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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Von lebendigen „Büchern“ lernen

07.11.2015

Wardenburg /Oldenburg Sich ein eigenes Bild von der Situation der Flüchtlinge machen, mit Akteuren sprechen und das Gehörte reflektieren – dazu hatten die Schüler der elften und zwölften Jahrgangsstufe der Graf-Anton-Günther-Schule (GAG) am Freitagmittag die Gelegenheit.

Rieke König, Sarah Warfelmann und Rena Hasler aus der zwölften Stufe sprachen beispielsweise mit Mahmond Tamaa, der vor einem Jahr als syrischer Flüchtling Deutschland erreichte.

Durchdachte Fragen

Neben Fragen zu den politischen Zuständen in Syrien, stand auch die Ankunft des Muslims in einem unbekannten Land, dessen Sprache er zu Beginn nicht mächtig war, im Fokus. „Wir haben uns vorher schon Gedanken über das Gespräch gemacht“, schilderte Rena Warfelmann.

Tatsächlich wurden die einzelnen Schicksale der Personen zuvor ausgehängt – die Schüler konnten sich bewusst für Gesprächstermine eintragen. Am Freitag tauschten sich die Schüler in kleinen Grüppchen dann in der Aula mit den „lebendigen „Büchern“ – so werden die Personen mit unterschiedlichen Wurzeln bei dieser Aktion genannt – aus. Der Titel stammt von der Ev. Akademie Oldenburg, erklärte Uwe Fischer: „Die Idee hinter diesem Kommunikationsmodell beinhaltet, dass man 20 Minuten mit einem Menschen spricht.“ Ziel dieser Veranstaltung sei es, Vorurteile zu beseitigen.

So konnten die Schüler auch mit einem Ivorer sprechen: Nachdem er die Elfenbeinküste wegen des Bürgerkrieges verließ, lebte er fünf Jahre lang in einer Asylunterkunft.

Infos und Einstimmung

Die „lebendige Bibliothek“ war nur ein Programmpunkt des Einstimmungstages am GAG auf den Erinnerungsgang nächste Woche – mit dem an die Verfolgung und Ermordung jüdischer Mitbürger erinnert wird. „In der ersten Doppelstunde gab es eine Einführung für alle Schüler, in der dritten und vierten Stunde wurde das Thema anhand einiger Biografien von ehemaligen Oldenburgern mit jüdischen Wurzeln thematisiert “, erläutert Beate Ludwig-Henkel den didaktischen Kontext.

Dabei seien zum Beispiel auch die „Hörgänge“ zum Einsatz gekommen, die Schüler unter der Leitung von Tiffany Eden konzipiert haben. In der letzten Doppelstunde wurden in allen Stufen die Themen Rassismus und Ausgrenzung behandelt.