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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Wie in einer großen Familie

11.11.2017

Schierbrok Fackeln beleuchteten den Weg zum Haus. Und in der großen Wohnküche verbreiteten Lichterketten und Girlanden aus Blättern eine heimelige Atmosphäre. Mit einem Lichterfest hat die Wohngruppe Schierbrok am Freitag ihr zehnjähriges Bestehen gefeiert.

Hilfe für Jugendliche

Die Delmenhorster Jugendhilfe-Stiftung mit Sitz am Winterweg unterhält außer der Wohngruppe in Schierbrok auch noch eine Inobhutnahmestelle in Delmenhorst. Dort können Tag und Nacht Jugendliche aufgenommen werden, sagte Geschäftsführerin Merle Siedenburg. Zudem bietet die Stiftung in Delmenhorst Sozialarbeit an Schulen an.

Zehn Jugendliche wohnen zurzeit in dem früheren Einfamilienhaus am Bremer Weg. Eine große Bilderwand erinnerte an die vergangenen zehn Jahre. Manchmal kommen frühere Bewohner, die inzwischen auf eignen Füßen stehen. „Ich freue mich immer, wenn sie uns besuchen“, sagte Daniela Reepschläger, die das Haus leitet. Besonders schön findet sie, wenn die Ehemaligen berichten, dass sie ihr Leben in den Griff bekommen haben. „Das macht unseren Erfolg aus.“

In dem geräumigen Haus mit Garten wohnen Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren. Sie kommen aus Delmenhorst und Oldenburg, aber auch aus den Landkreisen Verden und Diepholz. Es kämen Jugendliche, die über das Jugendamt untergebracht werden müssten, sagte Daniela Reepschläger. Oft sind Konflikte in der Familie ein Grund für die Unterbringung. Wie lange die Jugendlichen bleiben, ist unterschiedlich: Die 17-jährige Chantal lebt bereits seit fast sechs Jahren in der Wohngruppe. Beim Fest bedankte sie sich: „Ich fühle mich ganz wohl hier“, sagte sie. „Für mich ist das wie eine größere Familie.“ Auch Vivian, die erst seit September da ist, hat sich eingelebt. „Ich finde es schön hier und komme gut mit den Betreuern klar“, sagte die 16-Jährige. „Ich glaube, es ist ziemlich familienähnlich bei uns“, meinte auch Daniela Reepschläger über das Leben am Bremer Weg. Einige der Jugendlichen müssten morgens geweckt werden, damit sie rechtzeitig in ihren Schulen in Bookholzberg, Wildeshausen und Delmenhorst ankommen. Drei hätten auch einen Ausbildungsplatz. Ab Mittag kehren sie dann nach und nach ins Haus zurück, wo sie rund um die Uhr im Wechseldienst von fünf Pädagogen betreut werden. Außerdem gebe es eine Hauswirtschafterin, die das Mittagessen koche. Doch die Jugendlichen müssen auch Dienste übernehmen und beispielsweise ihre Zimmer putzen.

Nachmittags stehen Hausaufgaben und Freizeitaktivitäten auf dem Programm. Auch Gespräche sind wichtig: „Wir arbeiten nach Möglichkeit mit den Familien zusammen, damit sie wieder ins Gespräch kommen“, sagte Daniela Reepschläger. In der Wohngruppe lernen die Jugendlichen auch, ihre Konflikte mit anderen zu lösen. „Konflikte werden ausgetragen, nicht ausgesessen.“ Für die Streitkultur gibt es feste Regeln: Es dürften keine Schimpfwörter benutzt werden, nannte Daniela Reepschläger ein Beispiel.

Zum Fest waren Mitarbeiter von Jugendämtern gekommen. Außerdem hatten die Jugendlichen ihre Nachbarn zum Essen und gemütlichen Beisammensein eingeladen. Deren anfängliche Bedenken sind längst ausgeräumt. „Wir haben ein gutes Verhältnis mit den Nachbarn“, sagte die Leiterin des Hauses.

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Delmenhorst | Jugendamt