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Biogasanlage Düngstrup Viele Fragen für Anlieger noch offen

Soll erweitert werden: die Biogasanlage der Familie Ahlers in Düngstrup.

Soll erweitert werden: die Biogasanlage der Familie Ahlers in Düngstrup.

Ahlers

Düngstrup/Wildeshausen - Während der Einwohnerfragestunde in der jüngsten Wildeshauser Fachausschusssitzung hat sich Dorina Pieper zu Wort gemeldet: Es ging um die geplante Erweiterung der Biogasanlage des Familienbetriebs Ahlers in Düngstrup. Die Rückmeldung seitens des Ausschusses stellte weder die Vorsitzende des Vereins Düngstruper Dorphus noch weitere Anliegerinnen und Anlieger zufrieden. Deshalb bleiben für sie noch viele Fragen offen.

Versammlung geplant

Die „Interessengemeinschaft gegen die Erweiterung der Biogasanlage Düngstrup Ahlers“ erhofft sich Antworten am Mittwoch, 12. Oktober. Dann soll um 20 Uhr im Reitersaal der Gildestube in Wildeshausen eine Bürgerversammlung beginnen.

Seit 2000 betreibt Familie Ahlers neben der Landwirtschaft eine Biogasanlage, mit der Strom und Wärme erzeugt wird. Das EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) für die Anlage läuft laut Jörn Ahlers 2026 aus, die gesicherte Vergütung des Stromes erreiche somit ihr Ende. Als Alternative soll in der geplanten Erweiterung der Anlage hauptsächlich Biomethan produziert werden, das vor Ort in das Gasnetz eingespeist werden soll.

Lösungsvorschlag

Der Verein Düngstruper Dorphus bringt einen Lösungsvorschlag ein: So gebe es in der Nähe einen großen Gewerbebetrieb, der kurz- bis mittelfristig große Mengen an Strom und Wärme gebrauchen könne. Der Betrieb der bestehenden Biogasanlage könne somit langfristig gesichert werden, heißt es.

Die Erweiterung ist umstritten: War sie im Bauausschuss noch von den meisten Fraktionen kritisiert und abgelehnt worden, gab kurz darauf der Verwaltungsausschuss der Stadt Wildeshausen grünes Licht.

„Schlacht um Mist“

Bei Anliegern und Landwirten bleiben jedoch Zweifel zurück: So plant Ahlers beispielsweise mit einem Verbrauch von 60.000 Tonnen Mist. „Woher sollen die Mengen an Geflügelmist kommen?“, fragt Landwirt Gerd Hespe-Meyer, seien doch 2020 im Landkreis Oldenburg 46.000 Tonnen angefallen. „Bei den tierischen, festen Inputstoffen sind nicht nur Geflügelmist, sondern auch Rindermist und abseparierte Feststoffe der Gülle gemeint“, antwortet Jörn Ahlers auf Nachfrage.

Das eingesparte CO 2 entspreche den Treibhausgasemissionen von circa 15.000 Autos, rechnet Ahlers vor. Hespe-Meyer, der selbst zwei Biogasanlagen mitbetreut, ist skeptisch: „Wo nimmt er die Zahlen her?“ Angesichts der Biogasanlage unter anderem in Friesoythe mit 38 Behältern, die derzeit dort errichtet wird, befürchtet er eine „Schlacht um den Mist“. Die Firma Revis Bioenergy aus Münster, die in Friesoythe die Anlage baut, unterstützt die Familie Ahlers unter anderem bei Projektierung, Umbau und Vermarktung des Biomethans, heißt es. Er habe sich Bilder von Revis-Anlagen angeschaut, so Hespe-Meyer, „so etwas gehört unserer Meinung nach in ein Gewerbe- oder Industriegebiet“.

Auf Kosten anderer?

„Dass sich ein Betrieb weiterentwickeln möchte, ist klar“, sagt Dorina Pieper. „Aber nicht auf Kosten der Anlieger.“ Sie und weitere Anlieger befürchten, bei einem Straßenneubau in Folge der Erschließung zur Kasse gebeten zu werden. Hinzu kommt eine befürchtete Wertminderung der Häuser, und auch das Thema Seuchen sei noch nicht zur Diskussion gekommen.

Ob Antworten auf die vielen Fragen folgen, bleibt abzuwarten: Neben Vertretern aus der Politik soll Jörn Ahlers selbst zu der Bürgerversammlung eingeladen werden. Falls er zusagt, soll die Veranstaltung moderiert werden, heißt es.

Verena Sieling
Verena Sieling Redaktion Wildeshausen
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