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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Heilerzieher gegen Schulgeld

02.10.2019

Wildeshausen Die Fachschule Heilerziehungspflege Wildeshausen unterstützt die Kampagne zur Schulgeldbefreiung in Niedersachsen. Es sei unverständlich, dass die Ausbildungen der Gesundheits- und Krankenpfleger, Erzieher, Logopäden, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Podologen kostenfrei seien, für angehende Heilerziehungspfleger aber nicht. Der Betrag variiert zwischen 90 und 150 Euro im Monat. Heilerziehungspfleger sind Fachkräfte für Inklusion und Teilhabe, sie werden in allen Altersgruppen eingesetzt. Diese Berufsgruppe steht für die Gleichberechtigung aller Menschen

Die Lebenshilfe, Landesverband Niedersachsen, hat eine Petition gestartet, in der Unterschriften für die Schulgeldfreiheit für die Heilerziehungspflege gesammelt werden. Dieser Kampagne hat sich auch die Fachschule Heilerziehungspflege in Wildeshausen angeschlossen. Eine kostenlose Ausbildung, trage zur Gerechtigkeit bei und habe einen gesellschaftlichen Mehrwert.

„Wir brauchen die Umsetzung der Schulgeldfreiheit für die Heilerziehungspflege schnell und unkompliziert“, sagt der Geschäftsführer des Lebenshilfe Landesverbandes Niedersachsen, Holger Stolz. „Wir können nicht länger warten – der Fachkräftemangel ist auch in den Einrichtungen der Lebenshilfe jeden Tag spürbar“, unterstreicht er und führt weiter aus: „Mit unserer Aktion wenden wir uns direkt an den Ministerpräsidenten und erinnern ihn an das Versprechen im Koalitionsvertrag, Schulgeldfreiheit umfassend umzusetzen.“

Nicht nachvollziehbar

Aus Sicht des Schulleiters der Fachschule Heilerziehungspflege Wildeshausen, Ingo Tietmann, ist es nicht nachvollziehbar, dass die Heilerziehungspflege bei der Schulgeldbefreiung nicht berücksichtigt wurde und wird. Dieses ist weder für den Beruf des Heilerziehungspflegers noch für die Menschen mit Beeinträchtigung angemessen.

Matthias Ambacher, Lehrkraft an der Fachschule Heilerziehungspflege Wildeshausen, ist der Meinung, dass schon die Einführung vor einigen Jahren dazu geführt hat, dass viele junge Menschen nicht mehr den Weg in die Ausbildung zum Heilerziehungspfleger gefunden haben. Gerade in Zeiten, wo die Inklusion in aller Munde sei, erscheine es zweifelhaft, warum ausgerechnet die Heilerziehungspflege von der Schulgeldbefreiung ausgeschlossen bleiben solle. So würden die Fachkräfte für Teilhabe und Inklusion sowie Menschen mit Beeinträchtigung gleichermaßen benachteiligt.

Auch für Schülerin Jessica Iken aus dem ersten Ausbildungsjahr ist es nicht nachvollziehbar, wieso genau alle anderen sozialen Ausbildungsberufe ohne Schulgeldkosten einhergehen und der Beruf der Heilerziehungspflege, welcher Inklusion unter anderem als einen Schwerpunkt beinhaltet, einfach ignoriert wird.

Neele Wollmann, Schülerin der VZ 14 (Abschlussklasse), meint: „Der Beruf des Heilerziehungspflegers ist existenziell wichtig für unsere Gesellschaft, damit jeder Mensch die Chance bekommt, als ein vollwertiges Mitglied dieser Gesellschaft akzeptiert zu werden. So sollte auch jeder die Chance bekommen, diese Ausbildung machen zu können, und nicht durch ein Schuldgeld behindert werden.“

Inklusion voranbringen

Lena Bruns, ebenfalls aus der VZ 14, ergänzt, „als HEP leistet man einen wesentlichen Beitrag, Inklusion in der Gesellschaft voranzubringen. Schuldgeld hindert zukünftige HEPs daran, sich ebenfalls zu engagieren.“

Und Nils Gräber (3. Ausbildungsjahr) meint, „die Exkludierung eines Berufes von der Schuldgeldbefreiung steht im Gegensatz zu dem inklusiven Gedanken, den wir verfolgen“. Till Körber, Schüler des zweiten Ausbildungsjahrganges, sagt: „Gute Bildung muss für alle zugänglich sein.“

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