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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Scheunenprojekt auf der Kippe

08.03.2019

Prinzhöfte /Klein Henstedt Ungewöhnlich gut besucht war die Sitzung des Gemeinderates von Prinzhöfte am Mittwochabend im Feuerwehrhaus von Klein Henstedt. Unter den Gästen: etwa zehn Bewohner beziehungsweise Freunde des Zentrums Prinzhöfte, die mit zwei Anliegen gekommen waren. Der größere Wunsch zuerst: Der Trägerverein des Zentrums Prinzhöfte, der „Verein für ganzheitliches Lernen und ökologische Fragen e.V.“, möchte eine abgängige Scheune durch eine Bildungs- und Begegnungsstätte ersetzen – braucht dafür aber die finanzielle Unterstützung der Gemeinde.

SPLitter aus dem Prinzhöfter Gemeinderat

Der Haushalt 2019 wurde bei zwei Enthaltungen beschlossen. Er schließt im Ergebnishaushalt mit einem Loch von 761 200 Euro (Erträge: 1,95 Mio., Aufwendungen 2,71 Mio. Euro), gilt aber wegen der hohen Rücklagen der Gemeinde als ausgeglichen. Krass gestiegen sind die zu zahlenden Umlagen an Kreis (von 656 400 auf 720 100) und vor allem Samtgemeinde (von 1,0 auf 1,2 Mio. Euro).

In das interkommunale Gewerbegebiet Hockensberg (Gemeinde Dötlingen) investiert Prinzhöfte 2019 weitere 450 000 Euro, so dass dann insgesamt 800 000 gezahlt sind. Weitere Investitionen sind im Haushalt 2019 nicht vorgesehen. Allerdings ist darin eine größere Unterhaltungsmaßnahme vermerkt: 200 000 Euro stellt die Gemeinde für die Sanierung des Schützensaals in Horstedt bereit.

Breitband: Nach längerem Warten sollen die von der ersten Ausbaustufe betroffenen Haushalte in der Gemeinde Prinzhöfte laut EWE ab Mai über ein schnelles Internet verfügen, berichtete Bürgermeister Lehmkuhl. Ausnahmen: Stiftenhöfte und Simmerhausen, wo das dritte Quartal 2019 genannt worden sei. Deutliche Kritik wurde an der unzureichenden Versorgung in Wunderburg und Schulenberg laut.

Detlef Kietzmann umriss, worum es geht: Der Verein, der unter anderem auch eine Freinet-Kita, das Tagungshaus Mikado und die Wildnisschule betreibt, will eine Anregung des Landkreises Oldenburg aufgreifen und Zuschüsse aus dem Leader-Programm der EU zur Förderung des ländlichen Raums beantragen.

Was soll entstehen?

Angedacht ist, auf dem Vereins-Gelände in Schulenberg ein Haus zu schaffen, das vielen Zwecken dient und vor allem jüngere Menschen locken soll. Kietzmann nannte beispielhaft eine Nutzung als Familienzentrum (mit Bildungs- und Beratungsangeboten), Praxis-Lernort (etwa für Mitmachangebote wie Bauworkshops oder Pflanzaktionen) oder durch kulturelle Veranstaltungen.

In einem ersten Bauabschnitt sollen im Erdgeschoss unter anderem ein 60 Quadratmeter großer Veranstaltungsraum, eine Gewerbeküche sowie ein Mehrzweck-/Essraum entstehen. Der zweite Abschnitt im Obergeschoss sieht zehn Schlafplätze mit Bädern vor.

Was kostet es?

Die Rechnung des Vereins: Der erste Abschnitt ist mit 500 000 bis 600 000 Euro veranschlagt, wovon das Gros aus Eigenmitteln gestemmt werden soll. Aber: „Der Verein könnte 100 000 Euro Zuschuss bekommen“, so Kietzmann. Eine „kleine Kröte“ müsse man allerdings schlucken: Dies Geld fließe nur, wenn der Verein 25 000 Euro an öffentlichen Mitteln generiert. 10 000 habe man in Aussicht. 15 000 Euro erhoffe man von Landkreis/Samtgemeinde/Gemeinde. Doch: Landkreis und Samtgemeinde hätten an die Gemeinde verwiesen.

„Wir sind eine der kleinsten Gemeinden. Mich wundert, dass alle auf uns zeigen“, kommentierte Prinzhöftes Bürgermeister Hans-Hermann Lehmkuhl die Vorgeschichte. Allerdings räumte er ein, dass Prinzhöfte „finanziell vielleicht etwas robuster“ sei.

Was meint der Rat?

Für ein „Ja“ zum Zuschuss warb Ratsfrau Regina Huntemann (Grüne): Was da entstehen solle, „ist auch ein Teil Infrastruktur“.

Bedenken machten die Ratsmitglieder Thomas Hacke und Bianca Harries geltend: Ein Zuschuss könne womöglich Begehrlichkeiten bei anderen Vereinen wecken, sagte Hacke. Genau solch eine „Lawine“ müsse ausgeschlossen werden, dann könne er einem Zuschuss zustimmen, beschrieb Wilfried Holtmann seine Position.

Werner Lange wies die Vereins-Vertreter darauf hin, dass sie sich an Aktionen der Dorfgemeinschaften in der Gemeinde gar nicht beteiligen würden. Einzelne der Angesprochenen bestätigten das. Eine Frau widersprach mit Hinweis auf die Freizeit-Aktivitäten ihre Kinder. Vereins-Geschäftsführerin Katja Schenkel merkte an, dass der Verein über das Mikado auch zum Steueraufkommen von Prinzhöfte beitrage.

Eine Entscheidung wollte der Rat noch nicht treffen – die Mehrheit stimmte zunächst für eine Vertagung (bei drei Enthaltungen).

Eine Entscheidung gab es hingegen zum zweiten Wunsch des Vereins: Das Kooperationsprojekt der Freinet-Kita mit der Musikschule des Landkreises, „Wir machen die Musik“, wird künftig mit 800 Euro jährlich unterstützt. Einmal wöchentlich komme Ute Klitte von der Musikschule für eine Dreiviertelstunde nach Schulenberg, erklärte Kita-Leiterin Steffi Greiner. Selbst Krippenkinder würden begeistert mittanzen, -spielen oder -singen.

Karsten Kolloge Harpstedt / Redaktion Wildeshausen
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