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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Lebenswelt der Kinder in die Schule geholt

08.11.2019

Wildeshausen Die Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler ist digital. Und deshalb hat sich die Waldschule in Sandkrug vor zehn Jahren auf den Weg gemacht, die Lebenswelt der Kinder in die Schule zu holen. So formulierte es Rektorin Silke Müller im Kreisschulausschuss in Wildeshausen, als sie Einblicke in die Entwicklung der Oberschule zur Tabletschule gab. Hintergrund: der beschlossene Digitalpakt des Bundes, aus dem der Landkreis in den nächsten vier Jahren rund drei Millionen Euro für die Schulen in seiner Trägerschaft erhält.

Müller bezeichnete den Umgang mit neuen Medien als weitere Kulturtechnik wie Lesen, Schreiben und Rechnen. „Wir kochen auch nur mit Wasser. Wir machen es aber digital.“ Allerdings: Wenn die Schule nicht funktioniere, helfe auch die Digitalisierung nicht. Müller betonte, dass digitales Lernen zu keiner Leistungssteigerung bei den Schülern führe, es motiviere sie aber. Und: „Es ist besser, wir holen die digitale Welt in die Schulen, statt die Kinder zu Hause damit alleine zu lassen.“

2014 habe die Oberschule elternfinanzierte Tablets eingeführt. Wer sich kein eigenes Gerät leisten könne, könne sich ein Gerät in der Schule leihen. Leider gebe es keine Hilfe aus dem Paket „Bildung und Teilhabe“, bedauerte Müller. Sie plädiert dafür, dass die Kinder eigene Geräte haben, damit sie dafür Verantwortung übernehmen.

Die Schulen mit Computer auszustatten und IT-Fachleute einzustellen, damit die Netzwerke funktionieren, reicht nach Ansicht der Rektorin aber nicht aus. „Das sind keine Pädagogen.“ Es sei wichtig, dass Lehrer die digitalen Geräte auch einsetzen könnten. Leider sei die Lehrerausbildung noch immer analog. An der Waldschule gebe es regelmäßige Fortbildungen.

Die Digitalisierung der Oberschule ist auch überregional auf Interesse gestoßen. Nach Angaben von Müller haben sich in den vergangenen zwei bis drei Jahren 52 Schulen über das Medienbildungskonzept informiert.

Bei der Entwicklung der Digitalisierung müsse stets zielgerichtet der Frage nachgegangen: Was brauchen die Kinder? Müllers Credo: Aufbau von IT-Kompetenz, Verständnis für künstliche Intelligenz und die Vermittlung einer digitalen Ethik. „Die Kinder müssen erkennen, dass künstliche Intelligenz – von Menschen gemacht – unser Leben beeinflusst.

Die Schattenseiten der Digitalisierung sparte Silke Müller nicht aus. „Snapchat, Whatsapp und Instagram brechen uns gerade das Genick.“ Es sei längst fünf nach zwölf: „Die Verrohung ist weiter fortgeschritten als wir denken, die Welt so entfremdend und anonym geworden, dass mir angst und bange wird.“ Nachdem pornografische und gewalttätige Bilder auf Handys von Schülern aufgetaucht seien, habe die Waldschule mehrere Jungen zeitweilig suspendiert. Die Schulleiterin sprach sich dafür aus, das Fach Werte und Normen stärken in den Unterricht einzubinden. „Am Ende des Tages müssen wir den Kindern beibringen, Mensch zu sein.“

Christoph Koopmeiners Wildeshausen/Dötlingen / Redaktion Wildeshausen
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