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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Kein Geld mehr für die Begleiter

19.01.2019

Wardenburg „Wir haben einen guten Ruf – weil wir so viele Erfolge haben.“ Anette Löhr, Berufseinstiegsbegleiterin an der Integrativen Gesamtschule in Wardenburg (IGS), versteht nicht, weshalb die Finanzierung des Programms nun auf der Kippe steht.

Seit 2015 gibt es die Berufseinstiegsbegleitung an der IGS. Die Berufseinstiegsbegleiter unterstützen Schülerinnen und Schüler – wie es der Titel verrät – beim Einstieg in den Beruf. Löhr und ihre Kollegen Martin Jentsch und Laura Meyer sind die Schnittstelle zwischen Schülern, Schule, Eltern und Betrieben. Die drei helfen den Jugendlichen bei der Suche nach Ausbildungs- und Praktikumsplätzen. Sie stellen Kontakte zu Betrieben her, geben Tipps bei Bewerbungsschreiben und veranstalten Ausbildungsmessen an der Schule –zumindest bisher. „Wir wollten unsere Konzepte noch weiterentwickeln – nun müssen wir schauen, wie lange wir hier noch weiterarbeiten können“, sagt Löhr.

Bisher wurde das Programm vom Bund und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) finanziert. Letztere fallen nun komplett weg. Und auch der Bund möchte nicht weiter zahlen, er hat die Finanzierung in die Hände der Bundesländer gegeben.

Doch das Land Niedersachsen hat zumindest für 2019 keine Mittel bereitgestellt. Daher konnten aus der jetzigen achten Klasse keine neuen Schüler ins Programm aufgenommen werden. „Die sind jetzt schon benachteiligt“, sagt Jentsch. Wie es 2020 weitergeht, ist noch unklar, auch für die Berufseinstiegsbegleiter. Auf Nachfrage des Landtagsabgeordneten Axel Brammer (SPD), hieß es lediglich, dass derzeit noch keine abschließende Entscheidung getroffen werden könne, in der Angelegenheit gäbe es noch Klärungsbedarf.

Löhr und ihre Kollegen bedauern diese Entwicklung. Ihnen geht es nicht um ihre berufliche Zukunft. Falls die Arbeit an der IGS aufgrund der ausbleibenden Finanzierung zurückgeschraubt oder aufgegeben werden müsse, werde sie von ihrem Arbeitgeber, den Grone-Bildungszentren Niedersachsen, anderweitig eingesetzt. Doch viele Schüler blieben in diesem Falle vermutlich auf der Strecke. „Wir unterstützen die Schülerinnen und Schüler, die uns wirklich brauchen“, fügt Jentsch hinzu. „Wir können Halt geben und die Unterstützung, die manchen zuhause fehlt. Wir geben ihnen den Antrieb, etwas zu leisten.“

Die Teilnahme an dem Programm ist für die Schüler freiwillig. „Sie kommen gern hierher“, weiß Löhr. Denn für die Jugendlichen sind die Begleiter feste Ansprechpartner – nicht nur auf dem Weg ins Berufsleben.

Auch der Schulleiter der IGS, Gernot Schmaeck, versteht nicht, weshalb das Projekt nicht weiter finanziert wird. Die Berufsbegleiter kümmerten sich vor allem um Schüler, die gerne praktisch arbeiten wollen. „Sie ebnen den Weg ins Berufsleben“, gerade bei Jugendlichen, die sonst Gefahr liefen, ins Abseits zu geraten. Wenn es schulisch nicht gut funktioniere, könnten Schüler mit ihrer Hilfe dennoch im Berufsleben Fuß fassen. „Berufsbegleiter schaffen Chancen.“

Daher sei das Programm nicht nur für Schüler sinnvoll, sondern auch für die Wirtschaft: Betriebe in der Region bekämen so Nachwuchs, der sich sonst vielleicht nicht beworben oder die Stelle aufgrund schlechter Noten nicht bekommen hätte.

Manuela Wolbers Volontärin, 2. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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