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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Blaulicht

Freiwillige Helfer tagelang in Alarmbereitschaft

15.02.2019

Bookholzberg /Hude 768 Einsatz- und Bereitschaftsstunden binnen fünf Tagen haben die ehrenamtlichen Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks (THW) Hude-Bookholzberg am Höhepunkt des Schnee-Winters 1979 absolviert. „Palette der Hilfsleistungen fast vollständig ausgeschöpft“ titelte die NWZ am Montag, 19. Februar 1979, auf ihrer Landkreis-Seite über einer Einsatz-Chronologie des THW in den Gemeinden Ganderkesee und Hude.

Fotos und persönliche Erinnerungen gesucht

Skilaufen auf der B 212, gemeinschaftliches Schneeschippen mit den Nachbarn oder auch Schlittenfahren statt Schule: Welche Erinnerungen verbinden Sie mit dem Winter 1978/1979 in Ganderkesee? Die NWZ-Redaktion freut sich über persönliche Erinnerungen an die besondere Zeit und Bilder aus privaten Fotoalben. Zu erreichen ist die Redaktion der „Zeitung für Ganderkesee“ in der Mühlenstraße 1, unter Telefon   04222/ 80 77 27 45 oder per E-Mail (agentur@redganderkesee.de).

Einen Rückblick auf die Schneekatastrophe bietet die NWZonline-Redaktion per Whats­app-Service an: Die Teilnehmer bekommen täglich drei bis fünf Nachrichten mit historischen Zeitungsartikeln und Zeitzeugen-Berichten auf ihr Smartphone.

Die Teilnahme ist kostenfrei und die Nachrichten lassen sich jederzeit abbestellen.

Anmeldung: www.nwzonline.de/whatsapp-schnee

Chronik der Ereignisse unter: www.nwzonline.de/schneekatastrophe-archiv

Fünf Tage vorher, am 14. Februar, waren 18 Helfer unter der Leitung des Ortsbeauftragten Ingolf Czwink erstmals ausgerückt. Vom frühen Morgen bis eine Viertelstunde nach Mitternacht waren die Männer im Einsatz – nahezu ununterbrochen. An den Folgetagen ging es ähnlich weiter. Stets hielten sich zwei bis vier Helfer über Nacht in der Dienststelle in Bookholzberg in Bereitschaft.

Bus eingeschneit

Zahlreiche Autos und Lastwagen galt es aus den teils meterhohen Schneeverwehungen zu bergen. Auf der Bundesstraße 212 in Grüppenbühren war ein Bus mit 30 Fahrgästen liegen geblieben, denen die Helfer den Weg ins Freie bahnen mussten. Einige der Insassen machten sich zu Fuß durch die Schneewehen auf nach Ganderkesee. Eine Frau wurde vom THW nach Kirchkimmen gefahren – „unter erschwerten Bedingungen“, wie es im Bericht heißt.

Auf der unpassierbar gewordenen Landesstraße zwischen Bookholzberg und Hude blieb in Hohenböken ein Tanklastwagen stecken, der das THW vor große Schwierigkeiten stellte: Mit ihren „nur“ fünf Tonnen schweren Fahrzeugen konnten die Helfer bei dem 13 Tonnen schweren Tankwagen nicht viel ausrichten. Der Lkw blieb die Nacht über an Ort und Stelle stehen und konnte erst am Folgetag freigeschleppt werden.

Medizinische Notfälle

Auch mehrere medizinische Notfälle beschäftigten die Helfer während der Schneekatastrophe. So wurden Ärzte zu dringenden Patientenbesuchen in den Bauerschaften gefahren oder auch Patienten zu lebenswichtigen Behandlungen transportiert. Am 15. Februar etwa war das THW mehr als drei Stunden unterwegs, um eine Frau zur Dialyse in eine Bremer Klinik zu bringen. Einen Mediziner und einen Polizeibeamten brachten die Helfer nach Nordenholz, wo ein Drogensüchtiger versorgt werden musste.

Auch auf die B 212 führte an diesem Tag wieder ein Einsatz: Dort galt es eine landwirtschaftliche Zugmaschine freizuschleppen, die – mit dringend benötigtem Viehfutter beladen – zu landwirtschaftlichen Betrieben unterwegs war.

453 Kilometer legten die Einsatzfahrzeuge des Technischen Hilfswerks Hude-Bookholzberg innerhalb der besagten Februar-Woche zurück. Gebrauchen konnten sie allerdings nur drei ihrer fünf Fahrzeuge: Ausgerechnet für das Führungsfahrzeug, von dem aus üblicherweise die Einsätze koordiniert wurden, sowie für das Gerätefahrzeug standen keine Schneeketten zur Verfügung. Die übrigen drei Fahrzeuge hätten sich aufgrund ihrer Geländegängigkeit aber bewährt, hieß es in der Einsatzbilanz. Negativ habe sich ausgewirkt, dass nur zwei Fahrzeuge Funk an Bord hatten.

Dennoch sei das THW über Funk und Telefon jederzeit erreichbar gewesen, wie Ingolf Czwink damals in seiner Rückschau aufs Einsatzgeschehen betonte. Auch zum Katastrophenstab in Oldenburg habe man „ständig einen heißen Draht gehabt“.

Unterstützung der Polizei

Zum Wochenende hin beruhigte sich die Lage. Bevor die B 212 wieder in beide Richtungen befahren werden konnte, halfen die THW-Kräfte der Polizei dabei, den Verkehr kolonnenweise durch die schneebedingten Engstellen hindurch zu schleusen.

Für erhöhte Aufregung in der THW-Dienststelle sorgte am Samstagmittag, 17. Februar, noch einmal die Ankündigung eines weiteren Schneesturms mit Windstärke 9. Die Bereitschaft dreier Helfer wurde augenblicklich auf 32 aufgestockt, die bis 21.30 Uhr auf Abruf bereitstanden. Zum Einsatz kamen sie nicht mehr – der angekündigte Katastrophenalarm blieb aus.

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Karoline Schulz Redakteurin, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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