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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Heftiges Ringen um Schulen in Wildeshausen

05.02.2018

Wildeshausen Darf die Diskussion über Schulen emotional geführt werden? Ja, sagt Stefanie Harms, selbst Mutter. „Kinder müssen gern zur Schule gehen. Schule ist immer mit Emotionen verbunden.“ Und so wurde sie leidenschaftlich geführt, die Debatte am Samstagmorgen im Schneegestöber vor dem Wildeshauser Rathaus. Vertreterinnen und Vertreter der SPD stellten sich den Fragen besorgter Eltern. Im Fokus stand die Frage, wie denn ein angedachter Tausch zwischen der Grundschule St. Peter und der Hunteschule (Förderschule Lernen) funktionieren soll.

„Warten Sie Montag ab!“

Unmittelbar vor der Debatte am SPD-Stand hatten die Ratsmitglieder in einer nicht-öffentlichen Sitzung von der Verwaltung Kostenschätzungen zum Umbau der Hunteschule und zu einem Grundschul-Neubau erhalten. Sprechen wollten sie darüber aber nicht. „Warten Sie die Sitzung am Montag ab“, reagierte die SPD-Fraktionschefin Evelyn Goosmann auf die Fragen der Bürger. Sie machte deutlich, dass ein Tausch der Liegenschaften der „einzig finanzierbare Kompromiss“ sei. Nach NWZ-Informationen gehen Experten von bis zu 2,5 Millionen Euro für die Hunteschule (Erwerb und Umbau) aus. Ein zweizügiger Schulneubau würde dagegen 9 Mio. Euro kosten. Mit Fördermitteln sei nicht zu rechnen, hieß es.

kommentar

Abstimmung

wegweisend

Stefan Idel

Keine Frage: Es verdient Respekt, dass sich die Vertreter der SPD den Fragen besorgter Eltern stellten. Viele Antworten blieben allerdings aus – unter Verweis auf die Entscheidung im Wildeshauser Rathaus an diesem Montag. Dort soll ein Beschluss gefasst werden, der in mehrfacher Hinsicht wegweisend sein könnte: Endlich stellt der Rat die Weichen, um die drängende Raumnot an den Grundschulen zu beheben. Darauf warten Eltern, Lehrer und vor allem die Schüler schon lange. Zum anderen erhält der Kreis einen Wink, ob er mit der Stadt über eine Rückgabe der Hunteschule verhandeln kann.

Der Ratsbeschluss wäre zudem ein Hinweis darauf, ob die Politik bereit ist, Verantwortung für die Entwicklung der ganzen Stadt zu übernehmen. Wenn sich Wildeshausen ein weiteres Gewerbegebiet und einen Schulneubau zeitgleich nicht leisten kann, gehören die Fakten auf den Tisch. Zum Schutz einzelner Ratsmitglieder ist es richtig, dass geheim abgestimmt wird.

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„Unsere Argumente werden nicht ernst genommen“, betonte Annegret Arkenberg, die sich für den Verbleib der St.-Peter-Schule am jetzigen Standort einsetzt. Der Schulhof der Hunteschule sei für die mehr als 200 Kinder der St.-Peter-Schule zu klein; die räumliche Situation entspreche nicht aktuellen pädagogischen Anforderungen. Im Gespräch mit den SPD-Vertretern wiesen viele Eltern auf die gefährliche Verkehrssituation an der Heemstraße hin. Bereits das Verkehrsgutachten habe festgestellt, dass dies die am meisten belastete Straße sei, so Christin Rollié. Ein Vater glaubt, es würden Rettungswege fehlen. Goosmann sagte zu, dass beim Verkehrskonzept nachgesteuert werde. „Sie würden doch auch kein Haus in ein Autobahndreieck bauen und dann erst über die Anbindung nachdenken“, widersprach Arkenberg.

Ingrid Lutze, bis zum Sommer 2017 Konrektorin der St.-Peter-Schule, kritisierte, dass die Politik die Ideen der Schule nicht aufgegriffen habe. Seit langem liege der Plan eines Anbaus für die Liegenschaft St. Peter/Holbeinschule in der Schublade. In den Jahrzehnten ihrer beruflichen Tätigkeit habe die Schule „nie Forderungen gestellt“, sagte Lutze. Neue Klassen wurden sogar vorübergehend im Musikraum untergebracht. Aber nun erwarte die Politik, dass die Schule eine Entscheidung mittrage, die „aus pädagogischen Gründen“ inakzeptabel sei. Lehrer und Schüler müssten im Schulalltag die Fehlentscheidung der Politik ausbaden. „Das ist nicht fair!“

„Das wird Stress geben“

Stefanie Harms sagte, Förderschüler benötigten einen geschützten Raum. Es sei schwer vorstellbar, dass sich die Fünft- bis Neuntklässler künftig den Schulhof mit den Grundschülern der Holbeinschule teilen würden. „Das wird Stress geben“, ahnt die Mutter. Goosmann wiederum verwies darauf, dass die Nähe der Hunteschule zu den Berufsbildenden Schulen an der St.-Peter-Straße durchaus Sinn mache. Unterm Strich freuten sich die SPD-Vertreter über die Beteiligung. Matthias Kluck: „Wir wollen Politik für den Bürger machen.“
  In der Sitzung des Schulausschusses an diesem Montag (15.30 Uhr, Ratssaal) sollen die neue Zahlen für Schulbau und -neubau vorgestellt werden. Ab 17 Uhr will der Rat entscheiden, ob mit dem Kreis Gespräche über den Tausch der Liegenschaften Hunteschule/St.-Peter-Schule aufgenommen werden.

Stefan Idel
Redaktionsleitung
Redaktion Wildeshausen
Tel:
04431 9988 2701

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