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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Plattdeutsch als Türöffner

02.10.2014

Wildeshausen Wenn die examinierte Altenpflegerin Tanja Zolc-Edzards aus Halenhorst in der Gemeinde Großenkneten den Senioren im Pflegeheim einen „Goadn Morgen“ wünscht, huscht meist ein Lächeln über das Gesicht der älteren Frauen und Männer. „Knapp 80 Prozent der von uns betreuten Senioren sprechen Plattdeutsch als ihre Muttersprache. Wenn man selbst auf Platt ein Gespräch führen kann, hilft dass dann ungemein weiter“, freut sich die 36-Jährige, die selbst mit der niederdeutschen Sprache aufgewachsen ist.

Wie ihr ergeht es vielen Pflegekräften in Norddeutschland. „Pflegekräfte, die Plattdeutsch sprechen, bekommen viel einfacher einen Zugang zu den Senioren“, erklärt Hella Einemann-Gräbert, die an den Berufsbildenden Schulen in Wildeshausen die angehenden Altenpfleger unterrichtet. Im Rahmen der Fortbildung „Wi snackt Platt in de Pleeg - du ok?“ erläuterte die Lehrerin, welchen Stellenwert Plattdeutsch auch in ihrem Unterricht einnimmt.

Während der dreijährigen Ausbildung wird der Fachunterricht fast komplett auf Platt abgehalten. „Viele sträuben sich zuerst dagegen. Aber jeder, der seinen Mut zusammen nimmt, kann mit Plattdeutsch viel erreichen“, erklärt Einemann-Gräbert. Dazu kommt ein halbes Jahr Sprachunterricht – natürlich auf Platt. Diese Stunden leitet in Wildeshausen Margret Hesselmann.

Seit 2010 wird in Wildeshausen konkret an der Einbindung von Plattdeutsch in den Lehr- und Praxisalltag gearbeitet. Im Juli 2014 hatten die Schüler eine Infobroschüre mit Plattdeutschen Sätzen und medizinischen Begriffen entworfen, die sie im Alltag unterstützen. Um den Einfluss von Plattdeutsch im Pflegealltag zu verdeutlichen, haben die Schülerinnen und Schüler kurze Filmszenen erstellt, die sie in dem Videobeitrag „Pflege auf Platt“ zusammengefasst haben und der Youtube zu sehen ist.

Wie wichtig schon wenige Worte Platt sein können, betonen Heinrich Siefer von der katholischen Akademie Stapelfeld und Ernst-August Bode von der Oldenburgischen Landschaft, die das Projekt an den BBS unterstützen: „Dieses Thema muss unbedingt aufgegriffen werden. Die Zahl der Senioren, die Plattdeutsch als Muttersprache sehen, wird auch in den kommenden 30 Jahren noch hoch sein. Schon einzelne Ansprachen auf Platt helfen sowohl Jugendlichen als auch Senioren Unsicherheiten zu nehmen und eine positive Verbindung zu schaffen.“

Lars Puchler Redakteur / Lokalsport Ammerland
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