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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Mehrarbeit: Politiker machen Lehrern wenig Hoffnung

30.11.2013

Landkreis /Oldenburg Mehr Arbeitszeit für Gymnasiallehrer und die Streichung der Altersermäßigung: So will die Landesregierung Geld im Bildungshaushalt sparen und geht damit auf Konfrontationskurs zu den Lehrern. Ein heftiger Konflikt droht nicht nur, er ist bereits da. Das machte eine Podiumsdiskussion mit Politikern und Lehrervertretern am Donnerstagabend vor 300 Zuhörern in der Graf-Anton-Günther-Schule (GAG) mehr als deutlich.

NWZ-Artikel über erfolgreiche Musik-, Forschungs- und internationale Austauschprojekte hingen im Landkreisgymnasium an den Wänden, allesamt mit dicken Linien durchgekreuzt. Ob dies nun alles gestrichen werden müsse, diese Frage stand daneben und insgesamt im Raum. Denn die Lehrer verweisen mit Unterricht, Vor- und Nachbereitung, Konferenzen und außerschulischen Aktivitäten auf eine tatsächliche Arbeitszeit von 50 Stunden und mehr pro Woche.

„Wir wollen auch eine 40-Stunden-Woche haben, wie im öffentlichen Dienst vorgeschrieben“, forderte Henner Sauerland von der Gewerkschaft GEW. Die eine zusätzliche Unterrichtsstunde bedeute allerdings an zeitlichem Aufwand deutlich mehr. Er stellte die Frage, was man weglassen solle, um die Mehrarbeit auszugleichen.

Darauf bekam er von den Landtagsabgeordneten Ulf Prange (SPD) und Susanne Menge (Grüne) keine Antwort. Prange verwies auf Finanzprobleme des Landes. Steuereinnahmen sprudelten nur bei den Kommunen. Zudem hätte die schwarz-gelbe Vorgängerregierung „ungedeckte Schecks“ hinterlassen. Er sei bereit, einen Dialog zu führen, „aber für diesen Haushalt kann ich ihnen wenig Hoffnung machen.“

Deutlich betroffener über die schlechte Stimmung zeigte sich Menge. Sie sprach von einer „falschen Entscheidung, die die Exekutive in den Sommerferien ohne die Politik beschlossen habe.“ Der Idee, den gesamten Haushalt deshalb über die Klinge springen zu lassen, erteilte sie dennoch eine Absage. „Eine Landesregierung, die ihren Haushalt nicht durchbekommt, ist weg vom Fenster.“ Sie sagte allerdings zu, die Diskussion in die Grünen-Fraktion zu tragen. „Das rot-grüne Projekt gefährden Sie mit dieser Politik“, entgegnete Niels-Christian Heins vom Philologenverband. Eine ruhige Vorweihnachtszeit können die Politiker nicht erwarten, das machte die emotionale Debatte deutlich, in der auch Worte wie Verrat und Betrug aus dem Publikum fielen. Nicht nur die Mehrarbeit, auch die dadurch fehlenden Stellen für junge Lehrer und die Abkehr von der Altersermäßigung regen die Pädagogen auf. Ein Lehrer kündigte sogar an, deshalb frühzeitig den Dienst zu quittieren.

Zwischen den Stühlen sitzen die Schüler, die Sorge haben, dass neben dem Unterricht die Angebote wie Klassenfahrten oder Projektarbeit reduziert werden. „Das Weihnachtskonzert in Bad Zwischenahn fällt aus“, kündigte zum Beispiel ein Lehrer an. Timon Dzienus (Landesschülerrat) appellierte an beide Seiten. „Lassen Sie bis Dezember etwas passieren“, forderte er von den Politikern. Und von den Lehrern: „Nehmen sie uns Schüler nicht in Geiselhaft.“

Patrick Buck stv. Redaktionsleiter / Redaktion Oldenburg
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