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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Gymnasium Wildeshausen: Mit Ralf Schirakowski geht ein „Schulleiter mit Leidenschaft“

31.01.2020

Wildeshausen Am Ende stockte ihm die Stimme: „Ich bin überwältigt“, sagte Ralf Schirakowski nach dem gut dreistündigen Programm anlässlich seiner Verabschiedung als Leiter des Gymnasiums Wildeshausen. Mit Tränen in den Augen verzichtete er auf seine ursprünglich geplante „bewegende und bewegte Rede“. Stattdessen dankte er nochmals seinem „tüchtigen Kollegium“. Es sang zum Abschied, begleitet von Walter Bialek am Klavier, den Schlager „Bella Ciao“.

Bereits am Vormittag hatte sich der 68-jährige Oberstudiendirektor von den rund 1000 Schülerinnen und Schülern verabschiedet. Auf den Fluren wurde er von Chören überrascht. Am Donnerstagmittag begann dann im Forum der Festakt zur Verabschiedung. Unter den rund 160 eingeladenen Gästen war die ganze Familie: Schirakowskis Ehefrau Conny Müller mit ihren Kindern Patrizia, Ingo, Christoph und Sebastian, die Enkelkinder sowie Schirakowskis Sohn Philipp und seine Tochter Dr. Anne Keller. Gesehen wurde auch der frühere Schulleiter Dr. Gerhart Mayer.

Der Lebenslauf

Der gebürtige Oldenburger hatte in Münster Deutsch und Geschichte sowie Pädagogik und Philosophie studiert. Sein Referendariat absolvierte er am Studienseminar in Oldenburg; anschließend war er jeweils zehn Jahre lang am Graf-Anton-Günther-Gymnasium in Oldenburg sowie am Max-Planck-Gymnasium in Delmenhorst tätig.

„Eine Ära geht zu Ende“, so der stellvertretende Schulleiter Karsten Sudholz. In den gut 21 Jahren unter Schirakowskis Leitung stieg die Schülerzahl von 600 auf 1000. Er hat 90 Kolleginnen und Kollegen eingestellt. In den zwei Jahrzehnten machten 1500 junge Leute das Abitur. Schirakowski unterschrieb rund 45 000 Zeugnisse. Zwischen Oldenburg und Wildeshausen hat er rund 300 000 Kilometer zurückgelegt. „Das ist die Strecke bis zum Mond“, rechnete Mathematiker Sudholz vor. Der Chef habe mindestens 13 000 Kaffeetassen getrunken und keinen Arbeitstag gefehlt. Da Schirakowski künftig häufiger mit dem Wohnmobil unterwegs sein will, plauderten Sudholz und Kollege Matthias Holthaus mit dem Pensionär in Camping-Kulisse über Schulleben und Müßiggang. Da wurden sogar Selfies gemacht.

Das sagt der Landrat

Der Landkreis als Schulträger habe „richtig Glück“ mit diesem Schulleiter gehabt, so Landrat Carsten Harings. Schirakowski habe das Gymnasium in vorbildlicher Weise mit Leben erfüllt und sei stets „ein ehrlicher Verfechter“ der Schülerinteressen gewesen. „Sie hinterlassen tiefe Spuren“, betonte Harings.

Das sagen die Eltern

Elternvertreterin Imke Stöver-Wulf würdigte in der originellen Dankesrede die „wertschätzende Zusammenarbeit“. „Einfach toll, was unter Ihrer Ägide verändert wurde“, so Stöver-Wulf.

Das sagen die Schüler

Die Schülervertreter Elissa-Christin Jäschke, Jannis Wibben (am Flip-Chart) und Luca Wübbenhorst sagten, Schirakowski habe „Großes bewirkt“. Mancher würde sich vielleicht bald wie Harry Potter den Oldenburger an die Schule zurückzaubern.

Das sagen die Lehrer

Immer wieder von Applaus unterbrochen wurde die Rede von Dr. Carsten Lange. Der Deutsch-Lehrer hatte die Namen aller Kolleginnen und Kolleginnen in einer kurzweiligen Geschichte über das künftige Leben des Oberstudiendirektors untergebracht. Auch ein besonderes Geschenk hatte sich das Team ausgedacht: Die Bremer Zeichnerin Diana Meier-Soriat hielt in sogenannten „Sketch­notes“ grafisch das Geschehen in der Aula fest.

Die Musik

Das Team um die Musiklehrer Tina Niemann und Walter Bialek übertraf sich selbst: Sarina Rick und Schüler zeigten, wie man sich korrekt verabschiedet. Maria Stöver und Marcel Mirsa boten à la Lady Gaga und Bradley Cooper „Shallow“, der Pop-chor sang „Afrika“ und Fiete Beuke spielte am Klavier „Claire de lune“. Höhepunkt war der Auftritt des großen Chores mit Streichern, geleitet von Walter Bialek, der das Stück „Die Zeit ist reif“ darbot.

Das Offizielle

Nicole Voigtländer-Kunze von der Landesschulbehörde zeichnete Schirakowskis berufliche Stationen nach und überreichte die Urkunde des Kultusministers, der ihn nach 40 Jahren Schuldienst offiziell in den Ruhestand versetzt. Schirakowski sei „ein Schulleiter mit Leidenschaft“ gewesen“, der viel über Sinn und Sinnhaftigkeit nachdenke.

Und sonst?

Schirakowski wurde zweimal vereidigt, verriet Voigtländer-Kunze. Weil die erste Vereidigung 1980 zu früh erfolgte, wurde sie im Mai 1981 wiederholt. Den Tag des Abschieds als Schulleiter habe der Chef gefürchtet, verriet Sudholz. Vielleicht hat der 68-Jährige deshalb zweimal verlängert. Am Ende hatte Schirakowski das Wort: Er würdigte die Arbeit des Kollegiums und Schulsekretariats: „Sie waren mir alle richtig wichtig!“ Eine Nachfolgerin oder ein Nachfolger als Schulleiter wurde noch nicht bekannt.


Ein video gibt es unter   www.nwzonline.de/videos 
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Stefan Idel Redakteur / Landespolitischer Korrespondent
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