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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Bürger stehen im Rathaus auf der Matte

06.02.2018

Wildeshausen Für die Wildeshauser Ratsmitglieder gab es am Montag vor der Sondersitzung im Rathaus kaum ein Durchkommen: Rund 150 Eltern und Schüler der St.-Peter-Schule haben sich kurz vor Beginn im Eingang aufgestellt, um stumm zu protestieren. Die Botschaft: Sie wollen nicht in die Hunte-Förderschule an die Heemstraße ziehen.

Auch die Zuschauerplätze während der zwei Stunden dauernden öffentlichen Schulausschusssitzung waren voll besetzt. Darunter waren diverse Kreistagsmitglieder. Der Kreisschulausschuss beschäftigt sich an diesem Dienstag mit dem Thema.

Am Ende gab es im städtischen Schulausschuss ein Patt bei der Beschlussempfehlung für den anschließend tagenden Stadtrat. Sechs Ausschussmitglieder votierten für den Antrag der Grünen, sechs dagegen. Damit war der Antrag abgelehnt.

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 Antrag der Grünen

Zur Beseitigung der Raumnot an den Wildeshauser Grundschulen sollte der Stadtrat beschließen und damit dem Landkreis vorschlagen, so die Grünen, dass die St.-Peter-Grundschule und die Hunteschule (Förderschule) die Gebäude tauschen. Antragsteller Manfred Rebensburg (Grüne) begründete das in erster Linie mit den Kosten.

Räumlich spricht nach Aussagen von Hans Ufferfilge (Stadtverwaltung) und Karl-Heinz Book (Schuldezernent) nichts gegen einen Schulgebäudetausch. An der Heemstraße sei ausreichend Platz für die zweizügige St.-Peter-Schule. Die kleine Sporthalle sei ebenfalls ausreichend. Der Schuldezernent sieht auch keine Probleme, dass Sek-I-Schüler der Hunteschule und Grundschüler der Holbeinschule künftig in einem Gebäude und auf einem Pausenhof aufeinandertreffen.

 Die Kostenschätzung

Die Kostenschätzung, die Ingenieur Andreas Hauth entsprechend des Ratsbeschlusses vom vergangenen Juni vorstellte, spricht eine deutliche Sprache. Für einen zweizügigen, ganztagstauglichen Schulneubau mit einer Einfeldsporthalle und Hort müsste die Stadt 9,2 Millionen Euro berappen.

Der Um- und Ausbau sowie die Modernisierung der Hunteschule, so dass die Grundschule Sankt Peter dort einziehen könnte, wird mit 1,2 Millionen Euro veranschlagt. Hinzu kämen noch die 500 000 Euro, die die Stadt für den Rückkauf der Hunteschule an den Landkreis zahlen müsste. Somit müsste die Stadt insgesamt 1,7 Millionen Euro aufwenden.

Die Differenz zwischen beiden Varianten beträgt 7,5 Millionen Euro. Für die Grünen um Manfred Rebensburg war die Entscheidung aufgrund dieser Zahlen klar. Doch nicht alle sahen das so.

Vorgestellt wurde auch ein vierzügiger Schulbau mit einer Zweifeld-Sporthalle. Die Kosten wurden auf 15 Millionen Euro beziffert.

 CDU sieht keine Eile

Im Schulausschuss bezog von den Ratsmitgliedern neben Rebensburg für die Grünen nur noch Günter Lübke für die CDU Stellung. Er zitierte zunächst Hans Ufferfilge, der im vergangenen Sommer gesagt habe, dass es an den drei Grundschulen ausreichend Räume gebe, um neun Klassen pro Jahrgang unterzubringen, wenn die Schuleinzugsgrenzen geändert würden. Die Grenzen wurden inzwischen geändert, so Lübke, der für seine Ausführungen Applaus von den Zuhörern erntete. Er sah daher keine Dringlichkeit für den Antrag der Grünen. Er schlug vor, erst einmal die Entscheidung des Kreistages am 13. März abzuwarten. Wenn der Landkreis nämlich die vom Land eröffnete Option zieht, weitere vier Jahre Förderschüler in Klasse fünf einzuschulen, sähe die Situation schon anders aus. Dann würden die letzten Schüler erst 2028 die Förderschule verlassen. Grundsätzlich sprach sich Lübke dafür aus, dass Wildeshausen Förderschulstandort bleibt.

 Kinder zeigen Flagge

Ein Teil der Kinder verfolgte die gesamte Sitzung. Sie zeigten jedem die traurigen Gesichter, die sie auf ihre Handflächen gemalt hatten. Ein Kind hielt ein Schild fest: „Wir sind noch klein. Wir sagen nein!“ „Es ist alles gesagt“, begründete Elternvertreterin Christin Rollié diese Art des Protests. „Wir sind zu jeder Sitzung gegangen, haben Alternativen aufgezeigt, haben alles gemacht – wir wissen nicht, was wir noch tun sollen.“ Dass sie und alle weiteren Protestierenden die Pläne, die St.-Peter-Schüler in die Hunteschule umziehen zu lassen, nicht nachvollziehen können, machte sie noch einmal deutlich. Elternvertreter Matthias Daniel machte seinem Ärger ebenfalls Luft: „Man versucht hier, uns Zitronenbonbons als Pralinen zu verkaufen.“

 Was sagen die Eltern?

Der Stadtelternrat ist nach Angaben seines Vorsitzenden Ralf Menke weiterhin dafür, dass die St.-Peter-Schule am jetzigen Standort verbleibt. Die Faktenlage habe sich nicht geändert. Menke wie Lothar Schulz kritisierten, dass die Elternvertretung weder zur nicht-öffentlichen Informationsveranstaltung am Samstag noch zur Schulausschusssitzung am Montag eingeladen wurde.

Dazu erklärte Bürgermeister Jens Kuraschinski, dass Eltern-, Lehrer- und Schülervertreter sehr wohl zum offiziellen Schulausschuss eingeladen worden seien. Die Zahlen über die Kostenschätzung seien nur den Ratsmitgliedern inoffiziell und vorab am vergangenen Samstag dargelegt worden. Und: Der Bürgermeister betonte, dass er auch weiterhin an einer vertrauensvollen Zusammenarbeit mit den Eltern, Lehrern und Schülern interessiert sei.

 Und die Schüler?

„Es muss die beste Möglichkeit für Wildeshausen gefunden werden“, sagte Antonia Klein, Schülervertreterin im Schulausschuss. Um die Raumnot an den Grundschulen zu beseitigen, mache der Schultausch Sinn. Grundsätzlich benötigten die Schüler mehr Platz zum Lernen.


Ein Video gibt es unter   www.nwzonline.de/videos 
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