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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Ferienjobs In Wildeshausen: Strippen ziehen für die eigene Zukunft

13.07.2018

Wildeshausen Mit einer Zange in der Hand steht Fenja Ramke am Schaltschrank in der Werkstatt bei Hermes Systeme in Wildeshausen. Die 17-Jährige bereitet Kabel vor, um sie später im Schrank anzuschließen. Sie absolviert in dem Unternehmen für Automatisierungstechnik ein Praktikum, was in ihrem Fall aber wie ein Ferienjob aufgebaut ist.

Aber was ist eigentlich ein Ferienjob, und wie unterscheidet der sich vom Praktikum oder dem Studentenjob? Vier Jobber in Wildeshausen geben einen Einblick in ihre verschiedenen Tätigkeiten.

„Das Praktikum ist kein Ferienjob“, heißt es in einem Informationsblatt der Kreishandwerkerschaft Delmenhorst/Oldenburg-Land. Ein Praktikum diene nicht „der Einbringung von Arbeitsleistung“ sondern solle „einen Einblick in die Berufswelt und in Ausbildungsinhalte“ ermöglichen, heißt es dort. Ferienjobber seien dagegen Schüler, die in den Ferien einfache Arbeiten verrichten.

Fenja erzählt, warum sie hier ist: „um das Theoretische der Schule mal beiseite zu lassen und praktisch zu arbeiten.“ Zwei Wochen läuft ihr Praktikum in der Werkstatt. Danach kommt die Wildeshauserin in die zwölfte Klasse. Für die Zeit nach dem Schulabschluss stehen die Pläne auch schon: ein duales Studium im Bereich Technik soll es sein.

Was ist mein Job?

Das sagt die Bundesagentur für Arbeit: Jobben ist grundsätzlich erst ab 14 Jahren möglich. 14-Jährige dürfen nicht länger als zwei Stunden pro Tag arbeiten, unter der Voraussetzung, dass die Eltern einwilligen. 15- bis 17-Jährige dürfen an maximal 20 Ferientagen bis zu 40 Wochenstunden im Rahmen einer Fünf-Tage-Woche arbeiten. Dies ist der „klassische“ Ferienjob. Verboten sind dabei schwere körperliche Arbeiten oder mit Gefahrenstoffen sowie im Akkord zu arbeiten. Die Arbeitszeit muss zwischen 6 und 20 Uhr liegen. Sie sind zu jedem Zeitpunkt vom Arbeitgeber unfallversichert.

Ab 18 Jahren darf an bis zu 50 Tagen im Jahr gejobbt werden. Wenn es mehr werden, müssen Abgaben zur Sozialversicherung gezahlt werden. Alle Ferienjobber, die 18 Jahre oder älter sind, haben automatisch Anspruch auf Mindestlohn. Für unter 18-Jährige gilt dies nicht.

Praktikanten haben per se keinen Anspruch auf Vergütung. Wenn sie jedoch mehr leisten als lernen, können sie auf eine Vergütung bestehen. Darüber informiert die Kreishandwerkerschaft Delmenhorst/Oldenburg-Land.

Zur Überbrückung

Bei der Firma Grashorn in Wildeshausen arbeitet Erik Kayatz. Der 18-Jährige ist drei Wochen in der Produktion des Unternehmens für Kunststofftechnik tätig. Seine Aufgabe sieht momentan so aus: „Ich fräse Verkleidungsteile aus. Danach säubere ich diese mit einer Druckluftpistole.“ Schon einmal war er als Praktikant bei Grashorn. Erik befindet sich in einer Übergangszeit: Das Abitur hat er in der Tasche, das Studium hat noch nicht begonnen. Er entwirft gerne Dinge, nach dem Sommer will er in einer Techniksparte ein Studium beginnen.

Erik arbeitet im Schichtdienst. Bezahlt wird er nach dem Mindestlohn. Der 18-Jährige kommt aus Osterburg (Sachsen-Anhalt). Seine Tante arbeitet bei Grashorn und vermittelte ihm den Job. „Das sehen wir häufiger, dass die Kinder oder Verwandten von Angestellten hier jobben“, sagt der Technische Leiter Tobias Damm. Um bei Grashorn mitzuarbeiten, sollte man mindestens 18 Jahre alt sein. Ein Ferienjob ist es somit nicht. „Es sollte den Jobbern zudem bewusst sein, dass das körperliche Arbeit ist und kein Bürojob“, sagt Damm. Für diesen Sommer wären hier noch Jobs frei.

Cerin Lübben sitzt am Empfang bei Hermes Systeme in Wildeshausen. Kauffrau für Büromanagement heißt ihr Ziel. Dafür absolviert die 19-Jährige seit Mai ein Praktikum. Auch sie ist in einer Übergangszeit, das Abi hat sie bestanden, die Ausbildung hat noch nicht begonnen. „Ich hatte echt keine Lust, die ganze Zeit zu Hause herum zu sitzen“, sagt die Dötlingerin.

Und das sind momentan Cerins Aufgaben: Besucher empfangen, die Post sortieren, telefonieren und den Kollegen zuarbeiten. „Bei den ersten Telefonaten fühlt man sich wie ins kalte Wasser geschmissen“, weiß die 19-Jährige noch. Nun sitzt sie zum ersten Mal alleine am Empfang. Dass ihr die Kollegen viel Eigenverantwortung zutrauen, ist für sie das Coolste.

Studentenjob

Im selben Haus, in einem Büro, kann man Philipp Henkenberens antreffen. Der 24-Jährige hat für zwei Monate einen Ferienjob. Der Wardenburger studiert in Wilhelmshaven Kommunikations- und Informationstechnik und hat bei Hermes schon sein Praxissemester verbracht. Momentan macht er folgendes: „Ich stelle ein Grundprogramm für die Visualisierung am Computer zusammen.“ Das Beste seien für ihn die Gespräche mit Siemens gewesen. „Neulich konnte ich da mit jemandem darüber sprechen, was man noch verbessern kann, das war interessant.“

„Wir setzten schon ernsthaftes Interesse voraus“, sagt Hendrik Jüchter, Ausbildungsleiter und Ferienjobbetreuer bei Hermes Systeme. Interesse an einem Beruf in dieser Branche ist Voraussetzung für einen Job. Oft sähe er hier junge Menschen, die wie Cerin eine Zeit überbrücken müssen oder wie Philipp nach dem Praxissemester zeitweise zurückkehren. „Klassische“ Ferienjobber, die ohne Ambitionen ein paar Wochen Geld verdienen wollen, kämen seltener vor. Bezahlt würden alle über dem Mindestlohn. Für diesen Sommer gebe es aber keine Ferienjob-Stellen mehr.

Während ihre Mitschüler und Freunde vielleicht in der Urlaubssonne dösen, sammeln diese vier Arbeitserfahrungen. Als Investition für die berufliche Zukunft sehen sie ihre Tätigkeiten. Geldnot treibe sie nicht in die Jobs. Eine kurze Verschnaufpause, bevor es dann mit Schule, Studium oder Ausbildung weitergeht, ist aber allemal erlaubt.

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Freya Dalton Kanalmanagement / Redakteurin
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