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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Schule: „Wanzen wären heute nicht nötig“

04.03.2016

Bookholzberg „Feuerwehr 112, Rotes Kreuz 115, Volkspolizei 110.“ – Das alte Telefon, das am Donnerstag in der Aula der Oberschule Bookholzberg herumgereicht wurde, schien wie aus einer anderen Welt. Ein scheinbar harmloses Relikt aus einem Überwachungsstaat: der DDR. Zehntklässler der Oberschule hatten sich mit diesem Staat befasst, mit dem Bespitzeln, den Repressalien. „Schon krass, was da passierte, diese totale Überwachung“, fasste Nikolas, 16, seine Eindrücke zusammen. Mitschüler Nico warnte angesichts der technischen Möglichkeiten in der Gegenwart: „Ein Gebäude verwanzen, das bräuchte man heute gar nicht mehr.“

Rückblick. Am 11.11.2014 hatte die Oberschule erstmals für ihre Zehntklässler einen Projekttag zum „Fall der Berliner Mauer“ organisiert, der damals ungefähr 25 Jahre zurücklag. Während der Diskussionen war schnell klar: Dieser Projekttag sollte jährlich wiederholt werden.

Der Fall der Mauer, der am 9. November 1989 und den folgenden Tagen in Deutschland Tausende auf die Straße brachte, der Freudentränen und Jubelstürme auslöste, sei heute für Schüler „ganz weit weg“, schilderte Geschichtslehrerin Heike Welle ihre Beobachtungen. Jugendliche „haben dazu überhaupt keinen Bezug“, es sei denn durch Verwandte oder Bekannte in den neuen Bundesländern.

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Um eben diesen „Bezug“ zu schaffen, hatte die Oberschule zum Beispiel eine Klassenfahrt nach Berlin organisiert. In Hohenschönhausen habe man die Untersuchungshaftanstalt der Stasi besichtigt, erfahren, wie dort Verhöre geführt wurden, wie Menschen spurlos verschwanden, Kinder in Erziehungsheime gesteckt wurden.

Am Donnerstag schauten sich drei 10. Klassen den Oscar-prämierten Film „Das Leben der Anderen“ an, der sich kritisch mit dem Stasi-Apparat auseinandersetzt. Als Zeitzeuge kam anschließend Bertram Althausen in die Aula – mit dem alten DDR-Telefon und auch seiner eigenen Stasi-Akte im Gepäck. Mucksmäuschenstill war es, als der Kreispfarrer erzählte, wie schon Siebenjährige „auf Linie gebracht“ wurden, ihnen eingeimpft wurde, dass sie keine Besuche aus dem Westen haben sollten, weil die Menschen dort ja „auf der Seite des Bösen waren“. Althausen: „Als ich so alt war wie ihr, dachte ich, dass ich Hamburg erst mit 65 besuchen dürfte.“

Karsten Kolloge Harpstedt / Redaktion Wildeshausen
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