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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Vom Pflegehelfer zum Mediziner

28.12.2013

Wildeshausen Zwei Vorteile bietet der Beruf des Altenpflegers, die man in anderen Branchen oft vergeblich sucht: Einerseits ist Altenpflegern der Sinn ihres tägliches Tuns immer bewusst – ohne sie können pflegebedürftige Menschen nicht Leben. Und andererseits sie finden überall Anstellung – in ganz Deutschland haben Altenpfleger eine große Auswahl an freien Stellen. Trotzdem stehen Pflegeberufe nicht ganz oben auf der Berufswunschliste der Schulabgänger. Denn die Altenpflege hat ein schlechtes Image. Das wollen Dr. Jörg Strodthoff, BBS-Abteilungsleiter, und Lehrer und Teamleiter Karl-Heinz Kröger ändern. „Wir wollen aufzeigen, welche Aufstiegsmöglichkeiten man in dem Beruf hat und wie schön es auch ist, einen Pflegeberuf zu erlernen“, sagt Karl-Heinz Kröger. Er hatte zusammen mit Strodthoff und Maria Wübbeler einige ehemalige Schüler eingeladen, die an der BBS Altenpflege gelernt hatten.

Markus Wübbeler, Yasser Wakaa, Susanne Riesmeier und Andrea Verstappen waren gekommen, um ihre beruflichen Werdegänge vorzustellen und damit bei Schülern Interesse zu wecken.

Der 37-jährige Yasser Wakaa beispielsweise hat nach dem Abschluss der Hauptschule an den Wildeshauser BBS Altenpflegehelfer gelernt. Mittlerweile ist er Pflegedienstleiter im Gut Sannum in Huntlosen. Nebenbei studiert er Pflegewissenschaft an der Universität in Bremen, und er hat sich außerdem auf ein Medizinstudium an der Universität Mainz beworben. Die Chancen, dass er den Platz bekomme, stünden sehr gut, sagt er. Sein Traum ist es, Notfallmediziner zu werden.

Auch die Karriere von Markus Wübbeler (29) ist beispielhaft: Er hat Altenpfleger gelernt, anschließend sein Abitur nachgeholt und studiert, jetzt macht er gerade seinen Doktor am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen – er beschäftigt sich also auf wissenschaftlicher Ebene mit Krankheiten wie Demenz.

Andrea Verstappen hat als Altenpflegerin angefangen, hat sich dann aber wegen schwerer Bandscheibenprobleme zur Pflegerdienstleiterin weitergebildet und übt diesen Beruf jetzt bei der Norle gGmbH aus. Zusätzlich ist sie Qualitätsmanagementbeauftragte. Ebenfalls Pflegedienstleiterin, jedoch auf selbstständiger Basis, ist Susanne Riesmeier, Inhaberin der Pro-Vida Pflege. Die Weiterbildung zur Pflegedienstleiterin hat sie innerhalb von wenigen Monaten per Fernstudium absolviert, neben dem Beruf.

Aber nicht nur die leitenden Positionen und wissenschaftlichen Herangehensweisen sind spannend – auch die Altenpflege selbst kann ein erfüllender Beruf sein. „Man bekommt so viel zurück von den Menschen. Man wird von ihnen mit strahlenden Augen begrüßt“, sagt Andrea Verstappen.

Dass der derzeitig herrschende Pflegenotstand und die strukturellen Probleme des Pflegesektors nicht ewig das Berufsbild prägen, davon ist Markus Wübbeler überzeugt. „Es wird sich alles wieder verbessern. Irgendwann muss die Politik Geld in die Hand nehmen“, ist Wübbeler überzeugt. Seine Berufskollegen stimmen ihm zu. „Der Pflegenotstand ist jetzt schon da, es wird etwas passieren, da bin ich sicher“, sagt Lehrerin Hella Einemann-Gräbert.

Sandra Binkenstein Varel / Redaktion Friesland
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