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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Historisches Handwerk: Mauern wie im 16. Jahrhundert

22.11.2019

Wildeshausen Drei Grad Celsius am Donnerstagvormittag: Bei diesen Temperaturen hätten die Auszubildenden mit dem Kalkmörtel, mit dem sie an dem Tag gearbeitet haben, kein Haus bauen dürfen. „Man braucht sonst mindestens zehn Grad, damit dieser Mörtel erhärten kann“, erklärte Sarah Mürmann vom Monumentendienst in Ahlhorn. Ein Haus bauen sollten die Schüler der Berufsbildenden Schulen (BBS) Wildeshausen damit nicht: Im Rahmen eines Projekts (siehe Infobox) vermauerten sie Steine in einem Dachstuhl. Auf ein Haus zu klettern war dafür nicht nötig: Die Dachstühle stehen auf dem BBS-Gelände für solche Übungen zur Verfügung.

Projekt gefördert

Der Schwerpunkt des Europäischen Kulturerbejahrs 2018 lag auf dem baulichen und archäologischen Erbe. Zusammen mit dem Förderprogramm ECHY (European Cultural Heritage Year 2018) des Landes Niedersachsen ermöglichte das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege deutschlandweit Veranstaltungen.

Das Land Niedersachsen förderte zudem neun Projekte: Eines davon ist „Vergangenheit hat Zukunft – Perspektive historisches Handwerk“, initiiert von der Stiftung Kulturschatz Bauernhof/Monumentendienst, das mit 10 000 Euro gefördert wird.

An mehreren Berufsschulen war der Monumentendienst gewesen, um Kurse im historischen Handwerk zu geben. Wildeshausen war am Donnerstag die letzte Station. „Es sind Renaissance-Steine aus dem 16. Jahrhundert“, erklärte Mürmann. Sie arbeitet seit 2017 beim Monumentendienst. Er wurde 2004 als Initiative der gemeinnützigen Stiftung Kulturschatz Bauernhof gegründet und verfolgt das Ziel, Eigentümer von denkmalgeschützten und historischen Gebäuden praktisch zu unterstützen.

Die Herausforderung beim Vermauern: Die alten Steine sind unterschiedlich groß und müssen mit einem Hammer in die richtige Form geschlagen werden. Gut 60 Stück hatte der Monumentendienst aus dem eigenen Lager mitgebracht. Da helfe kein Zollstock, sondern vor allem Augenmaß, wusste Mürmann.

An einer zweiten Station lernten die Männer, wie sie mithilfe von Lehm die Holzbalken isolieren. Kay Neuling vom Monumentendienst leitete die Auszubildenden an.

Darunter waren Marlon Strauch und Leon Nixdorf. Die angehenden Maurer sind im dritten Lehrjahr. „Die Steine brechen öfter“, stellte Strauch fest. In das historische Handwerk wolle er nicht einsteigen. „Aber es ist interessant – und es schadet nicht, wenn man die Technik beherrscht.“ Dass sich die Auszubildenden erst umgewöhnen mussten, sah auch Stefan Effenberger von der Denkmalschutzbehörde des Landkreises Oldenburg so. „Hier müssen sie rustikal vorgehen – in der Ausbildung lernen sie das Gegenteil.“ Er und Peter Nieslony, Leiter des Bauordnungsamtes des Landkreises und ebenfalls zuständig für die Denkmalpflege, hoffen, durch diese Aktion Nachwuchs für das historische Handwerk zu gewinnen.

„Der Nachwuchs fehlt allgemein im Handwerk“, ergänzte Effenberger. „Wenn von 20 Auszubildenden sich nur einer für das historische Handwerk entscheidet, dann ist das schon gut.“ Er vermutet, dass unter anderem die Arbeitsbedingungen neue Kräfte abschrecken: Viele von ihnen seien nicht bereit, auf Montage zu gehen. Nicht alle Firmen seien zudem auf diese „Nische“ spezialisiert.

Bis man ausgebildeter Spezialist für das historische Handwerk sei, müsse man gut sieben Jahre einplanen, schätzte Mürmann. Die Grundlage brachten die Azubis nach Ansicht der Organisatoren schon mit: „Sie machen es sehr gut“, lobte Effenberger.

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Verena Sieling Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
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