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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Schule: Wem das erste Fahrstündlein schlägt

08.05.2013

Hude „Und ich sag’ noch: Zieht euch Hosen an“, motzt Claus-Herbert Schmidt, dreht sich um, brüllt „Bremsen“ und wendet sich wieder kopfschüttelnd seinem falsch gekleideten Publikum zu. „Da kommen die hier im Röckchen an“, murmelt er und seufzt. Was soll’s: Nach 27 Jahren als Fahrlehrer ist der Huder einiges gewohnt. Über 3000 Prüflingen hat er in dieser Zeit schon zum Führerschein verholfen. Ob im Minirock oder Ledermontur, geschafft haben es mit seiner Hilfe schließlich alle, den begehrten „Lappen“ in den Händen zu halten.

Und an diesem Nachmittag wendet sich der 52-Jährige den jüngsten Fahrtalenten zu: Nach stundenlangem Bruchrechnen und Vokabeln aufsagen wie es dem Klassenlehrer gefällt, haben sechs Peter-Ustinov-Schüler nun Vorfahrt. Zumindest auf dem Parkplatz hinter der Schule. Seit Anfang des Halbjahres bereits lernen die Acht- und Neuntklässler in dem Nachmittagsangebot alles, was sie für einen Mofaführerschein können müssen: „Vorfahrtsregeln, Straßenschilder, Verkehrsordnungen“, zählt Rico Borchers auf und setzt seinen Helm ab. „Spaß macht das“, sagt der 14-Jährige. Neben fünf Mädchen im Röckchen hält er hier die männliche Stellung – „anstrengend“. Aber was tut ein Mann nicht alles fürs motorisierte Vergnügen. „Erstmal der Rollerführerschein, dann lerne ich Autofahren und zwischendrin übe ich mit dem Trecker. Das ist am tollsten“, schwärmt der Oberschüler und erzählt mit leuchtenden Augen von den großen Landwirtschaftsmaschinen, die bei seinem Onkel auf dem Hof stehen.

Aber eins nach dem anderen: Ende Juli müssen die 14- bis 15-Jährigen erstmal ihre theoretische Prüfung beim TÜV in Delmenhorst bestehen. Mit einer schulhalbjahrlangen Vorbereitungszeit aber dürfte das kein Problem sein. Normalerweise müssen sechs Theorie- und zwei Praxisstunden ausreichen, um eine sogenannte Mofaprüf-Bescheinigung in den Händen zu halten und anschließend mit 25 Stundenkilometern über den Asphalt zu brausen.

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„Ich habe nämlich keine Lust mehr, immer Rad fahren zu müssen“, erklärt Melissa Pochodaj. Einen Roller hat die 14-Jährige schon. Ein paar Mal noch in der Fahrschule Schmidt Regeln pauken, einige Runden auf dem Hof drehen und dann kann es losgehen. In genau diesem Moment knattert es hinter ihr. „Papa“, ruft die Oberschülerin und winkt ihrer Mofa samt Vater entgegen. Der übrigens hat seinerzeit auch den Führerschein bei Claus-Herbert Schmidt gemacht. Allerdings nicht im Rahmen eines Schulangebotes: das gibt es erst seit zehn Jahren.

Was der Huder all’ seinen Mofaprüflingen einzubläuen versucht, ist die Wahl des richtigen Outfits. Und hier scheiden sich die Geister: „Helm und Schutzhose, vernünftige Schuhe“, sagt der 52-Jährige. „Lederjacke, Jeans und Stiefelletten, was sonst“, finden seine Schülerinnen. „Wenn ich ausgehe, ziehe ich doch nicht sowas Unförmiges an“, sagt Alexandra Peters. „Erst recht nicht bei dem Wetter“, stimmt ihr Melanie Landowski zu, deren Kleiderschrank 20 Paar hochhackigen Schuhen Unterschlupf gewährt. Heute trägt sie „was Flaches“. Auf den Roller darf die 14-Jährige mit Strumpfhose und Minikleidchen diesmal trotzdem nicht – da hat Fahrlehrer Claus-Herbert Schmidt immer noch die Hosen an.


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Lea Bernsmann Redakteurin / Redaktion Oldenburg
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