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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Was ist schon typisch Finnisch?

13.07.2011

HUDE Wer aus Finnland kommt, hat blonde Haare, wohnt in einem Blockhaus (natürlich am See) und liebt Fisch – Klischees, die Roosa Röppänen schon häufig gehört hat. Fakt ist: Bei ihr treffen sie tatsächlich zu. Ein Problem hat die 17-Jährige damit aber nicht. Auch, weil die Finnin ohne zu zögern zugibt, dass sie ebenfalls so ihre Vorurteile hatte, als sie damals – vor sechs Monaten – als Austuschschülerin aus Tuusula in den Landkreis gekommen ist. „Ich bin davon ausgegangen, dass alle Deutschen Bratwurst und Sauerkraut lieben“, grinst Roosa und schaut sich im Kreis ihrer Gastfamilie um. Doch wie sich gezeigt hat, war dies eher eine klassische Fehleinschätzung.

„Sehr emotional“

Ihre Gastfamilie, das sind Mutter Gertrud und Vater Andreas Gimbel, sowie die Töchter Lea und Levke. Einer fehlt: Sohn Lasse. Der weilt bereits in den Ferien. Dabei ist er doch der Grund, wie und warum Roosa bei der Huder Familie gelandet ist. „Der erste Kontakt kam über Facebook zustande“, erzählt die 17-Jährige. Man schrieb sich, freundete sich an, und als Lasse später erfuhr, dass Roosa ihre Sprachkenntnisse in Deutschland erweitern wolle, lud er sie spontan ein, doch ihre Zeit in Hude zu verbringen. Von den Eltern gab es ebenfalls grünes Licht für den Aufenthalt.

Sechs Monate ist das jetzt her. Am Dienstag hieß es erneut Abschied nehmen. Für die Schülerin ging es zurück in die finnische Heimat. Dazwischen liegen „wunderbare Wochen und Monate“, in denen Roosa – die in Finnland als Einzelkind groß geworden ist – gleich drei Geschwister hatte und viel von Deutschland erfahren hat. „Ja, das war schon ein bisschen merkwürdig zu beobachten, dass sich die Leute hier so häufig umarmen“, erzählt sie. Als sehr gefühlsbetont und emotional habe sie die Menschen erlebt. Das Vorurteil der norddeutschen Zurückhaltung hat Roosa nicht kennengelernt.

Ihre Gasteltern haben ein offenes Haus geführt. Freunde der Kinder sind jederzeit willkommen, auch Roosas Freundinnen durften kommen. Gleich zwei Mal kündigte sich Besuch aus Tuusula an.

Die Wochentage waren klar strukturiert. Rosa besuchte zusammen mit Lasse die zehnte Klasse der Waldorfschule in Oldenburg. Und wie der Zufall es wollte, unterrichtete dort auch eine finnische Lehrerin. „Doch die hat immer nur auf Deutsch mit mir gesprochen“, sagt Roosa.

Probleme mit Englisch

Viel habe sie gelernt: Das Deutsch kommt ihr mittlerweile flüssig über die Lippen, Wörter muss sie fast gar keine mehr im Übersetzungsbuch nachschlagen. Aber es war auch nicht immer leicht, erinnert sich die 17-Jährige. Mit Englisch hatte sie anfangs ihre Probleme. Sie war nicht soweit wie ihre Mitschüler. Roosa musste eine Menge nachholen. Um zu verstehen, hat sie nicht selten das Englische ins Deutsche und gleichzeitig auch ins Finnische übersetzt. „Schule“, sagt sie und rollt mit den Augen. Doch es hat sich gelohnt. „Roosa hat ein wirklich gutes Zeugnis bekommen“, ist die Gastmutter stolz.

Auch bei den Gimbels möchte man die Zeit mit dem finnischen Mädchen nicht missen. „Es ist schon erstaunlich“, sagt Andreas Gimbel, „aber durch ihre Anwesenheit ist uns bewusst geworden, wie schnelllebig unser Leben eigentlich ist. Roosa nimmt sich viel Zeit bei den Mahlzeiten, schlingt nicht, sondern genießt. Es ist, als ob wir durch sie ein Stück weit die Langsamkeit wiederentdeckt haben.“

Mirja Zipfel Friesoythe / Redaktion Münsterland
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