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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Wildeshauserin Butzmann weckt mit Kita-Kritik Interesse der Politik

14.06.2018

Wildeshausen Gegen den Mainstream, unbequem und streitbar: Als die NWZ im April über die Wildeshauser Erziehungswissenschaftlerin Dr. Erika Butzmann und ihre Kritik an einer zu frühen Krippenbetreuung von Kleinstkindern berichtet hat, löste das große Resonanz aus. Lokal, überregional und sogar aus dem europäischen Ausland meldeten sich Leserinnen und Leser, erzählten von ähnlichen Erfahrungen und wollten das Thema gerne weiter verfolgt wissen.

Unter ihnen befand sich auch der nordrhein-westfälische Landtagsabgeordnete Alexander Langguth. Der stellte zunächst eine krippenkritische Anfrage an den Landtag, die jedoch „nichtssagend“ beantwortet wurde. Damit wollte der Iserlohner es nicht bewenden lassen und nimmt nun einen Antrag der Grünen zum Anlass, Erika Butzmann als Sachverständige im Düsseldorfer Landtag reden zu lassen. „Mit ihrem aktuellen Antrag wollen die Grünen eine Fachkraftoffensive in Kindertageseinrichtungen starten und die Qualität in der frühkindlichen Bildung steigern. Leider stellen sie die frühkindliche Betreuung selbst aber gar nicht in Frage“, kritisiert Langguth.

Der Politiker, der seit seinem Austritt aus der AfD der Blauen Partei angehört und als Fraktionsloser im Landtag vertreten ist, möchte deshalb zu dem Antrag der Grünen eine Anhörung im Fachausschuss für Familie und schlägt den zuständigen Obleuten die Wildeshauser Erziehungswissenschaftlerin Butzmann als Sachverständige vor. Der genaue Termin steht noch nicht fest, wird aber voraussichtlich im September sein.

Butzmann, die seit 30 Jahren in der Eltern- und Familienbildung arbeitet, sieht das Podium in Düsseldorf als große Chance, um für ihr Anliegen zu werben. Die Erziehungswissenschaftlerin hatte zwischenzeitlich einen Lehrauftrag an der Universität Bremen inne, legte mehrere wissenschaftliche Arbeiten vor, ist eine gefragte Referentin und arbeitet in einer Kinderarztpraxis in Bremen mit Eltern verhaltensauffälliger Kinder.

„Nach zehn Jahren Krippenoffensive in unserem Land berichten immer mehr Kindertherapeuten von den psychischen Auswirkungen der zu frühen Trennung des Kindes von der Mutter. Viele der Kinder entwickeln Verhaltensauffälligkeiten, die sich später nicht verwachsen“, kritisiert Butzmann. Ein verantwortungsbewusstes politisches Handeln würde diese wirtschaftlich unabhängigen wissenschaftlichen Erkenntnisse an die Eltern weitergeben, mahnt sie.

„Unabhängig von der vielfach unzureichenden Betreuungsqualität zeigt jede Studie, dass in den ersten bis zwei Jahren in einer funktionierenden Familie betreute Kinder kognitiv und sozial besser entwickelt sind“, weiß die Wildeshauserin aus langjähriger Erfahrung. So stelle sich die Frage, warum die kleinen Kinder dem Wunsch nach Berufstätigkeit untergeordnet und Schädigungen in der kindlichen Entwicklung in Kauf genommen würden.

„Ist in unserer Smartphone-Welt das Empfinden für die existenziellen Bedürfnisse unserer Babys und Kleinkinder nach der Geborgenheit in ihrer Familie nicht mehr vorhanden?“, hinterfragt die Erziehungswissenschaftlerin gängige Denkmuster. Sie befürchtet, dass „so lange die politischen Kräfte unbeirrt weiter die frühe Krippenbetreuung schönreden, die Erkenntnisse unabhängiger Experten überhört werden“. Umso mehr begrüßt die Wildeshauserin jetzt die Chance, im Nachbarbundesland gehört zu werden.

Dazu passt es, dass im September das Buch „Kinderkrippen schaden Kindern“ erscheint. Zu den Autoren des mehr als 300 Seiten umfassenden Werkes zählt auch Butzmann.

Uta-Maria Kramer
Wildeshausen
Redaktion Wildeshausen
Tel:
04431 9988 2703

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