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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Wenn Kindermägen kräftig knurren

14.01.2010

WILDESHAUSEN Ihre erste Erfahrung mit Kindern, die nicht genug zu essen bekommen, machte Martina Zahl vor einigen Jahren während ihres Referendariats in einer Cloppenburger Schule. „Wenn die Mägen der Mädchen und Jungen so laut knurren, dass Unterricht fast gar nicht mehr möglich ist, dann wird man nachdenklich“, erinnert sich die 34-jährige Diplom-Sonderpädagogin. Damals brachten andere Lehrer Brot und Brötchen von örtlichen Bäckern mit in die Schule, um dem Magenknurren der Kinder zu begegnen. „Dieses Erlebnis“, sagt Martina Zahl, „war für mich später mit ein Auslöser für die Gründung der Wildeshauser Tafel.“ Diese versorgt seit zehn Monaten bedürftige Menschen regelmäßig mit Nahrungsmitteln. Für ihr maßgebliches Engagement in dieser Sache ist Martina Zahl, die Vorsitzende der Tafel, als Kandidatin zur Wahl des „Menschen des Jahres 2009 in Wildeshausen“ vorgeschlagen worden, der von der NWZ und der OLB gesucht wird.

Drei Gruppen

Martina Zahl ist nicht allein auf die Idee mit der Tafel gekommen. „In Wildeshausen gab es im Frühjahr 2008 drei verschiedene Gruppen, die sich darüber Gedanken machten: eine um den Unternehmer Wilhelm Schilling, eine um die Familien Schefft, Basener und Bunk von der Freien Christengemeinde sowie Thomas Trüper und ich von der Hunteschule“, erzählt die Lehrerin, die seit 2007 an der Förderschule unterrichtet, von den Anfängen. Man sei dann schnell zusammengekommen und habe sich verabredet, unter der Schirmherrschaft des Bundesverbandes Deutsche Tafeln in Berlin einen Verein in Wildeshausen zu gründen. Nach intensiver Vorbereitung, an der neun Leute beteiligt waren, wurde er im Mai 2008 aus der Taufe gehoben, im Dezember lag die Genehmigung aus Berlin vor, und am 19. März 2009 erfolgte die erste Ausgabe im Casino der ehemaligen Wittekindkaserne, in der seitdem immer donnerstags von 13 bis 17 Uhr Lebensmittel an Bedürftige aus der Kreisstadt und umzu verteilt werden. Zum Start hatte

die Tafel 217 „Kunden“, jetzt sind es bereits 1424, davon 630 (44 Prozent) Kinder.

Großer Rückhalt

„Es ist eine Menge Arbeit, aber sie ist leider notwendig“, beschreibt Martina Zahl den Einsatz für die Tafel, „aber wir haben ein tolles Team, ohne das dies alles gar nicht möglich wäre.“ Mehr als 60 ehrenamtliche Helfer sind mittlerweile dabei, mehr als 20 Sponsoren stellen Hilfsgüter zur Verfügung. Ihnen und den vielen privaten Spendern, die Geld und sogar Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten zur Verfügung stellen, ist die Vorsitzende unendlich dankbar. Und sie freut sich über „die großartige Anerkennung“, die die Tafel mittlerweile in der Wildeshauser Bevölkerung erfahre. Das alles lasse sie auch leicht darüber hinwegkommen, „dass für Hobbys („Tanzen und Fitness“) etwas wenig Zeit bleibt“, sagt Martina Zahl, die ihr Engagement auf jeden Fall fortsetzen will. Einen großen Wunsch hat sie allerdings: „Dass die Tafel eines Tages überflüssig wird.“

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