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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Ein Jahrtausend wird volljährig

30.12.2017

Wardenburg /Streekermoor Junge Menschen, die vor dem heimischen Computer vereinsamen – das ist das Bild, das gerade jene, die wenige Berührungspunkte mit Jugendlichen haben, gern von der heutigen Jugend zeichnen. Tatsächlich aber ist diese Generation erstaunlich bodenständig. Freunde, Familie, eine sichere Zukunft und ein Beruf, der beständig ist und Spaß macht – das ist es, was für sie zählt. Die NWZ hat fünf von ihnen im Landkreis getroffen.

Das Ziel: Feuerwehrmann

Schon als kleiner Junge wusste Phil Mesenbrink, dass er Feuerwehrmann werden möchte. Und anders als bei anderen kleine Jungen hat sich das bei ihm nicht geändert, als er größer wurde: Mit zehn Jahren trat er in die Jugendfeuerwehr ein. Im vergangenen Jahr hat er das höchste Abzeichen der Jugendfeuerwehr, die Leistungsspange, bestanden, seither ist er in der Aktivenabteilung. Bei mehreren Einsätzen ist er mittlerweile dabeigewesen, auch im Rahmen der Sturmtiefs im Herbst war Phil mit seinen Kameraden aktiv. Bei der Feuerwehr sieht der 17-Jährige seine Zukunft: „Ich möchte zur Berufsfeuerwehr bei der Bundeswehr. Am liebsten am Marinestützpunkt in Wilhelmshaven.“ Zuvor plant er eine Ausbildung zum Rettungssanitäter, denn als hauptamtlicher Feuerwehrmann muss er eine Berufsausbildung vorweisen. Um sich nicht zu sehr auf einen Beruf festzulegen, hat Phil seine Schulpraktika ganz bewusst in anderen Bereichen absolviert. „Aber das hat mich nur in meiner Wahl bestätigt.“ Die Kameradschaft, der Zusammenhalt in der Feuerwehr sei einfach etwas ganz Besonderes, sagt er.

Für Thorge Grotelüschen war nach der Schule eigentlich klar, dass er im IT-Bereich arbeiten wollte. Doch nach einem Jahr an der Berufsfachschule mit Schwerpunkt Informationstechnik kam die Ernüchterung. „Ich interessiere mich für Computer – aber ich habe festgestellt, dass Programmieren nichts für mich ist.“ Also entschied er sich für eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker. „Da kann ich die IT-Kenntnisse auch gut gebrauchen, schließlich sind Autos mittlerweile eigentlich fahrende Computer“, lacht er. Schon während der Schulzeit hatte er ein zweiwöchiges Praktikum beim Autohaus Heinemann absolviert, danach hatte er den Ausbildungsplatz mehr oder weniger „in der           Tasche“. Dreieinhalb Jahre dauert die Lehre. Und dann? Er könne sich vorstellen, in der Branche zu bleiben, sagt Thorge. Vielleicht hänge er nach der Lehre noch eine zweite Ausbildung zum Kfz-Kaufmann dran.

Fachkräftemangel?

Dass sich die Firmen wegen des vielbeschworenen Fachkräftemangels um Auszubildende seiner Generation reißen, sieht er nicht. „Die Anforderungen, die die Firmen stellen, sind nach wie vor sehr hoch. Die müssen sie dann vielleicht auch ein bisschen runterschrauben“, meint er. Angst, irgendwann keinen Job zu finden, hat er allerdings nicht. Schon aber Bedenken, ob sein Verdienst später reichen wird. Wohnung, Auto, Versicherungen – das alles ist teuer. Apropos Versicherungen: Eine Berufsunfähigkeitsversicherung hat der 17-Jährige schon abgeschlossen.

Fühlt er sich aufs Leben gut vorbereitet? Thorge Grotelüschen zögert kurz. „Direkt nach der Realschule eher nicht. Aber der Wirtschaftsunterricht in der Berufsfachschule hat mir viel gebracht.“

Vor zwei Jahren ist Zina Haji mit ihren Eltern, vier Schwestern und drei Brüdern aus dem Irak nach Deutschland gekommen. „Die erste Zeit war hart. Doch mittlerweile fühlen wir uns wohl“, sagt sie. Deutsch zu lernen allerdings sei immer noch schwierig. Dabei beherrscht die 17-Jährige, die die                                                                     zehnte Klasse der IGS Wardenburg besucht, die Sprache schon recht gut. Sie hat hier Freundinnen gefunden, engagiert sich in der Theater-AG. Nach der Schule will sie eine Ausbildung zur Hauswirtschafterin absolvieren. Auch ihre großen Geschwister, erzählt sie, lernen viel, um einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Ihr ältester Bruder würde gern wieder studieren, wie im Irak. Zinas langfristiges Ziel: „Ich möchte gern Polizistin werden.“ Doch die Hürden sind hoch, weiß sie. Hier werden sehr gute Deutschkenntnisse vorausgesetzt, und: „Ohne deutsche Staatsangehörigkeit habe ich natürlich gar keine Chance.“

Geburtstag am 1. Januar

Wenn man von „echten“ Millenium-Babys sprechen kann, dann gehören Katrin und Mirko Meier definitiv dazu – allerdings unfreiwillig. Die Geburt der Zwillinge war für März geplant, mit einem Notkaiserschnitt wurden die beiden am Neujahrstag auf die Welt geholt. Das Hoffen und Bangen der Eltern um ihre beiden Frühchen ist Geschichte, längst haben die beiden ihren Platz in der Welt gefunden. Jetzt fiebern sie auf ihren 18. Geburtstag hin, denn der bedeutet für sie vor allem eines: „Wir können dann endlich mit dem Auto zur Arbeit fahren und müssen nicht schon eine Stunde vorher los.“ Mirko Meier ist im ersten Lehrjahr als Auszubildender zum Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik in Oldenburg, seine Schwester lässt sich ebenfalls in Oldenburg zur medizinischen Fachangestellten ausbilden.

Großer Freundeskreis

Ein Jahr im Ausland nach der Schule, von dem viele Gleichaltrige träumen, ist für die Zwillinge keine Option. „Wir leben gern hier – länger als für einen Urlaub möchten wir nicht von zu Hause fort“, sagen sie. Die Zwillinge hängen aneinander, haben einen großen gemeinsamen Freundeskreis, ähnliche Hobbys. Obwohl Katrin eine Minute älter ist als ihr Bruder, ist doch Mirko der Vorreiter. „Ich lass ihn immer erstmal machen“, lacht sie.

Anke Brockmeyer
Wardenburg
Redaktion Wardenburg
Tel:
04407 9988 2730

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