Bissel - Blühstreifen an einer Landesstraße: Die Straßenmeisterei Oldenburg hat jetzt mit einem Pilotprojekt begonnen, das die Lebensgrundlagen vor allem der Insekten verbessern helfen soll. An der Garreler Straße (L 871), zwischen Bissel und Beverbruch, ist dafür auf insgesamt anderthalb Kilometer Länge der Samen gelegt worden.

Honigbrache EU heißt die Saatmischung, die Marten von Lienen (Garten- und Landschaftsbau von Lienen in Wiefelstede) mithilfe einer Umkehrfräse mit pneumatischem Sägerät in den Boden brachte. „Jetzt hoffen wir natürlich, dass es bald regnet“, sagt Christoph Alterbaum. Wegen der Trockenheit war der Start der Arbeiten schon seit ein paar Wochen zurückgehalten worden.

Der Leiter der Straßenmeisterei Oldenburg ist Initiator der Umweltaktion, die die Behörde aus eigenem Etat finanziert. Arbeiten wie die in Bissel ließen sich aus Platzgründen nur an Straßen vornehmen, an denen kein Radweg liege, räumt er ein. Zu dicht an die Straßenränder könne nicht gerückt werden. „Die Leitpfosten müssen natürlich gut sichtbar bleiben“. Dennoch sieht er bei bei 320 km Straßenlänge in seinem Zuständigkeitsbereich und damit 640 km Seitenstreifen noch einiges Potenzial.

Bevor das Saatgut unter die Erde gebracht wurde, hatten Mitarbeiter der Straßenmeisterei die 1,5 km gemulcht. Vor allem wilder Rasen wurde untergepflügt. Auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln habe und werde man bewusst verzichten, betont Alterbaum. Erst das Grün tot zu spritzen, um dann Wildacker anzulegen, würde völlig dem Geist der Aktion zuwiderlaufen.

Auf zweieinhalb Meter Breite, Startpunkt die Sandabbaufläche am Warbrink, liegt die einjährige Mischung nun im Boden. Mitarbeiter der Straßenmeisterei verdichteten hinterher den Streifen, damit das Saatgut nicht vorzeitig durch Wind freigelegt wird. In der Summe geht die Straßenmeisterei von fast 5000 m² Blühstreifenfläche, verteilt auf vier Parzellen, an der L 871 aus.

Honigbrache EU wird auch von der Jägerschaft gern eingesetzt und besteht u.a. aus Alexandrinerklee (23 %), Sonnenblumen (20 %), Buchweizen und Perserklee (je 13 %). Diese Pflanzen sollen verteilt über das ganze Jahr speziell Insekten eine gute Nahrungsquelle bieten. „Rehwild wollen wir natürlich nicht an die Straße locken“, sagt Landschaftsbauer Marten von Lienen, der selbst auch Jäger ist.

Technische Hilfestellung leistet die Firma Schröder Landmaschinen (Westerstede) bei dem Pilotprojekt. Sie stellte der Landschaftsbaufirma aus Wiefelstede die Umkehrfräse zur Verfügung.

Werner Fademrecht
Werner Fademrecht Redaktion Hatten