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Gesundheit: Grönemeyer bringt Zuhörer auf die Beine

28.04.2018

Wildeshausen Eine mit knapp 600 Zuhörern voll besetzte Widukindhalle, ein bestens aufgelegter Referent und jede Menge Sportübungen: Der Vortrag von Professor Dr. Dietrich Grönemeyer zum Thema „Fit bis 100 – eine Frage der Haltung. Beispiel Rücken“ war in jeder Hinsicht ein voller Erfolg.

Eingeladen zu der Ausnahmeveranstaltung hatte Carsten Löwenkamp, Geschäftsführer des Wildeshauser Gesundheitszentrums Sanitas. Anlass war das zehnjährige Bestehen von Sanitas. Bei der Begrüßung nutzte Löwenkamp die Gelegenheit, seinen neuen Geschäftspartner „und Nachfolger irgendwann“ Steven Jungeilges, vorzustellen.

Alle haben „Rücken“

Achtzig Prozent aller Deutschen haben oder hatten schon mal „Rücken“. Somit war Grönemeyer die Aufmerksamkeit seines bunt gemischten Publikums aus der gesamten Region gewiss. Und die nutzte der bekannte Arzt, Wissenschaftler und Bestseller-Autor, um kurzweilig, ohne Manuskript und aufgelockert durch Einblendungen aus seiner ZDF-Sendung „Leben ist mehr“ über den Zusammenhang von äußerer und innerer Haltung, die Liebe zu sich selbst und anderen sowie den Respekt vor Gott und der Schöpfung zu referieren. „Wir alle sind nicht Körper und Geist, sondern Körpergeist“, betonte Grönemeyer die Ganzheitlichkeit des Menschen.

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Und schon ging es an die erste Auflockerungsübung: „Setzen Sie sich vorne auf den Stuhl und lassen die Schultern fallen. Wenn jetzt die Mundwinkel nach unten gehen, sofort Brust raus und die Kraft der Existenz spüren“, forderte der prominente Redner auf – und alle machten mit.

In Bewegung bleiben

„Sitzen ist das neue Rauchen“, warnte Grönemeyer, der es traurig findet, dass sich die heutigen Kinder und Jugendlichen durchschnittlich nur eine Viertelstunde am Tag so bewegen, dass sie aus der Puste kommen.

Getreu dem Motto „Wenn der Körper sich bewegt, bewegt sich auch der Geist“ ging es an die nächste Übung: Arme ausstrecken und die Finger bewegen. „Das regt die Durchblutung im Hirn an“, so der Referent, der sich sichtlich über das aktive Publikum freute. Das kam auch gerne seiner Aufforderung nach, beherzt auf der Stelle zu trampeln, um in Zukunft eventuellen Bürofrust abzubauen.

Auch Pezzibälle am Arbeitsplatz hält Grönemeyer für sinnvoll, um die angestrengte Sitzhaltung durch Beckenkreisen aufzulockern. Und noch eine Übung hatte er in petto: „Nehmen Sie in jede Hand eine volle Wasserflasche. Setzen Sie sich aufrecht hin. Drehen Sie nun den ganzen Oberkörper langsam nach links und dann nach rechts.“ Im besten Falle kommuniziere man so auch noch gleich mit dem Sitznachbarn und trinke die Flaschen bis zum Feierabend leer.

Wer dann noch abends auf einem Bein stehend – und eventuell mit geschlossenen Augen – die Zähne putze, sei auf der sicheren Seite und in seiner inneren Mitte.

Immer wieder mahnte Grönemeyer in seinem 90-minütigen Vortrag die Eigenverantwortlichkeit des Einzelnen an: „Jeder von uns ist ein kleiner Schamane und weiß, was und wer ihm gut tut.“ Das körperliche Wohlergehen basiere zu 60 Prozent auf dem eigenen Handeln, zu 30 Prozent auf den Genen und nur zu zehn Prozent auf der Medizin.Telefon

Verspannungen

Die meisten Schmerzen kämen nicht von den Bandscheiben, sondern von Muskelverspannungen. Und selbst Bandscheiben, die hervorgetreten seien, könnten sich wie eine Amöbe wieder zurückziehen. Hier spiele auch die Entspannung der Faszien eine wichtige Rolle.

Und wenn der Gang zum Arzt wirklich nicht mehr vermeidbar sei, sei das ausführliche Gespräch ganz wichtig: „Jeder braucht den Arzt und Therapeuten seines Vertrauens, der möglichst viel über ihn weiß.“ Das passe natürlich wenig zur modernen Schulmedizin, die lange Gespräche nicht honoriere und lieber 20 000 Euro in eine Stabilisierungs-OP stecke.

„Da werden so viele Fehler gemacht“, beklagte der Mediziner, der sich auch eine stärkere interdisziplinäre Zusammenarbeit wünscht. Gerade die werde am Grönemeyer Institut für Mikrotherapie groß geschrieben. Hier setze man zudem bewusst auf Computer- und Kernspintomographie, um körperliche Veränderungen nicht nur sichtbar zu machen, sondern auch direkt zu operieren.

Auf Inhalte achten

Und auch auf die Ernährung kam der Gesundheitsexperte noch zu sprechen: „Wir sollten nicht auf Kalorien, sondern Inhaltsstoffe gucken und auch in dieser Hinsicht achtsam sein.“

„Passen Sie auf sich auf, tanzen Sie, greifen Sie auf bewährte Mittel wie Massage zurück und vor allem: bleiben Sie in Bewegung“, schloss der Mediziner seinen Vortrag, der mit reichlich Applaus belohnt wurde. Und wer die vielen Tipps für einen gesunden Körper und Rücken auch noch schwarz auf weiß haben wollte, konnte im Anschluss eines der zahlreichen Grönemeyer-Bücher erwerben und von dem prominenten Gast signieren lassen.

Uta-Maria Kramer Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
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