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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Soziale Medien An Wildeshauser Grundschulen: Wenn das Handy gefährlich wird

29.02.2020

Wildeshausen Ob Fotoplattform oder Nachrichtendienst: Facebook hat seine Finger im Spiel. 2012 übernahm der US-amerikanische Unternehmensriese Instagram, 2014 folgte Whatsapp. Facebook, das soziale Netzwerk im Internet, ist im Februar 16 Jahre alt geworden – fast volljährig, würde man bei Menschen sagen. Dass die Nutzerinnen und Nutzer der Dienste, in denen Facebook involviert ist, zum Teil deutlich unter 16 sind, zeigt ein Blick in Wildeshauser Grundschulen.

Whatsapp: Ja klar

Die neunjährige Celina nickt. Natürlich nutze sie Whatsapp. „Ich verschicke damit Bilder an meine Familie und Freunde.“ Instagram nutze sie aber nicht. Welche Gefahren sich hinter Diensten wie Whatsapp verbergen, erfahren sie und ihre Klassenkameraden an diesem Vormittag in der Wallschule: Mit Schulsozialarbeiterinnen sowie Martin Klinger nehmen sie an einem Projekt teil. Klinger ist bei der Polizei in Wildeshausen tätig und im Landkreis Oldenburg Ansprechpartner für Kriminalprävention und Jugendschutz. Das Projekt wird für alle Klassen angeboten, auch an den Grundschulen St. Peter und Holbein wird es durchgeführt.

Aufklärung

An vier Stationen werden die Kinder über soziale Medien aufgeklärt: Da wird unter anderem die Geschichte eines zehnjährigen Mädchens erzählt, das über Whatsapp gemobbt wird. „Denn auch dort gelten Regeln“, versucht Klinger den Schülern zu vermitteln. Damit sie sich in das Thema weiter einlesen können, bekommen die Kinder „Hallo – online unterwegs“, ein Heft der polizeilichen Kriminalprävention.

Das Projekt ist von den Schulsozialarbeiterinnen der Grundschulen angeschoben worden. Antje Becker (St. Peter), Susanne Tönjes-Mollenhauer (Holbein), Maren Lührsen und Sabine Haferkamp-Maey (beide Wallschule) sind deshalb auch an diesem Vormittag versammelt. „Das Projekt kommt super an – wir sind begeistert“, lobt Schulleiterin Roswitha Remmert.

Schulen ohne Handy

„Whatsapp ist total verbreitet“, weiß Antje Becker. „Ab der dritten Klasse haben fast alle ein Handy.“ An den Grundschulen gilt generelles Handyverbot, erklären sie und ihre Kolleginnen. Ob die Kinder die mobilen Geräte trotzdem dabei haben, könnten sie nicht kontrollieren.

Es gebe Schüler, die auf der Plattform Youtube unterwegs seien, dort eigene Videos hochladen würden – nicht immer in Kenntnis der Eltern, weiß Becker. „Deshalb rufen wir Sozialpädagogen der Grundschulen Präventionsprojekte ins Leben, um die Schüler vorzubereiten.“ Denn in der fünften und sechsten Klasse würden sie oft noch stärker mit Medienkonsum konfrontiert.

Unterscheiden lernen

An einer anderen Station geht es um einen angeblich 13-jährigen Chatnutzer, der Kontakt zu Paul aufnimmt. Es kommt zu einer heiklen Situation – und die Schüler müssen entscheiden, wie sie handeln würden. „Die Kinder sollen die Unterschiede erkennen: Was darf ich teilen, was nicht?“, ergänzt Sabine Haferkamp-Maey. Für diese Station haben sich die Organisatorinnen den mit Bildern gefüllten Medienkoffer des Landkreises Oldenburg ausgeliehen: Er gehört zum Medien-Parcours, den die Arbeitsgruppe „Kinder- und Jugendmedienschutz“ ausgearbeitet hat.

Wie gefährlich soziale Medien sein können, sehen die Schulsozialarbeiterinnen anhand eines Videos, das seit 2018 die Runde macht: Eine unheimlich aussehende Puppe namens Momo ist zu sehen. Die Nutzer werden zu Mutproben aufgefordert. Die „Momo-Challenges“ hätten beispielsweise in England zu Todesfällen geführt, berichten die Pädagoginnen.

Für eine Altersgrenze spricht sich Dirk Emmerich vom Jugendamt des Landkreises nicht aus: „Nutzen viele Schülerinnen und Schüler bereits in der vierten Grundschulklasse Smartphones und soziale Medien, so wird es schon allein dadurch sinnvoll, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Ich meine damit: Ein bei der Nutzung gut begleitetes Grundschulkind kann problemloser mit Social Media klarkommen als ein unbegleitetes Kind im fünften oder sechsten Schuljahr.“

Früher oder später werde der Wunsch der Kinder da sein, „Social Media“ zu nutzen, „weil dadurch starke, basale Bedürfnisse wie zum Beispiel nach ,Dazugehörigkeit’ befriedigt werden können“. Trotzdem vertritt er die Ansicht: „Eltern sollten gemeinsam mit ihren Kindern erörtern, welche Einstellungen sinnvoll sind – wie viele Daten man preisgibt – wer alles mein Profil oder meinen Status sehen kann.“ Er ist gegen Überwachung durch die Eltern. Sein Vorschlag: „Backen Sie gemeinsam mit ihrem Kind, gerne unter Anleitung eines medialen Tutorials, einen kreativen Kuchen. Dabei könnten gute Gespräche entstehen.“

Gespräch mit Eltern

So sieht es auch Antje Becker: Mutter und Vater sollten sich mit den Kindern austauschen und über die Handynutzung reden. „Eltern sollten aber wissen, dass Whatsapp für Jugendliche ab 16 Jahre ist.“

Spätestens im Juni werden die Erziehungsberechtigten ins Boot geholt: Dann sind Elternabende an den drei Grundschulen geplant, um über das Thema soziale Medien weiter zu beraten.

Verena Sieling Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
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