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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

„Villa Knagge wird nicht sterben“

29.07.2016

Wildeshausen Die Villa Knagge aus der Mitte des 19. Jahrhunderts gilt als eine der schönsten Villen im Landkreis Oldenburg – doch ihre Unterhaltung ist teuer. Zu teuer, wenn man sich den derzeitigen Zustand des Gebäudes an der Ahlhorner Straße anguckt. Deshalb musste die Stiftung Johanneum als Besitzerin Teile der Immobilie auf Anweisung der Denkmalschutzbehörde des Landkreises sichern lassen (die NWZ  berichtete).

Ein Bauzaun umgibt seitdem das Gebäude, die Holzveranda wird abgestützt. Die Mieter, der Betreuungsverein Oldenburg Land, die Psychologische Beratungsstelle und die Zweigstelle des Delmenhorster Jugendgerichtshilfevereins „Brücke“, ziehen Mitte September aus. Sie sind quasi Untermieter des Landkreises, der die Villa Knagge von der Stiftung Johanneum gemietet hat.

Mehrere Millionen Euro

An einer grundlegenden Sanierung führt für Hubert Bartelt, Verwaltungsdirektor des Krankenhauses Johanneums, kein Weg vorbei: „Allen Beteiligten ist klar, dass es mit Reparaturmaßnahmen, wie in den 1970er und 1990er Jahren erfolgt, aufgrund des Gesamtzustandes des mehr als 160 Jahre alten Gebäudes nicht mehr getan ist.“ Bislang müsse von einem Finanzbedarf von mehreren Millionen Euro ausgegangen werden. Mit allen beteiligten Akteuren laufe weiter die Beratung über ein nachhaltiges Nutzungs- und Finanzierungskonzept.

Doch Bartelt sieht die Stiftung Johanneum als Erbpächterin auch in einem Dilemma: „Gemäß ihrer Satzung ist die Stiftung mit ihren derzeit 550 Mitarbeitern in den Bereichen Gesundheit, Pflege und Jugendhilfe tätig. Ziel ist, für die Menschen dieser Region die medizinischen Versorgungsstrukturen zu erhalten, zu sichern und auszubauen. Im Gegensatz zu vielen anderen Einrichtungen im Land gelingt ihr das ohne eine laufende Subventionierung durch die öffentliche Hand.“

Gerüchte, dass die Mieteinnahmen der vergangenen Jahren nicht für die Villa Knagge, sondern für andere Zwecke verwendet worden seien, dementiert er entschieden.

wechselvolle Geschichte eines Kleinods

1852 ließ der Wildeshauser Kaufmann Johannes Knagge die Villa bauen. Er war auf der indonesischen Insel Java zu Reichtum gekommen. Nach seinem Tod 1893 blieb die Villa in Familienhand.

1955 schenkte Friedrich August Knagge das Gebäude dem Dominikanerorden.

1968 wurde es auf die katholische St.-Peter-Gemeinde übertragen, bevor es fünf Jahre später im Rahmen eines Erbpachtvertrages an die Stiftung Johanneum (Krankenhaus) ging.

Anfang der 90er Jahre wurde das Gebäude zum bisher letzten Mal umfassend saniert.

Aktuell erachtet Bartelt ohnehin „lediglich eine Verkehrssicherung der äußeren Veranda im Eingangsbereich als notwendig“.

Schnell und effektive Maßnahmen zum Erhalt der Villa Knagge fordert in diesem Zusammenhang Altbürgermeister Manfred Rollié, der von 1974 bis 1995 dem Krankenhaus vorstand. Er selbst habe als Krankenhausdirektor und Kuratoriumsmitglied immer viel Wert darauf gelegt, das Kleinod instand zu halten.

Ärgerlich findet er, dass der seit Jahren bekannte schlechte Zustand der Villa so lange ignoriert wurde. „Jetzt muss umgehend eine Fachfirma her, die sich mit Sanierungen auskennt“, appelliert er an die Verantwortlichen.

Kein Abbruch

Auf offene Ohren stößt er damit bei Peter Nieslony, Leiter des Bauordnungsamtes beim Landkreis Oldenburg. Eine sogenannte „Abbruchsanierung“ sei keinesfalls das Ziel. „Die Villa Knagge wird nicht sterben“, verspricht Nieslony. „Wir werden bei diesem herausragenden Denkmal nichts unversucht lassen und sind auf einem guten Weg“, bekräftigt er. Das Projekt sei allerdings umfangreich und Denkmalschutz sowie Stiftung Johanneum müssten sich jetzt gemeinsam annähern. Es gehe um Schadensbegrenzung und -beseitigung. Das Winterfestmachen werde der erste Schritt sein.

Uta-Maria Kramer Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
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