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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

„Zerstörung einer konfessionsgebundenen Schule“

29.09.2018

Wildeshausen Spannend wurde es gleich zu Beginn der Sitzung des Wildeshauser Rates am Donnerstag: Der unabhängige Ratsherr Karl Schulze Temming-Hanhoff beantragte, den Ratsbeschluss vom Februar bezüglich eines Tausches von Hunteschule und St.-Peter-Schule aufzuheben.

Zur Begründung verwies Schulze Temming-Hanhoff darauf, dass sich seit diesem Ratsbeschluss wesentliche Änderungen ergeben hätten. Zum einen werde die Förderschule nicht mehr aufgelöst, sondern zumindest bis 2028 fortgeführt. Zum anderen stimme der Landkreis dem beabsichtigten Schultausch nur zu, wenn die Stadt für mehr als 500 000 Euro nachbessere. Bei Einsatz dieser Mittel für einen eigenen Um- oder Erweiterungsbau erübrige sich der Schultausch, weil die größte Raumnot so schon behoben wäre. Um das Problem langfristig zu lösen, plädiert Schulze Temming-Hanhoff weiter für den Bau einer Schule in der Städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme.

Auch wenn die folgenden Redner von UWG und CDW sich auf den Standort für eine neue Schule noch nicht festlegen wollten, signalisierten sie dennoch in der Sache Zustimmung für Schulze Temming-Hanhoff. „Der Schultausch macht immer weniger Sinn und wird immer teurer“, konstatierte Rainer Kolloge (UWG) und fragte weiter: „Warum bleibt die St.-Peter-Schule nicht an ihrem Standort und wird dort ausgebaut?“ Es könne nicht sein, dass man eine Schulform dafür bestrafe, dass sie sich konfessionell ausrichte und vermeintlich Elitenförderung betreibe. Zudem gab Kolloge die problematische verkehrliche Situation für Grundschüler an der viel befahrenen Huntestraße zu bedenken.

„Sehr viel Unfrieden“

Thomas Johannes (UWG) ergänzte, dass der geplante Schultausch sehr viel Unfrieden gebracht und die Bürger gespalten habe. Außerdem, so ergänzte Wolfgang Däubler (UWG), gebe man mit dem Umzug den hervorragenden Förderschulstandort für immer auf, was eigentlich für ein Mittelzentrum nicht angehe.

Auch CDW-Ratsherr Jens-Peter Hennken wehrte sich gegen den „Versuch der Zerstörung einer konfessionsgebundenen Schule“ und kritisierte Grünen-Ratsherr Manfred Rebensburg. Der hatte in der vergangenen Schulausschusssitzung gefordert, aus der St.-Peter-Schule eine überkonfessionelle Grundschule zu machen.

Daran hielt der Grünen-Politiker auch jetzt fest und plädierte dafür, alle Schulen in Wildeshausen überkonfessionell zu betreiben. Bei dem von ihm angeregten Schultausch gehe es aber vor allem um Geld. Immerhin koste eine neue zweizügige Grundschule acht Millionen Euro, während für den Umzug gut drei Millionen Euro veranschlagt würden. Die folgenden – teils ironisch gemeinten – Zurufe, die die erforderlichen Millionen für einen Neubau immer höher schraubten, nahm Rebensburg zum Anlass zu fordern, Schulze Temming-Hanhoffs Antrag zu folgen „und gleich eine vierzügige neue Schule zu bauen“.

„Trick 17“

So weit kam es jedoch nicht, denn Bürgermeister Jens Kuraschinski beantragte kurzerhand, die Antrag von Schulze Temming-Hanhoff so lange zurückzustellen, bis der Landkreis abschließend über den umstrittenen Schultausch entschieden habe. Mit diesem, wie Kolloge es titulierte, „Trick 17“ hatte er Erfolg:

Mit den 16 Stimmen von SPD, CDU, Grünen und Linken sowie Kuraschinski selbst wurde der – im Falle einer positiven Entscheidung des Landkreises gar nicht mehr nötige – Antrag denkbar knapp vertagt. Die 14 Gegenstimmen kamen von UWG, CDW, FPD und Schulze Temming-Hanhoff. Frank Stöver (CDW) enthielt sich.

Uta-Maria Kramer
Wildeshausen
Redaktion Wildeshausen
Tel:
04431 9988 2703

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