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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Wenn die Förderung zum Handicap wird

03.09.2016

Wildeshausen „Hier wird Integration gelebt“, sagt Christa Behnken, Vorsitzende des Vereins zur Förderung der Integration behinderter junger Menschen. Vor 16 Jahren wurde der Verein gegründet mit dem Ziel, jungen Menschen mit Handicap die Möglichkeit zu geben, am Freizeitleben teilzunehmen. Jeden Donnerstag treffen sich die zehn bis zwölf jungen Menschen aus dem gesamten Landkreis im Wildeshauser Jugendzentrum. Dort werden sie von Fachkräften der Norle gGmbH betreut.

Doch die Finanzierung des Projekts steht mittlerweile auf wackligen Beinen. Von den Betreuungskosten in Höhe von 6200 Euro trug der Landkreis Oldenburg bislang 5000 Euro; den Rest übernahm die Stadt Wildeshausen. Doch der Kreis teilte mit, dass er nur noch einen Teil der Mittel zahlen wolle; den Löwenanteil solle die Stadt zahlen. Der Argumentation kann der Verein nicht folgen: Die Betreuung der Gruppe habe der Kreis stets im Rahmen der Eingliederungshilfe finanziert, sagen Behnken und die 2. Vorsitzende Helga Bürster. „Wenn es jetzt eine freiwillige Leistung der Stadt wird, könnte diese – je nach Haushaltslage – jederzeit gestrichen werden“, fürchtet Bürster. Und die Vereinsvorsitzende warnt: „Die Inklusion darf nicht am Geld scheitern.“

Zwei Fachkräfte, Mike Köhring und Julia Ziehn, betreuen die Gruppe für 4,5 Stunden pro Woche, wie Norle-Regionalleiter Michael Köstens erläutert. Auch bei Integrationsgruppen in Sandkrug und in Harpstedt ist die Norle mit im Boot. Viele Teilnehmer aus der Wildeshauser Gruppe würden allein kaum ins Jugendzentrum gehen. Inzwischen seien die jungen Leute gut integriert. Es werde gebastelt, getanzt, gekickert oder geklönt. Am Donnerstag stand „Pizza backen“ auf dem Programm. Die Geburtstage von Nadine (40) und Jana (41) wurden nachgefeiert.

„Die meisten Gruppenmitglieder kennen sich schon seit Jahren", erzählt Behnken. Viele freuten sich schon die ganze Woche auf das Donnerstagstreffen. „Im Jugendzentrum machen sie viel zusammen.“ Dank großzügiger Spender konnten im Laufe der Jahre unter anderem Zoo-Besuche, Kohltouren oder eine Fahrt zum Musical „Tarzan“ nach Hamburg organisiert werden. Auch gebe es einen regelmäßigen Austausch unter den Eltern.

Den Hauptanteil der jährlichen Förderung will nun die Stadt Wildeshausen übernehmen. Der Sozialausschuss plädierte am Donnerstagabend einstimmig dafür, den Verein mit 3100 Euro pro Jahr zu unterstützen. Bislang waren es 1200 Euro. „Eine Stadt wie Wildeshausen kann es sich nicht erlauben, solch ein vorbildliches Integrationsprojekt nicht zu unterstützen“, meinte CDU-Ratsherr Günter Lübke. Der Verein will nach den Worten Bürsters die Position des Kreises rechtlich überprüfen lassen.

Stefan Idel Redaktionsleitung / Redaktion Wildeshausen
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Christoph Koopmeiners Wildeshausen/Dötlingen / Redaktion Wildeshausen
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