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Aktualisiert vor 4 Minuten.

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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Tschernobyl: Stöbern in der Kleiderkammer

25.06.2011

WARDENBURG Uta Onnen legt ihren Arm um die Schultern eines Mädchens und herzt es: „Alles gut?“, fragt die Wardenburgerin lachend. „Alles gut“, antwortet Elena Buchanowa. Ein wenig Deutsch hat die 14-Jährige mittlerweile gelernt – aber schließlich ist sie nicht zum ersten Mal in Wardenburg. Elena stammt aus Weißrussland – und gehört zu den Tschernobyl-Kindern, die in jedem Jahr für vier Wochen nach Wardenburg kommen und dort bei Gastfamilien leben. Jetzt sind wieder sieben Kinder zu Besuch.

Am Freitagmorgen steht der erste „große“ Termin an, nachdem die Gruppe bereits am Mittwoch angekommen ist. In der Kleiderkammer des Wardenburger DRK suchen sich die Kinder und Jugendlichen neue Kleidungsstücke aus, auch einige Gastfamilien sind dabei – Uta und Heinz Onnen etwa, die die Besuche schon seit Jahren mitorganisieren. Bis jetzt läuft alles prima, können sie berichten. „Aber wir hatten gehofft, dass sich mehr Gasteltern melden“, bedauert Uta Onnen, denn schließlich habe sich die Katastrophe von Tschernobyl 2011 zum 25. Mal gejährt. „Wir wollen mal sehen, ob wir das im nächsten Jahr mehr aufbauen können.“

Denn die Besuche sind wichtig, nach wie vor. Da sind sich Uta Onnen und Gastmutter Christa Büsselmann einig. „Der Große“, sagt Büsselmann und deutet auf den 13-jährigen Wladislaw, der gerade einen Pullover anprobiert, „der durfte vor zwei Jahren nicht kommen, weil er so verstrahlt gewesen ist.“ Der Junge habe seine Urgroßmutter besucht, die nicht weit weg von Tschernobyl lebt, erklärt Büsselmann. Und danach seien die Strahlenwerte zu hoch gewesen, als dass er nach Wardenburg hätte kommen können.

Eigentlich lebt er jedoch bei seiner Mutter in Minsk – in der gleichen Stadt wie Marina Berdnikowitsch (27). 1993 sei sie zum ersten Mal nach Wardenburg gekommen, erzählt sie, heute ist sie selbst als Betreuerin dabei. „Es läuft alles gut, alle verstehen sich toll", sagt sie und lacht. „Die Kinder fahren immer gern hierher.“ Gerade sind in Weißrussland Sommerferien – Berdnikowitsch selbst hat sich für den Besuch vier Wochen frei genommen. Eigentlich arbeitet sie als Projektmanagerin in einem Übersetzungsbüro in Minsk.

In den kommenden Tagen wird sie nun alle Hände voll zu tun haben. Nachdem der Aufenthalt in Wardenburg ruhig anlief, steht nun jede Menge Programm an: Unter anderem sind Kanu-Fahrten, Kegeln und ein Ausflug in den Kletterwald geplant.

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