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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Trauerbewältigung mit Tour

19.10.2017

Sydney /Wildeshausen Der Schmerz ist groß. „Um ehrlich zu sein: ich weiß nicht, wie wir sonst trauern würden“, sagt Paul Curnow. Der Rechtsanwalt aus Sydney (Australien) und seine Frau Kate haben vor wenigen Wochen ihren Sohn Finley verloren. Der Neunjährige war an einem Gehirntumor (DIPG) erkrankt. Um die Trauer zu verarbeiten, startet die Familie – dazu gehören auch die Söhne Jacob und Liam – eine Spendentour von Saigon zum Tempel Angkor Wat (Kambodscha). Gut 300 Kilometer in fünf Tagen.

Das Schicksal der Familie und die Spendentour werden auch in Wildeshausen aufmerksam verfolgt. „Paul Curnow war 1990 einer der ersten Austauschschüler des Rotary Clubs in Wildeshausen“, erzählt Werner Pickart. Der Australier hat damals bei der Familie gewohnt und sich unter anderem mit Pickarts Sohn Volker angefreundet. „Er war damals sehr interessiert an Deutschland, hat sich am Leben unseres Clubs sehr beteiligt und war auch sonst in Wildeshausen sehr aktiv“, sagt Pickart. Curnow besuchte das Gymnasium Wildeshausen, spielte Saxophon im Musikkorps Wittekind und marschierte beim Gildefest mit dem Orchester aus. Später trat er auch als „Schwarzrock“ in die Gilde ein.

Pickart: „Gerade die Wiedervereinigung hat ihn als politisch interessierten Menschen sehr bewegt. Mit ihm sind wir zur Jahreswende 1989/1990 in die damalige DDR gefahren.“ Vielen Wil­deshausern dürfte der junge Mann, der in Münster studiert hat, in bester Erinnerung sein.

Der Kontakt ist seit jenen Tagen nicht abgebrochen. Noch im vergangenen Jahr war Paul Curnow bei der Feuerfete in Wildeshausen und traf dort viele seiner alten Freunde wieder. Zu diesem Zeitpunkt war noch nicht abzusehen, welches Unglück die Familie ereilen sollte.

Umso betroffener waren die Familie Pickart und weitere Freunde von Paul, als sie im Frühjahr hörten, dass Finley im Alter von neun Jahren an einem Gehirntumor erkrankt war. Das „diffus intrinsische Ponsgliom“ (DIPG) ist eine Art von Hirntumor, der im Pons lokalisiert ist, einem Teil des Hirnstamms im unteren hinteren Bereich des Hirns, in der Nähe des oberen Endes des Rückenmarks. Medizinern zufolge überleben leider weniger als zehn Prozent der Kinder mit DIPG zwei Jahre nach ihrer Diagnose.

Trotz intensiver Behandlung verstarb Finley innerhalb eines halben Jahres. Die Familie Curnow fand einen besonderen Weg, um ihre Trauer zu bewältigen. Sie hat ein Spendenkonto eingerichtet, um die Forschung zu DIPG zu unterstützen. „Da die Krankheit nur selten auftritt, hat die Indu­strie kein Interesse daran, die Forschung zu unterstützen“, weiß Pickart. Innerhalb weniger Tage sei auf dem Konto ein Betrag von mehr als 45 000 australischen Dollar (knapp 30 000 Euro) eingegangen. Der Rotary-Club Wildeshausen, dem Pickart angehört, beteiligt sich mit 500 Dollar an der Spendenaktion. Auch die Hilfstour durch Fernost soll die Forschung gegen die tückische Krankheit in den Blickpunkt rücken.

„Das fühlt sich an, wie das Richtige für Finley zu tun“, sagt Paul Curnow. „Wir werden den Verlust niemals ersetzen, aber auf diese Weise können wir versuchen, etwas Gutes in der Traurigkeit zu finden.“


Mehr Infos unter   https://donate.ccia.org.au/campaign/51/fairwarriorsfightbraincancer 
Stefan Idel
Redaktionsleitung
Redaktion Wildeshausen
Tel:
04431 9988 2701
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