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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Bildung

„Inklusion ist kein Selbstläufer“

14.12.2018

Wildeshausen Inklusion ist kein Selbstläufer, sondern ein schwieriger Prozess, der behutsam gehandhabt werden muss. Das weiß kaum einer so gut wie Jörg Arendt-Uhde, Regionalgeschäftsführer der Diakonie Himmelsthür in Wildeshausen. Seit 2009 beschäftigt er sich mit einer „ganz einzigartigen Metamorphose, einem Riesenwandel von der Raupe zum Schmetterling“.

Für 150 von ehemals 411 Bewohnern der Großeinrichtung an der Dr.-Klingenberg-Straße wurden bereits neue dezentrale Wohnangebote geschaffen, für weitere 240 soll das in den nächsten Jahren gelingen. Weil so ein ambitioniertes Vorhaben im ländlichen Raum mit seinem ausgereizten Wohnungsmarkt etwas länger dauert, ist der 2009 geschlossene Konversionsvertrag mit der Aktion Mensch, der eigentlich 2019 ausläuft, um vier Jahre bis 2023 verlängert worden.

Arendt-Uhde ist stolz auf das bislang Erreichte: Los ging es 2010 mit dem Wohnangebot für 18 geistig behinderte Menschen im ehemaligen Hotel am Rathaus. 2012 folgten vier Reihenhäuser mit 24 Plätzen an der Harpstedter Straße und 2015 der Wohnverbund für insgesamt 48 Bewohner in Sandkrug. Drei weitere Häuser mit 8, 16 und 14 Plätzen wurden 2017 und 2018 in Delmenhorst bezogen.

„Keiner wird gezwungen“

Zum Umzug gezwungen wird niemand. „Wir machen unseren Bewohnern und Mitarbeitern Angebote, für die sie sich bewusst entscheiden können“, betont Arendt-Uhde. Meist sei allerdings schon einiges an Überzeugungsarbeit nötig, „denn an die Inklusion an sich glauben zwar alle, aber das ist eine ruhige Oase hier, die viele ungern verlassen“, weiß der Regionalgeschäftsführer.

Dieser Wechsel steht Anfang 2019 weiteren zehn Bewohnern bevor, die von der GSG gemietete Wohnungen an der Heidloge in Wildeshausen beziehen. „Das sind Einzelappartements für relativ selbstständige Bewohner, die beim proTeam zur Arbeit gehen“, erläutert Arendt-Uhde.

Im März 2019 wird zudem das Wohnprojekt an der Mullstraße in Harpstedt bezogen, das 24 Plätze bietet. 42 Himmelsthür-Bewohner werden zudem ab Spätsommer 2020 im inklusiven Wohnprojekt in Kirchweyhe (Landkreis Diepholz) ein neues Zuhause finden.

„Weitere 30 Wohnangebote schaffen wir mit dem Umbau und der Erweiterung der ehemaligen Jugendherberge in Hude“, freut sich Arendt-Uhde. Zielgruppe sind hier – in Zusammenarbeit mit der Fachklinik Oldenburg-Land – Menschen mit geistiger Behinderung und Suchterkrankung. Baubeginn ist im Frühjahr 2019, Inbetriebnahme im Sommer 2020.

Zudem werden 24 Himmelsthür-Bewohner aus dem jetzigen Haus Cloppenburg ab Mitte 2020 in das ehemalige Pflegeheim der Hedwig-Stiftung in Goldenstedt ziehen. „Das Haus Cloppenburg ist dann leer und wird abgerissen“, betont Arendt-Uhde.Telefon

Nicht alles wird leer

Von der Devise, alles leer zu räumen und abzureißen, sei man inzwischen jedoch abgerückt. „Wir haben hier ein 40 Hektar großes ideales Gelände, das wir gerne kleinteilig weiter nutzen möchten“, sagt der Regionalgeschäftsführer. So ist geplant, das Haus Herzogin Elisabeth mit 40 Zimmern zu erhalten. Auch das Verwaltungs- und Cateringgebäude am Eingang soll weiterhin genutzt werden.

Und es wird sogar neu gebaut: Drei Häuser mit jeweils zwölf Zimmern werden auf dem Gelände der Himmelsthür am Zuschlagsweg entstehen. Hier sollen stresssensible Menschen unter anderem mit Autismus in kleinen Wohngemeinschaften leben. Die Bauvoranfrage ist gestartet. Ziel ist die Fertigstellung 2020.

Kein Schlagbaum mehr

Die Zuwegung wird über den Zuschlagsweg und die Dr.-Klingenberg-Straße erfolgen. „Der Schlagbaum wird dann entfernt, denn „wir sind künftig ganz normale Nachbarn und nicht mehr eine Großeinrichtung mit 400 Mitarbeitern und starkem Zulieferverkehr“, so Arendt-Uhde. Da dort so mancher Baum gefällt werden muss, ist eventuell eine Ausgleichsmaßnahme nötig. Pro Platz wird die Diakonie Himmelsthür 100 000 Euro investieren. Das sind bei 36 Wohnangeboten 3,6 Millionen.

Doch damit ist das Ziel immer noch nicht erreicht, da weitere 70 Plätze fehlen. Drei zusätzliche Projekte müssen dafür geplant werden. Zwei Grundstücke im Landkreis Diepholz hat die Diakonie Himmelsthür bereits im Blick. „Schön wäre auch ein Objekt in Wardenburg, wo wir schon seit langem suchen“, sagt Arendt-Uhde.

Und was passiert nach Erreichen des Ziels mit dem „leergewohnten“ idyllisch im Wald gelegenen Areal? Das ist laut Arendt-Uhde noch offen, aber immerhin sei das Gelände als Quartier im Entwicklungskonzept „Wildeshausen 2030“ berücksichtigt.

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Uta-Maria Kramer Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
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