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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Wenn Informatik zum Pflichtfach wird

13.09.2019

Wildeshausen Informatik soll ab dem Jahr 2023 Pflichtfach an den Schulen der Sekundarstufe I (Klassen fünf bis zehn) in Niedersachsen werden. Das hat Kultusminister Grant Hendrik Tonne angekündigt. Was halten die weiterführenden Schulen in Wildeshausen von diesen Plänen? Wie ist der derzeitige Stand der Technik in den Schulen? Unsere Zeitung hat nachgefragt.

Hauptschule

Dorit Hielscher, Rektorin der Hauptschule, würde Informatik als Pflichtfach begrüßen; denn die Digitalisierung schreite immer weiter voran. Ihre Schule verfüge über keine ausgebildeten Informatik-Lehrer – gleichwohl gebe es Informatik-Unterricht. „Im fünften Schuljahr bieten wir für ein halbes Jahr Informatik als Wahlpflichtfach an. Dort machen die Kinder ihren Computerführerschein“, berichtet Hielscher. Es gehe um den Umgang mit Computern und das Anwenden von Programmen. Computerkurse gebe es in jedem Jahrgang. „Die Hauptschule verfügt über einen Computerraum und einen Laptopwagen, der je nach Bedarf in einzelne Klassen geschoben wird“, so Hielscher. Durch die Wahlpflichtkurse kämen mehr als die Hälfte der 300 Schülerinnen und Schüler der Hauptschule mit Grundlagen der Informatik in Berührung.

Realschule

Jan Pössel, Rektor der Realschule, sieht gerade dringendere Probleme, als sich über die Einführung von Informatik als Pflichtfach Gedanken zu machen. Damit meint er die Umsetzung der Inklusion und die Integration von Migranten an der Schule.

Grundsätzlich hält er es für keine schlechte Idee, wenn Informatik Pflichtfach würde. Zum einen werde die Digitalisierung unserer Gesellschaft immer dominanter, zum anderen sehe er die Konkurrenz in Asien, wo viele junge Leute am Ende ihrer Schulzeit programmieren könnten.

Einige Schritte bereits eingeleitet

Eine Kommission mit Experten des Kultusministeriums sowie Fachberatern und Lehrern wurde bereits eingesetzt, um die Schüler auf den Umgang mit Informationstechnologien vorzubereiten.

Einige Maßnahmen wurden bereits umgesetzt; dazu gehören:

Moderne Curricula wurden entwickelt. Dabei wurden Erfahrungen aus dem Unterricht berücksichtigt.

Als Wahlpflichtfach im Sekundarbereich I (5. bis 10. Klasse) kann Informatik an allen Schulen angeboten werden.

Im Abitur kann Informatik als Schwerpunktfach gewählt werden. Die Zahl der abgenommenen Abiturprüfungen in diesem Fach steigt laut Kultusministerium.

An Beruflichen Gymnasien gibt es das Pflichtfach Informationsverarbeitung. Es wird dreistündig unterrichtet.

In Niedersachsen fehle es aber noch an Lehrern. Ein Lehramts-Studium Informatik gebe es bislang nur fürs Gymnasium. In der Regel betrage die Vorlaufzeit sieben Jahre, um eine neues Schulfach einzuführen. Zudem müsse das Ministerium sich Gedanken machen, welches Fach Informatik ersetzten solle. Die Pflichtstundenzahl könne wohl kaum weiter erhöht werden.

Pössel ist froh, zwei Kollegen zu haben, die Informatik studiert haben (in einem anderen Bundesland). Somit könnten Wahlpflichtkurse ab Klasse sechs angeboten werden. Dort lernten die Kinder die Anwendung von Office-Programmen, digitale Bildbearbeitung und erste Programmierschritte. Im Profil Technik ab Klasse neun, das der Berufsvorbereitung diene, sei Programmieren fester Bestandteil des Unterrichts. Zudem gebe es an der Realschule die jahrgangsübergreifende Roboter-AG.

Pössel ist überzeugt, dass die Realschule in Sachen Informatik für interessierte Schüler ein ordentliches Angebot habe. Diejenigen, die sich nicht dafür interessierten, kämen damit aber wenig in Berührung – höchstens mal bei Tabellenkalkulationen. Das wäre bei Informatik als Pflichtfach anders.

Gymnasium

„Als Mathematiker und Physiker finde ich es natürlich gut, wenn Informatik Pflichtfach würde“, meinte der stellvertretende Direktor des Gymnasiums, Karsten Sudholz. Computer bräuchten Kinder später in allen Lebenslagen. Wäre Informatik Pflichtfach, kämen alle Schülerinnen und Schüler damit in Berührung.

Jetzt biete das Gymnasium ab Klasse sechs den Computerführerschein an. In zwei Stunden pro Woche werde der Umgang mit dem PC und die Anwendung von Office-Programmen gelernt.

Während der Projekttage im Jahrgang 7 programmieren die Kinder mit Taschenrechnern, so Sudholz. Programmieren lernen könnten die Gymnasiasten auch in der jahrgangsübergreifenden Informatik-AG. Ansonsten werde Informatik in den normalen Unterricht eingebaut. So würden beispielsweise in Klasse neun für das Ausrechnen von Messwerten Tabellen und Diagramme programmiert.

„Wir haben drei Lehrer am Gymnasium, die sich um den Informatik-Unterricht kümmern“, berichtet der stellvertretende Schulleiter. Vor einem halben Jahr sei der erste Lehrer eingestellt worden, der auch das Fach Informatik studiert habe. Vorher hätten sich die Kollegen über verschiedene Kanäle fortgebildet. Das Gymnasium verfüge über zwei vollständig ausgestattete PC-Räume. Zudem gebe es fast in jedem Klassenzimmer einen Computer.

Im Jahrgang elf, also der Sekundarstufe II, können Schüler seit dem vergangenen Schuljahr die zweite Pflichtfremdsprache abwählen und dafür Informatik und Physik als Grundkurs wählen, berichtet Sudholz. Informatik könne aber auch zusätzlich belegt werden. Angeboten werde zudem eine Kooperation mit dem Software-Unternehmen Hoffrogge in Spasche, wo die Schüler zum Beispiel lernten, Computerspiele für eine App zu programmieren.

BBS

Und wie sieht es in Wildeshausen mit Informatik an den Berufsbildenden Schulen (BBS) aus, die wie die Oberstufe der Gymnasien zur Sekundarstufe II gehören?

„Informatik ist in vielen Bereichen der BBS schon Realität und in Lehrplänen aufgenommen“, sagt Direktor Jens Haar. Als Beispiel nennt er die Technikerklassen und ihre CAD-Programme und die PC-Anwendungen in den kaufmännischen Berufen. Am Beruflichen Gymnasium und in den Fachoberschulen sei Informatik beziehungsweise Informationsverarbeitung Pflichtfach. Programmieren gehöre dabei zu den Grundlagen. In dem Zusammenhang würden auch Seminare mit dem Software-Unternehmen Hoffrogge angeboten.

Auch seine Schule sei aufgefordert, ein Medienkonzept mit Grundlagen wie Office-Anwendungen, Skype, Messenger-Programmen, Webseitenbau und Cloudtechnik zu erarbeiten, damit alle Schüler der BBS eine Grundkompetenz in Informatik erwerben – und das möglichst nah an der Lebenswelt.

Christoph Koopmeiners Wildeshausen/Dötlingen / Redaktion Wildeshausen
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