• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Markt
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Events
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Kreistag entscheidet frühestens im März

07.02.2018

Wildeshausen Die Mehrheit war knapp – aber eindeutig: Mit 18 Ja-Stimmen, bei 14 Gegenstimmen, hat sich der Wildeshauser Stadtrat am Montagabend dafür ausgesprochen, mit dem Landkreis über die Rückübertragung der Hunteschule zu sprechen. Ziel ist es, die Raumnot an den städtischen Grundschulen zu mildern. So sollen die rund 200 Schülerinnen und Schüler der St.-Peter-Schule in die Liegenschaft Hunteschule ziehen. Die Förderschüler der Hunteschule, aktuell 54, könnten an der St.-Peter-Straße unterrichtet werden. Vor allem an der Grundschule St. Peter, eine Schule katholischen Bekenntnisses, regt sich Widerstand.

Die NWZ geht hier auf Fragen ein, die während der Ratssitzung gestellt wurden.

Gibt es ein Schadstoffkataster für die Hunteschule?

Nein, sagt Maik Ehlers, Schulamtsleiter im Kreishaus. Der Landkreis führe erst Untersuchungen durch, wenn Sanierungen anstehen. Bei der Sanierung von Dach und Sporthalle der Hunteschule seien zuletzt keine Schadstoffe festgestellt worden. Nach Angaben des Wildeshauser CDU-Ratsherrn Jens-Peter Hennken wurde die Hunteschule 1954 erbaut. Viele Gebäude aus den 1950er-Jahren seien mit künstlich hergestellten Kohlenwasserstoffen belastet, die früher häufig als Flammschutz eingebaut wurden, aber in Deutschland seit 1998 verboten sind. Hennken hatte ein Schadstoffkataster vor der möglichen Übernahme beantragt, aber im Rat keine Mehrheit gefunden. Ehlers sagt, der Kreis habe nichts gegen eine Untersuchung.

Wie ist die Verkehrsbelastung an der Heemstraße?

Im jüngsten Verkehrsentwicklungsplan von 2016 wurde festgestellt, dass täglich mehr als 5000 Fahrzeuge die Heemstraße nutzen. Für 2030 werden über 7000 prognostiziert. Bürgermeister Jens Kuraschinski sagte zu, dass sich die Stadt detailliert mit der neuen Situation auseinandersetzen werde. Mit Blick auf die „Elterntaxis“ sagte Schulamtsleiter Ehlers: „Je großzügiger die Verkehrssituation ist, desto mehr Eltern kommen mit dem Auto.“ Parkmöglichkeiten gebe es aber am Bahnhof. Einen Mindestabstand von Schulgebäuden zur Straße, wie in der Ratssitzung behauptet, gibt es nach Angaben des Amtsleiters nicht.

Wann wäre ein Umzug der beiden Schulen möglich ?

Das hängt von den Entscheidungen des Kreistages ab, so Schulamtsleiter Ehlers. Er hält einen Umzug frühestens im Sommer 2019 für möglich. Dieser müsste mit der Landesschulbehörde abgesprochen werden.

Wer bekommt das Gebäude der St.-Peter-Schule?

Nach aktueller Beschlusslage bleibt die Stadt Eigentümerin; der Landkreis würde quasi Mieter. Über die Konditionen solcher Modelle gibt es seit langem eine Schulträgervereinbarung zwischen Kreis und Mitgliedsgemeinden. Die Miethöhe ist abhängig von der Zahl der benötigten Klassen- und Fachunterrichtsräume, erklärt Ehlers. Derzeit zahle der Kreis jährlich 1300 Euro pro Schüler. Bei aktuell 54 Hunteschülern wären das 70 200 Euro. Über Sanierungen müsste separat gesprochen werden.

Verbessert sich die Situation der Holbeinschule?

Ja, sagen die Antragsteller von SPD und Grüne/Piraten. Die Förderschule benötige in der Liegenschaft St. Peter fünf Klassenräume. Eine dreizügige Holbeinschule braucht zwölf Räume. Vorhanden seien derzeit insgesamt 19. Eine andere Rechnung macht Ratsherr Stefan Brors (CDU) auf: Nicht einberechnet seien die sechs Gruppenräume nach dem „Bremer Modell“. Also benötige die Holbeinschule insgesamt 18 Räume. Das Problem der Raumnot sei mitnichten gelöst, so Brors. Ferner seien im städtischen Haushalt noch gar keine Mittel für den Umbau der Hunteschule eingeplant. Geschätzt werden 1,2 Millionen Euro; hinzu kommt der Erwerb der Immobilie mit 500 000 Euro.

Und wie geht es zwischen Stadt und Kreis weiter?

„Wir haben unser Übernahmebegehren geäußert“, sagt Bürgermeister Kuraschinski, „jetzt muss sich der Kreis positionieren.“ Voraussichtlich noch im Februar ist eine weitere Sitzung des Kreis-Schulausschusses geplant. Dann könnte der Kreistag am Dienstag, 13. März (17 Uhr, Kreishaus), über die Rückgabe der Liegenschaft entscheiden. Danach verhandeln die beiden Verwaltungen über die Modalitäten.

Stefan Idel
Redaktionsleitung
Redaktion Wildeshausen
Tel:
04431 9988 2701

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.