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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Landkreis gibt Hunteschule ab

19.12.2018

Wildeshausen Knapper geht es wohl kaum: Mit der Mehrheit von 25 zu 24 Stimmen sprach sich der Kreistag am Dienstagabend dafür aus, zum August 2021 die Liegenschaft der Hunteschule an die Stadt Wildeshausen zurück zu übertragen. Dort ist die Förderschule Lernen mit aktuell 52 Schülerinnen und Schüler untergebracht. Sie könnten künftig in den Räumen der St.-Peter-Schule unterrichtet werden. Im Gegenzug würden die St.-Peter-Schüler in die Hunteschule an der Heemstraße ziehen.

Der Wildeshauser Stadtrat hatte Bürgermeister Jens Kuraschinski im Februar mehrheitlich aufgefordert, mit dem Kreis Verhandlungen zu führen. Entsprechend eines Vertrags vom Juli 2003 liegt der Preis für die Rückübertragung bei 500 000 Euro. Hinzu kommen rund 128 000 Euro für Investitionen des Kreises. Laut Beschluss des Kreistags darf die Stadt die Hunteschule ausschließlich für Schul- und soziale Zwecke nutzen. Mit der Übertragung entfalle die Sicherung des Förderschul-Standortes Wildeshausen, so der Beschluss des Kreistags.

Sprecher aller Fraktionen würdigten die Arbeit der Förderschule. Es sei keineswegs abwegig, abzunehmen, dass der Förderzweig Lernen auch nach 2028 noch Bestand haben könnte, meine Wolfgang Däubler (UWG). Er warnte vor einem Tausch mit der St.-Peter-Schule: Diese „christliche Bekenntnisschule“ sei „ein wichtiger Bestandteil der Diversität unserer Schullandschaft“. Ähnlich sah es CDU-Fraktionschef Dirk Vorlauf. „Wir haben uns Inklusion viel zu einfach vorgestellt“, sagte er mit Blick auf die Entscheidung der früheren CDU/FDP-Landesregierung, die Förderschule Lernen auslaufen zu lassen. Wenn sie nun über 2028 Bestand haben sollte, wäre es „verantwortungslos“, das Gebäude an die Stadt zu geben. „Wir können nicht die Probleme der Stadt Wildeshausen lösen“, so Vorlauf.

In die gleiche Kerbe schlug Niels-Christian Heins (FDP). Die damalige CDU/FDP-Entscheidung sei „ganz dämlich“ gewesen. Die Hunteschule stoße auf eine hohe Akzeptanz. Der Kreis gewinne nichts mit dem Tausch. Patrick Scheelje (AfD) lobte Heins’ Beitrag. Die Förderschule Lernen habe sich „hervorragend etabliert“. Und Arnold Hansen (Freie Wähler) betonte: „Die Förderschule Lernen leistet einen großen Beitrag zur Inklusion!“

Franz Duin (SPD) wies auf die steigenden Schülerzahlen an den Wildeshauser Grundschulen hin. Für die Holbeinschule würden Räume frei, wenn die Förderschule – dann am Standort St.-Peter-Straße – peu à peu auslaufe. Als damaliger Wildeshauser Bürgermeister hatte Duin 2003 den Vertrag mit dem Kreis über eine mögliche Rückübertragung der Hunteschule ausgehandelt. Er fühle sich daran gebunden und appellierte an den Kreistag: „Gebt uns bitte die Schule zurück!“ Über den Schultausch selbst müsse der Stadtrat entscheiden.

Götz Rohde (Grüne) meinte, Schülern wie Lehrern der Hunteschule sei ein Umzug zuzumuten. Die Schüler sollten keinesfalls unter einen Schutzschirm gestellt werden, sondern vielmehr Zugang zu allen Bereichen haben. Kreszentia Flauger (Linke) warb dafür, dass möglichst viel gemeinsamer Unterricht stattfinde. Auch bei einem Umzug sei der Lernerfolg gesichert.

Letztlich stimmten SPD, Grüne, Linke, Landrat Carsten Harings und die CDU-Abgeordneten Sonja Plate und Wolfgang Sasse für die Rückübertragung. CDU, AfD, UWG und FDP/Freie Wähler waren dagegen. Zahlreiche Elternvertreter, Lehrer und Wildeshauser Ratsmitglieder verfolgten die Kreistagssitzung.

Bürgermeister Kuraschinski sagte der NWZ: „Die Hängepartie ist beendet. Wir haben jetzt eine Entscheidung.“ Die Stadt werde unverzüglich mit dem Kreis den Vertrag zur Übertragung vorbereiten.

Enttäuschung dagegen bei vielen Eltern: „Der Bürgermeister setzt sich überhaupt nicht für die St.-Peter-Schüler ein“, meinte Elternvertreterin Christin Rollié. Und CDW-Ratsherr Stephan Rollié: „Der Kreistag hat gerade pädagogischen Suizid beschlossen.“

Stefan Idel Redaktionsleitung / Redaktion Wildeshausen
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