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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Bedingungen für Inklusion gefordert

19.10.2018

Wildeshausen Ist inklusive Bildung ein Irrweg oder eine Chance? Zu diesem Thema gab es am Mittwochabend eine Podiumsdiskussion in der Hunteschule in Wildeshausen.

„Inklusion ist eindeutig eine Chance“, sprach sich Guido Venth vom Verband der Sonderpädagogen Niedersachsen dafür aus. Der Schulleiter meinte, dass man sich an Schulen orientieren müsse, an denen dieses Prinzip funktioniere. Dem stimmte auch Landrat Carsten Harings zu.

„Wir leben in einer Gemeinschaft. Daher sollten wir uns mit der Fragen nach dem ,Wie’ und nicht dem ,Warum’ auseinandersetzen.“ Ebenfalls betonte er, dass das Angebot von inklusiver Beschulung nicht verpflichtend sein sollte, sondern als ein Angebot an die Schüler und Eltern. „Oldenburg leistet in diesem Bereich ausgezeichnete Arbeit“, lobte der Landrat.

2009 ist die UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland in Kraft getreten. Michael Grashorn vom Kreisbehindertenrat (KBR) weiß, dass das Thema Inklusion „große Wellen“ geschlagen hat. „Das kann nur in Gemeinschaftsarbeit besprochen werden“, sagte er in Bezug auf die Diskussion. Viel Erfahrung als Förderschullehrkraft brachte von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Niedersachsen Holger Westphal in der Podiumsdiskussion ein. „Es gibt genug Beispiele, wo inklusive Beschulung klappt“, betonte er. Er bezog sich auf die Einteilungen des Schulsystems und darauf, dass man beim Lernen keine Einteilungen bräuchte.

Als ehemaliges Mitglied des Kreiselternrates sprach Karin Puhl. Die eigentliche Referentin Dr. Carin de Vries von der Universität Oldenburg war an dem Tag verhindert. Puhl stellte sich als „symbolische“ Vertreterin für die Eltern vor und erzählte von ihren Erfahrungen mit Inklusion: „Jeder Schüler muss individuell betrachtet werden, weil jeder andere Bedürfnisse hat.“ Die Inklusion sei aktuell „im Werden“, wie Holger Stolz vom Landesverband der Lebenshilfe Niedersachsen meinte. Wesentlich sei es, die Lehrqualität und somit die Rahmenbedingungen für die Zukunft festzulegen. Diesen Gedanken griff der als mobile Förderschulkraft tätige Werner Köhler auf.

„Die Schüler zu unterstützen, ist der wichtigste Aspekt“, sagte er. Es gäbe bereits viele Erfolgsgeschichten aus inklusiver Beschulung. Daran ließe sich aber auch erkennen, dass sowohl Schüler als auch Lehrer heterogen seien, wie Puhl bereits betonte. „Ein Mitlaufen geht bei Inklusion nicht“, sagte Köhler. Es müsse individualisiert werden.

Nathalie Langer Volontärin, 2. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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