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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

„Versuche alles zu tun, damit es der Schule gut geht“

10.02.2018

Wildeshausen Es ist ein schwieriges Fahrwasser, in das Elena Lietzmann gleich zum Start als neue Leiterin der Wildeshauser St.-Peter-Schule gerät, aber schwieriges Fahrwasser ist die Deutschrussin gewohnt.

„Ich bringe nicht nur mein Lehramtsstudium, sondern auch reichlich Lebenserfahrung und Organisationstalent mit“, verspricht die 45-Jährige anlässlich ihrer Amtseinführung. Schwierig ist die Lage deshalb, weil die St.-Peter-Schule nach dem politischen Mehrheitswillen, aber gegen ihren eigenen Willen den Standort mit der Hunteschule tauschen soll (die NWZ berichtete).

Dieses Damoklesschwert hat Lietzmann jedoch nicht davon abgehalten, sich auf den vakanten Posten zu bewerben – auch wenn das bereits vor einem Jahr war. Solange hat es gedauert, bis die Kirchschule in Papenburg sie ziehen ließ. Dort hatte Lietzmann nach ihrem Referendariat gearbeitet.

Dass die 45-Jährige einmal Lehrerin würde, war ihr fast schon in die Wiege gelegt, schließlich arbeitete ihr Vater einst auch in dem Beruf. Doch erst einmal studierte die Deutschrussin, die 1972 in Kasachstan als Elena Buchmüller geboren wurde und in Omsk aufwuchs, nach der Schule Modedesign.

Mathematik und Kunst

Eine Zäsur bedeutete 1993 der Umzug der Familie nach Deutschland. „Meine Vorfahren kamen aus Ostpreußen und Bayern“, berichtet sie von ihren Wurzeln. In Wilhelmshaven, das die Aussiedler als Wohnort zugewiesen bekamen, erlernte Lietzmann den Beruf der Krankenpflegerin. Bis 2011 arbeitete sie in diesem Beruf, studierte aber parallel in Oldenburg Grundschullehramt mit den Schwerpunktfächern Mathematik und Kunst.

Doch nicht nur das, denn da war ja auch noch Tochter Kathrin, die 1995 geboren wurde, und die Tätigkeit als Dozentin für Modedesign an der Kunstschule Klex in Oldenburg. Soviel zum Thema Lebenserfahrung und Organisationstalent.

Ihren Wohnort hat die Beamtin, die seit 2014 mit ihrem zweiten Mann Sebastian Lietzmann verheiratet ist, in Großenkneten. In ihrer Freizeit widmet sie sich der Kunst in Form von Ölmalerei, Fotografie und Modedesign. Auch ins Schwimmbad geht die einstige Synchronschwimmerin immer noch gerne.

In Wildeshausen fühlt sich Lietzmann nach eigenen Angaben sehr wohl. „Die Aufnahme bei Schülern, Lehrern und Eltern war sehr herzlich, und auch beim Pastor und Bürgermeister habe ich mich schon vorgestellt“, berichtet sie. In den nächsten Wochen und Monaten möchte sie sich erst einmal einen Überblick verschaffen, weitere Kontakte knüpfen „und alles, was gut läuft, weiterführen“.

Neuerungen werde es nur in Zusammenarbeit mit dem elfköpfigen Kollegium und nicht von oben herab geben, verspricht sie und erwähnt die enge Zusammenarbeit mit Ariane Brehms, die sie bis zum Mutterschutz im April als Konrektorin unterstützt, sowie mit Heike Stahl, die anschließend das Konrektorat kommissarisch übernimmt. Die Stelle sei allerdings nach wie vor ausgeschrieben und man hoffe auf eine dauerhafte Lösung.

Ungewöhnlich

Wichtig ist Lietzmann auch, dass sie neben der Verwaltungstätigkeit weiterhin unterrichtet und zwar in den Fächern Mathematik und – aushilfsweise – katholische Religion. „Es ist schon ungewöhnlich, dass eine russisch-orthodoxe Lehrerin Leiterin einer katholischen Grundschule wird“, konstatiert die Pädagogin.

Aber da sie ungewöhnliche Situationen noch nie gescheut hat, wird sie auch diese beherzt anpacken – getreu ihrem Motto „alles zu tun, damit es der Schule gut geht“. Und noch etwas betont die neue Schulleiterin: „Ich spreche zwar mit Akzent, denke aber ohne.“

Uta-Maria Kramer
Wildeshausen
Redaktion Wildeshausen
Tel:
04431 9988 2703

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St.-Peter-Schule | Kunstschule Klex

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