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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Schüleraustausch: Franzosen im deutschen Alltag

10.12.2019

Wardenburg Puh, da müssen einige der französischen Gäste im Stuhlkreis aber schlucken, als Lehrerin Berit Pleitner ankündigt, dass nur noch deutsch gesprochen wird. Nach 19 Stunden Busfahrt und einer ersten Nacht in einem fremden Land gleich nach der freundlichen Begrüßung „Schön, dass ihr da seid“ so geschockt zu werden.

Doch mit dem nächsten Satz der Lehrerin an der Integrierten Gesamtschule (IGS) Am Everkamp wird alles doch viel besser. „Est ce-que tout le monde va bien?“ (Geht es euch allen gut?), fragt sie und man sieht die Erleichterung auf den Gesichtern von Manon, Clara, Luna und Maxime. Anschließend müssen sich die Deutschen auf Französisch vorstellen und die Franzosen auf Deutsch.

Neun französische Jungen und Mädchen waren in der vergangenen Woche zu Gast an der IGS Wardenburg, weitere 24 machen den Austausch mit Schülerinnen und Schülern an der IGS Flötenteich in Oldenburg. Die Zwölf- bis 14-Jährigen kommen aus Montlieu-la-Garde bei Bordeaux. Sowohl die Jugendlichen als auch die drei Lehrer wohnen in Gastfamilien. „Wenn man in einer Familie lebt, lernt man ganz viel über ein Land“, ist die Erfahrung von Berit Pleitner. Sie war früher Lehrerin an der IGS Flötenteich, so kam die Kooperation der beiden Gesamtschulen zustande.

Anderes Abendessen

Einen großen Unterschied in der Lebensweise hat Gastschüler Nathaël schon am ersten Abend in der Familie von Achtklässler Ole erlebt: Aus Frankreich ist er ein warmes Menü gewohnt, das Abendessen mit Brot, Butter und Auflage war natürlich neu für ihn. Dafür war der Spaziergang mit den Eseln Ronaldo und Bello, die zum Haushalt von Oles Eltern gehören, etwas ganz Besonderes.

Nach der ersten geistigen Anstrengung geht es locker weiter, ein Streifzug durch die Schule steht an. Ole zeigt seinem Gast Nathaël, der die siebte Klasse des Collège besucht, den neuen A-Trakt, die Mensa und weitere Räume der Schule. Zurück im I-Punkt warten ein kräftiges Frühstück, Schulleiter Gernot Schmack und dessen Stellvertreterin Manon Robenek, die die Schüler auf Zeit begrüßen. Hauptorganisatorin vonseiten der Franzosen ist die Deutschlehrerin Patricia Alvarez.

Schmack gesteht, dass er sechs Jahre Französischunterricht hatte, aber außer „Bonjour“ und „Je ne parle pas français“ („Ich spreche kein Französisch“) kaum noch etwas behalten hat. Sprache lernen ist das eine, weiß er mittlerweile, sie anzuwenden das andere. „Das geht nur im Austausch“, sagt er. Deshalb sei das, was gerade geschehe, enorm wichtig. „Redet miteinander“ ermuntert er die Jungen und Mädchen und wünscht ihnen eine wunderschöne Woche. Damit auch die Franzosen verstehen, übersetzt Berit Pleitner. Es gehe auf Deutsch, Französisch und Englisch durcheinander, erzählt sie. Und auf einer weiteren Sprache, die international ist: mit Händen und Füßen.

Viele Ausflüge

Nicht ohne Grund kommen die jungen Franzosen traditionell im Winter nach Deutschland. Sie lieben die Weihnachtszeit hier. Und so gehörten neben einem Ausflug ins Universum in Bremen, Waldspielen im Barneführerholz, Besuchen auf der Bowlingbahn und in der BMX- und Skaterhalle auch Plätzchen backen und Weihnachtsliedersingen zum Programm.

Ach ja, ein Tag Unterricht war auch dabei, bevor es wieder in Richtung Frankreich ging. Im nächsten Juni dann brechen die IGS-Schüler aus Wardenburg zum Gegenbesuch nach Frankreich auf.

Anke Brockmeyer Wardenburg / Redaktion Wardenburg
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