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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Eltern der Hunteschule machen mobil

22.12.2017

Wildeshausen /Landkreis Die traditionelle Weihnachtsfeier der Hunteschule haben Elternvertreter genutzt, um ihren Unmut über die Politik zum Ausdruck zu bringen. „Waren kann man verschieben – nicht Kinder“ stand auf einem der Banner vor dem Haupteingang. „Wir brauchen Platz für unsere Kinder“, erklärte Elternvertreterin Anke Repke-Wingenbach am Donnerstag in der voll besetzten Aula. Und: „Wir wollen hier bleiben!“ Sie rief dazu auf, möglichst viele Menschen in der Stadt zu überzeugen, dass Kinder mit Förderbedarf eine schulische Heimat benötigen.

Die Hunteschule, eine Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen, ist in Trägerschaft des Landkreises. Aufgrund der dramatischen Raumnot an den Wildeshauser Schulen wird über die Rückübertragung der Liegenschaft an die Stadt Wildeshausen diskutiert. Das niedersächsische Schulgesetz sieht vor, dass die Förderschule Lernen „ausläuft“ und die Kinder inklusiv in den Regelschulen unterrichtet werden.

Die SPD/CDU-Landesregierung hat allerdings ein vierjähriges Moratorium vereinbart. „Fakt ist, dass wir spätestens im Jahr 2028 eine leere Liegenschaft haben werden“, erklärte Kreis-Schulamtsleiter Maik Ehlers auf NWZ-Anfrage. Es seien bereits Gespräche mit Stadt und Schulvertretung geführt worden. Am 6. Februar berate der Kreisschulausschuss. „Die Diskussion ist im Moment völlig offen“, betonte Ehlers. Er schloss nicht aus, dass die Kreispolitik einer Verlängerung zustimme.

Zur politischen Diskussion im Kreis wollte sich Schulleiter Thomas Trüper bei der Feier in der Hunteschule nicht äußern. Das Wohl der Kinder müsse im Fokus stehen. Trüper zufolge will Landrat Carsten Harings am 29. Januar in die Schule kommen, um mit Eltern und Lehrkräften zu diskutieren.

Repke-Wingenbach bedauerte, dass die Kinder der Förderschule offenbar keine Lobby in der Stadt besitzen. „Viele von ihnen können eine lange Leidensgeschichte erzählen.“ Ein Beispiel: Seit ihre Tochter Senta (13) die Hunteschule besuche, sei sie regelrecht aufgeblüht. „Das läuft hier super“, wies die Elternvertreterin auf das große Engagement der Pädagogen hin. Ihre Tochter habe zuvor Schulen in Oldenburg und Bassum besucht – und sei dort quasi „untergegangen". Nun könne sie sogar mit dem Fahrrad zur Schule fahren und Freundschaften pflegen, so die Wildeshauserin. Wenn Senta die Hunteschule verlassen müsste, werde ihr wohl jegliche Lust auf Schule genommen.

Die Elternvertreterin kritisierte den „wahnsinnigen Druck“ aus den Reihen der Wildeshauser Politik, die Liegenschaft zu bekommen. Dabei sei unklar, ob die Räumlichkeiten für die Kinder der St.-Peter-Schule geeignet seien. Repke-Wingenbach appellierte an Elternschaft und Politik, für die Hunteschule – also für die Schüler – zu kämpfen.


Ein Video gibt es unter   www.nwzonline.de/videos 
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Stefan Idel Redaktionsleitung / Redaktion Wildeshausen
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