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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Prävention: Positive Anreize zur Fairness

17.07.2012

GANDERKESEE Noch immer fliegen in den Klassenräumen der Oberschule Ganderkesee Papierkügelchen oder Kreidestückchen durch die Luft, weiterhin werden unter dem Tisch SMS getippt und natürlich gibt es auch weit schwerer wiegende Vorfälle körperlicher oder psychischer Gewalt – aber „die Regelverstöße werden schon ein bisschen weniger, die Schüler denken jetzt mehr darüber nach“, hat Mike Stemmler beobachtet. Und das liegt auch an dem Schulwettbewerb „Fair ist cool“, der am Montag mit der Siegerehrung in der Mensa abgeschlossen wurde.

Stemmler hatte die Idee, die dann nach den Osterferien recht kurzfristig umgesetzt wurde. „Der Ansatz war“, erklärt der Lehrer, „dass wir nicht mehr Druck auf die Schüler ausüben, sondern einen positiven Anreiz schaffen wollten“. Lob sei hilfreicher als Tadel.

In den vergangenen gut zwölf Wochen wurden alle Verstöße gegen die Schulordnung – vom eher harmlosen Werfen mit dem nassen Schwamm bis zur handfesten Keilerei auf dem Schulhof – erfasst und bewertet. Die Klassen mit der niedrigsten Punktzahl wurden am Montag belohnt: Bei den Jüngeren aus dem fünften und sechsten Schuljahr war dies die Klasse 6a, die neben dem Wanderpokal und einer Urkunde einen Gutschein über ein Eisessen für die gesamte Klasse erhielt. Unter den Jahrgängen 7 bis 10 schnitt die Klasse 9c am besten ab. Sie wird mit einem Pizza-Essen für alle belohnt.

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Die Preise hat der Förderverein der Oberschule finanziert, wofür sich Rektorin Diana Hettwer ausdrücklich bedankte. Ebenso dankte sie Mike Stemmler für die Initiative, die aller Voraussicht nach im kommenden Schuljahr wiederholt werden soll – dann aber mit längerer  Laufzeit über beide Halbjahre.

In Relation zu den Schülerzahlen sei die Anzahl der Regelverstöße in der Oberschule nicht auffällig, betonten Hettwer und Stemmler. Dennoch gelte es, schon präventiv dagegen vorzugehen: „Wir haben ja die Aufgabe, die Jugendlichen zur Ausbildungsreife zu führen“, erklärt Stemmler und veranschaulicht: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Lehrling an der Werkbank noch sein Handy am Ohr haben darf.“

Die Missachtung des Handy-Verbotes gehört zu den am häufigsten beobachteten Verstößen in der Schule. Das ziehe sich durch alle Altersgruppen, berichteten die Pädagogen. Ansonsten spielten sich bei den Jüngeren Konflikte oft noch verbal ab, weiß Mike Stemmler, während es bei den Älteren gelegentlich auch handfest zur Sache gehe. Andere Schüler fallen auf, weil sie ständig zu spät zum Unterricht kommen. „Die Fähigkeit des Zeitmanagements wird aber in der Arbeitswelt unbedingt verlangt“, so Stemmler. Also müsse auch in diesem Punkt die Schule auf Verhaltensänderungen hinwirken.

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Hergen Schelling Leitung / Redaktion für den Landkreis Oldenburg
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