krüger war ein Zigarrenraucher, dem musste ich dann öfter Zigarren aus unserer Gastwirtschaft vorbeibringen.“

Die Schule hatte damals noch mehrere Anbauten, unter anderem ein Badehaus. Grashorn: „Einmal in der Woche mussten wir da alle rein, für eine Stunde.“ Hin und wieder wurden mit dem Lehrer auch besondere Aktionen geplant, wie etwa ein Theaterspiel. „Mit Lehrer Oeltjendiers haben wir das gemacht, ich erinnere mich noch gut“, sagt Struß. Er selbst spielte damals den Knecht Ruprecht.

Ein besonderes Ereignis

Auch Helmut Weete erinnert sich an eine Aufführung in Neuenlande, Jahrzehnte vorher in den 30ern. „Das war zu Weihnachten, da wurden von Zugwagen die Seitenwände in die Schule gebracht und auf die Bänke gelegt, um eine Bühne zu bauen“, weiß er. „Das war ein besonderes Ereignis.“

Die Schülerschaft in Neuenlande verkleinerte sich in den 1960er Jahren zusehens. „im sechsten Jahrgang war ich der Einzige, nachdem ein Freund von mir sitzengeblieben ist“, berichtet Dirk Struß. Seine letzten Schuljahre verbrachte er dann in Bookholzberg, wohin er mit dem Fahrrad fuhr. Der Umstieg war nicht einfach. „Da habe ich zum ersten Mal gemerkt, was Schule wirklich ist“, blickt Struß auf die vergleichsweise behütete Zeit in Neuenlande zurück.

In seine alte Schule kehrte er aber noch ein paar Mal zurück: „Wir haben da privat gefeiert“, erzählt Struß mit einem Schmunzeln.

Arne Haschen Volontär, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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