• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Wildeshauser setzen bei Erster Hilfe auf Freiwilligkeit

11.02.2019

Wildeshausen /Landkreis Sie ist kurz, gilt in der gesamten Europäischen Union, ist gebührenfrei und wird im Notfall gewählt: die Telefonnummer 112. An diesem Montag, 11. Februar, dem „Europäischen Tag des Notrufs“, soll auf diese wichtige Nummer aufmerksam gemacht werden. Unsere Zeitung nimmt diesen Tag zum Anlass, um einen Blick auf die Autofahrer zu werfen. Auch in Hinblick auf die Unfälle auf der Autobahn 1 – erst am Mittwoch ist wieder ein Lkw auf ein Stauende aufgefahren – stellt sich die Frage: Wie viele Autofahrer beherrschen die Erste Hilfe? Und wie sinnvoll ist es, einen Erste-Hilfe-Kursus mehr als einmal zur Pflicht werden zu lassen?

„Wir wollen die Freiwilligkeit nach vorne stellen“, winkt Peter Wildbredt die Frage ab, ob der Kursus zur wiederkehrenden Pflicht werden sollte. Die Fahrer sollten selbst erkennen, ob sie eine Schulung in der Ersten Hilfe nötig haben, findet der Geschäftsführer der Verkehrswacht für den Landkreis Oldenburg.

„Kurse immer voll“

Die Erkenntnis ist offenbar vorhanden: In Zusammenarbeit mit Polizei, Landkreis, Maltesern und Johannitern bietet die Verkehrswacht das Training „Fit im Auto“ für Senioren an. „Die Kurse werden gut angenommen und sind immer voll“, sagt Wildbredt. Neben dem Erste-Hilfe-Kursus beinhaltet das Training einen Seh- und Hörtest sowie eine Beratung in der Apotheke.

Freiwilligkeit: Darauf setzt auch Markus Wedemeyer, Mitglied des Regionalvorstandes der Johanniter Weser-Ems. Deshalb hält auch er nichts von einer Pflichteinführung. „Nicht, weil wir das Ziel nicht gut finden“, spricht er für die Johanniter. „Sondern, weil wir wissen, dass dann das Gelernte nicht in den Köpfen und Herzen der Menschen ankommt.“ Dass nicht alle Menschen regelmäßig freiwillig Erste-Hilfe-Kurse besuchen, liege daran, dass Menschen sich ungern mit möglichen Ernstfällen auseinandersetzen, vermutet er. Seine Empfehlung, um sich eher aufraffen zu können: Einen Erste-Hilfe-Kursus in Gruppen aufsuchen. Andersherum weiß er, dass die Kurse seit Jahren angepasst werden. „Die Formate werden aufgelockert.“ Heißt: Die Kurse sind unter anderem nicht mehr so theorielastig und mit Hintergrundwissen beladen. Menschen, die wenige oder keine Erste-Hilfe-Kenntnisse haben, können im Notfall trotzdem helfen, sagt Wedemeyer. Es gilt: Nicht am Rand stehen bleiben, sondern den Anfang machen. „Häufig entsteht dann Bewegung, dann hilft eine handvoll Leute schnell mit.“

Alle fünf Jahre

Ähnlich sieht es Kassandra Plate. Sie ist Leiterin der Erste-Hilfe-Ausbildung bei den Maltesern in Wildeshausen. „Einen Notruf absetzen kann jeder“, sagt sie. „Egal, in welchem Umstand man gerade ist.“ Wichtig sei auch, weitere Passanten darauf aufmerksam zu machen, um gemeinsam zu helfen. Was den Erste-Hilfe-Kursus als Pflicht angeht, hat sie eine andere Meinung: „Es wäre schon toll, wenn man den Kurs alle fünf Jahre besuchen würde.“ Die Malteser würden sehen, dass die gelernte Praxis im Alltag keine Anwendung findet – „So soll es ja auch sein“, ergänzt Plate. Das führe aber dazu, dass das Wissen nachlasse.

Alle 15 Jahre würde eine Erste-Hilfe-Bescheinigung sowie ein Gesundheitscheck und ein Sehtest für Autofahrer fällig: Das hält Siegfried Bluhm, Leiter des Kreis-Straßenverkehrsamtes, für sinnvoll. Warum gerade 15 Jahre? Nach einer EU-Vorschrift müssen in Deutschland alle 15 Jahre die Führerscheine neu ausgestellt werden – die Regelung gilt seit dem Jahr 2013. In anderen EU-Ländern ist dies längst üblich, sagt Bluhm. Bisher lautet die Regelung: Personalien und Lichtbild abgeben – damit ist der Führerschein erneuert.

Unter anderem mit Jörn Kaminski, dem Leiter des Rettungsdienstes beim Landkreis, hat sich Landkreis-Sprecher Oliver Galeotti ausgetauscht. Sie kamen zu dem Ergebnis: „Der Gesetzgeber möchte keinen Zwang einführen“, so Galeotti. Der Gedanke dahinter: „Die Pflicht, einen Kursus zu machen, heißt nicht, dass auch Erste Hilfe geleistet wird.“ Wenn Freiwilligkeit vorhanden sei, sei die Bereitschaft deutlich höher, Erste Hilfe zu leisten.

Verena Sieling Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
Rufen Sie mich an:
04431 9988 2708
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.