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Bayreuth für die Baskets Oldenburg zu stark
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Bayreuth für die Baskets Oldenburg zu stark

NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

Hebamme hilft in Madagaskar

29.05.2019

Wildeshausen In vielen Regionen des afrikanischen Inselstaats Madagaskar müssen kranke und schwangere Menschen oft lange Strecken zu Fuß zurücklegen, um sich in einem Krankenhaus behandeln zu lassen. Viele können sich kein Taxi leisten. „Wenn die Schwangeren endlich bei uns angekommen sind, haben sie ihr Kind oftmals schon fast bekommen, bevor sie die Geburtsstation erreicht haben“, erklärt Hebamme Laura Abel.

Die 25-jährige Wildeshauserin, die zuletzt in Bremen tätig war, hat dreieinhalb Monate in einem Krankenhaus im madagassischen Ambovo gearbeitet. Erst Anfang des Jahres wurde das Krankenhaus mit Hilfe der Organisation „Mobile Hilfe Madagaskar“ (MHM) fertiggestellt. „Tanja Hock, eine deutsche Hebamme und Rettungssanitäterin, hat mit der MHM in den letzten Jahren viel aufgebaut. Dabei wollte ich helfen“, sagt Abel.

Bereits vor ihrer Abreise sprach Laura Abel mit der NWZ.

Vor Ort wurde sie direkt in den Krankenhausalltag eingebunden. Nachdem sie half, die neue Geburtsstation mit gespendeten Betten und allem, was gebraucht wurde, einzurichten, begleitete sie ihre neun madagassischen Kolleginnen. Einen Arzt gibt es auf der Station nicht. Die Hebammen sind auf sich allein gestellt.

„Bei vielen Sachen brauchten meine Kolleginnen keine Hilfe. Andere Male war ich erstaunt, wie viel sie nicht wussten“, sagt Abel. Verständigungsprobleme habe es nicht gegeben. „Wir haben Englisch gesprochen. Das ging ganz gut. Wenn es mal etwas hektischer war, haben wir uns auch auf Französisch verständigt“, sagt sie. Denn neben Malagasy hat die ehemalige französische Kolonie noch eine zweite Amtssprache.

Zu Abels Aufgaben gehörte alles von den Voruntersuchungen über die Geburtshilfe bis hin zu Familienplanungsberatungen. Während ihrer Zeit in Ambovo habe sie mehr als 60 Geburten betreut und viele bewegende Momente erlebt. „In Madagaskar gibt es eine Kultur der Scham. Viele kranke Menschen gehen gar nicht oder zu spät zum Arzt, weil das als Schwäche angesehen wird“, sagt sie. Deshalb würden viele Menschen an Krankheiten sterben, die eigentlich behandelbar wären. „Wegen einer Schwangerschaftsvergiftung sind eine Frau und ihr noch ungeborenes Kind gestorben, weil sie zu spät ins Krankenhaus gekommen sind“, sagt die 25-Jährige. Auch die Masern seien in Madagaskar, einem der ärmsten Länder der Welt, ein großes Problem.

Wer an die „Mobile Hilfe Madagaskar“ spenden oder vor Ort helfen möchte, findet hier Infos dazu.

Trotzdem habe es viele schöne Momente gegeben, die die junge Hebamme in Erinnerung halten wird: „Das müsste eine der ersten Geburten gewesen sein, die ich in Ambovo betreut habe. Dabei hat eine Frau ihr erstes lebendes Kind geboren“, erinnert sich Abel. Die Frau sei zuvor schon zwei Mal schwanger gewesen. Aufgrund der schlechten medizischen Versorgung kamen die Säuglinge jedoch tot zur Welt.

Laura Abel ist sich sicher, dass sie gemeinsam mit MHM in Madagaskar viel bewirken konnte. Wieder in Deutschland angekommen, wartet sie auf einen Medizinstudienplatz. Und sollte das nicht klappen, möchte sie weiter als Hebamme arbeiten, denn ihren Beruf liebt sie sehr.

Hier finden Sie unsere Serie „Ehrensache“ über ehrenamtlich Tätige in der Region.

Chelsy Haß Redakteurin / Redaktion Oldenburg
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