• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Markt
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • LocaFox
  • Shop
  • Events
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Was Politikern an ihrer Partei nicht gefällt

29.08.2017

Wildeshausen /Landkreis In weniger als einem Monat entscheidet sich, wer den neuen Bundestag bildet. Zahlreiche Wahlplakate prägen die Landschaft – die Politiker und Politikerinnen sind schon längst in der heißen Phase des Wahlkampfes angekommen.

Bei einer NWZ-Diskussion im Wildeshauser Gymnasium haben sich sechs Direktkandidaten des Wahlkreises 28 Delmenhorst/Oldenburg-Land/Wesermarsch den Fragen der Schüler der elften und zwölften Klasse gestellt.

Welche Kandidaten waren bei der Diskussion dabei?

Auf dem Podium war Susanne Mittag (SPD) aus Delmenhorst vertreten, sie ist seit 2013 Bundestagsabgeordnete. Auch Astrid Grotelüschen (CDU) aus Ahlhorn ist Mitglied des Bundestags, 2013 holte sie das Direktmandat.

Manuel Paschke (Die Linke) aus Delmenhorst und Christina-Johanne Schröder (Bündnis 90/Die Grünen) aus Berne wollen auch in den Bundestag. Der Ganderkeseer Christian Dürr ist für die FDP ins Rennen gezogen. Für die AfD ist Herbert Sobierei aus Großenkneten dabei. Moderiert wurde die Podiumsdiskussion von Stefan Idel, NWZ-Redaktionsleiter für den Landkreis Oldenburg.

Welche Themen wurden diskutiert?

Viele Fragen hatten die Schüler und Schülerinnen vorbereitet und zur Podiumsdiskussion mitgebracht. Neben Bildung und Internet ging es auch um Arbeit und Soziales wie zum Beispiel die paritätische Krankenversicherung. Darüber hinaus wurden auch sehr kritische Themen wie die Legalisierung von Cannabis von den Schülern angesprochen.

Soll die Bildung in der Hand der Länder bleiben ?

Paschke sprach sich direkt in der Vorstellungsrunde dafür aus, die Schulabschlüsse in den vereinzelten Bundesländern vergleichbarer zu gestalten. Von den Schülern des Gymnasiums wurde das Thema aufgegriffen: „Wäre es nicht einfacher, die Bildung ganz über den Bund laufen zu lassen?“, kam die Frage aus dem Publikum. Doch so einfach ist das nicht, meinten die Politiker. „Ich glaube, dass die Kompetenz in den Schulen sitzt“, sagte Dürr. Auch er plädierte für gleiche Standards, doch laut Dürr können diese am besten dezentral erreicht werden. „Das wäre ein schöner Traum, aber das wird ein Traum bleiben“, antwortete hingegen Sobierei auf die Frage des Schülers. Er glaubt nicht, dass die Länder so einem Vorschlag zustimmen würden.

Wie wichtig ist schnelles Internet und Datenschutz?

Darin waren sich die Kandidaten einig: Eine gute Internetversorgung ist auf dem Land unerlässlich. „Wir brauchen Gigabits – das ist ganz klar“, meinte Grotelüschen. Laut Mittag hätte das schon längst passieren müssen. Schröder stimmte dem ebenfalls zu, sie wies jedoch auch auf die Bedeutung der Netzneutralität hin. Die sorgt dafür, dass die jeweiligen Daten gleichbehandelt werden und kein Unternehmen durch eine schnellere Übertragung einen Vorteil hat.

Auch das Thema Datenschutz wurde in der Diskussion angeschnitten. Sobierei bat die Schüler, selbst auf ihre Daten aufzupassen und nichts preiszugeben, da es bisher noch keine länderübergreifende Regelung gibt. Paschke sprach sich währenddessen für höhere Strafen für Unternehmen aus, die von Datenleaks betroffen sind, damit sie den Datenschutz ernster nehmen.

Was würden Sie an Ihrer Partei ändern?

Ein Schüler fühlte sich von keiner Partei direkt angesprochen. Um sich besser entscheiden zu können, stellte er die Frage: „Was würden Sie an Ihrer Partei ändern?“ und erntete für seinen Mut, diese Frage zu stellen, prompt Applaus.

„Ich wünsche mir auf jeden Fall mehr Frauen in der CDU-Politik“, sagte Grotelüschen. Dürr würde gerne mehr Beteiligung der eigenen FDP-Mitglieder sehen. Sobierei sprach sich gegen Karrieristen in der AfD aus und wünschte sich in dem Zusammenhang eine bessere Regelung.

Mittag möchte die Sprache ihrer Partei vereinfachen, um dadurch mehr Bürger anzusprechen. Währenddessen kritisierte Schröder an ihrer Partei, dass sie abgehoben wirkt, da sie zu lange an Konzepten arbeitet. Und Paschke sprach sich gegen innerparteiliche Konflikte der Linken aus.

Wie beurteilten die
Schüler die Diskussion
?

„Es war schon professionell, aber es ging mir zu sehr in eine Richtung“ sagte ein Schüler der zwölften Klasse. Er bedauerte es, dass die Meinungen der Politiker sich in vielen Themen sehr ähnelten. Dennoch fand er die Podiumsdiskussion informativ und besonders die Problematik rund um den Datenschutz interessierte den Schüler.

Obwohl er als 17-Jähriger in diesem Jahr noch nicht wählen darf, wüsste er schon jetzt, bei welcher Partei er bei der Bundestagswahl sein Kreuz machen würde.