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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Keine Toleranz für Intoleranz

01.10.2019

Sandkrug Die rechtsextremen Ausschreitungen in Chemnitz im Sommer 2018 haben in der Waldschule Hatten einen wichtigen Impuls gesetzt. „Wir haben damals beschlossen, an jedem letzten Schultag vor den Herbstferien mit Aktionen gegen jegliche Form der Diskriminierung, des Mobbings und der Gewalt ein Zeichen zu setzen“, sagt Rektorin Silke Müller.

Ein Schritt auf diesem Weg und weit mehr als ein leeres Symbol ist die Selbstverpflichtung, die sich die Waldschule gegeben hat – eine „Schule ohne Rassismus und mit Courage“ zu sein. Mehr als 70 Prozent der Schulgemeinschaft haben dafür ihre Unterschrift gegeben.

Die Waldschule steht damit nicht allein, betont Constanze Schnepf vom Verein für Interkulturelle Zusammenarbeit (Ibis). Auf der offiziellen Startveranstaltung lobte sie am Montagvormittag das Engagement der einzigen weiterführenden Hatter Schule. „Ich habe noch nirgendwo erlebt, dass sich so viele einbringen“, so Constanze Schnepf. Die Ibis-Vertreterin betont, wie groß das Netzwerk bereits ist. In Niedersachsen machen 300 Schulen mit über 100 000 Schülern und über 1000 Lehrern mit, bundesweit sind es 2500 Schulen und über 1,5 Millionen Menschen. Constanze Schnepf erinnerte daran, dass das Thema damit nicht erledigt sei, sondern des täglichen Gelebtwerdens bedürfe. Im Landkreis Oldenburg gibt es noch Nachholbedarf, ist die Waldschule nach Angaben der Integrationsbeauftragten des Landkreises, Ute Frankenfeld, erst die dritte Schule, die der 1995 initiierten Aktion beigetreten ist. Die Waldschule übernehme damit soziale Verantwortung für die Zukunft. „Intoleranz darf nicht mit Toleranz belohnt werden“, so ihr Appell.

Christian Jakuber, Bernard Ngassa und Jacques Zamble von „Revolution R“ lassen ihre Musik gegen Diskriminierung sprechen (von links). BILD: Werner Fademrecht

Selbstverpflichtung für die Zukunft

Die Initiative „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ist ein 1995 initiiertes Projekt des 1992 gegründeten Trägervereins Aktion Courage.

In einer Selbstverpflichtung hat sich die Schulgemeinschaft der Waldschule Hatten zu den Zielen der Initiative bekannt: Sich bewusst gegen jede Form von Diskriminierung, Mobbing und Gewalt zu wenden. Dafür mussten 70 Prozent der Schulgemeinschaft unterschreiben.

Im Landkreis Oldenburg ist die Waldschule die dritte Schule, die sich offiziell das Ziel gesetzt hat, täglich gegen das Ausgrenzen von Menschen etwas zu unternehmen. In Deutschland sind es 2500 Schulen (über 1,5 Millionen Menschen).

Bürgermeister Christian Pundt vertritt nicht nur den Schulträger, sondern ist zugleich Pate des Projekts. „Vermeidet Schubladendenken, grenzt niemanden aus, nur um euch besser zu machen“, so sein dringender Rat. Rassismus sei nicht angeboren, sondern werde anerzogen.

Neben der Band „Revolution R“ setzten Waldschüler mit Theaterspiel und Gesang Akzente, die zum Thema passten und zum Nachdenken anregten. Besonders starken Beifall erhielten Dania Alshikh Bakro, Taiba Al Safo und Sara Al Issa. Die drei Schülerinnen sind erst vor wenigen Jahren vor Kriegen in ihren Heimatländern geflüchtet. Sie erzählten in fließendem Deutsch von ihren Erlebnissen und Zukunftswünschen.

Werner Fademrecht Hatten / Redaktion Wardenburg
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