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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Blaulicht

Dieses Dach hielt den Wassermassen nicht stand

01.07.2017

Wildeshausen Sorge vor neuen Wassermassen, kleinere Einsätze und Aufräumarbeiten: Ein Tag nach dem Starkregen konnten viele Menschen in Wildeshausen immer noch nicht fassen, was da am Donnerstag über sie hereingebrochen war: der Autoverkehr weitgehend lahmgelegt, Dutzende Keller unter Wasser, 36 Einsätze von Feuerwehr, DLRG und Bauhof.

Am Freitag reagierten Stadtverwaltung und Bauhof auf die erneut regnerische Wetterprognose. Nach Angaben von Matthias Büsing wurde eine „schnelle Eingreiftruppe“ gebildet. „Weil wieder sehr viel Regen vorhergesagt wurde, haben wir eine fünfköpfige Rufbereitschaft eingerichtet, um schnell reagieren zu können“, so der stellvertretende Bauhofleiter.

Land unter

Ein Starkregen hatte 24 Stunden zuvor – wie berichtet – für „Land unter“ in der Kreisstadt gesorgt. Wegen der Wassermassen waren zahlreiche Verkehrsknotenpunkte unpassierbar. Keller liefen voll. Besonders hart traf es einen Futtermittelhersteller an der Düngstruper Straße. Dort lief das Wasser kubikmeterweise in den Keller und setzte elektrische Aggregate außer Betrieb. Bis nach 22 Uhr liefen die Pumpen der Feuerwehr, um die Wassermassen ins Freie zu befördern. Die Feuerwehr Düngstrup sowie Helfer der DLRG und des Bauhofes errichteten einen Schutzwall aus Paletten. Zudem wurde ein Wall aus 2000 Sandsäcken aufgeschichtet, wie Ortsbrandmeister Kurt Hagelmann erläuterte, um das Wasser von der Düngstruper Straße in einen Kanal an der Einmündung Visbeker Straße zu lenken. Jens Wübbelmann, Produktionsleiter der Firma, rechnete am Freitag mit einem zweitägigen Produktionsausfall.

Menschen kamen am Donnerstag nicht zu Schaden. Teilweise eingeschränkt werden musste der Bahnverkehr, weil die Schienen zwischen Düngstruper und Ahlhorner Straße unter Wasser standen.

Dramatisch gestaltete sich der Einsatz am Westring. Dort stürzte unter den Wassermassen das Flachdach eines Autopflegecenters ein. Die Feuerwehr, die auch die Drehleiter einsetzte, sperrte das Gebäude und sicherte es gegen weiteren Einsturz ab. Unterstützt wurden die Kameraden von der Polizei, die die Firmenmitarbeiter am Betreten des Gebäudes hindern musste.

Überforderte Fahrer

Überfordert von dem Starkregen zeigten sich auch zahlreiche Autofahrer. Nicht verstehen kann der stellvertretende Wildeshauser Ortsbrandmeister Conrad Kramer, dass viele Leute unbedingt mit ihrem Pkw durch überflutete Straßen fahren mussten. „Unsere Lkw mit Allradfahrgestell können damit einigermaßen umgehen, aber bei einem Pkw reicht ein Wasserschwall unter der Motorhaube und der Motor hat einen Totalschaden“, erläutert der Experte. Blieben die Wagen liegen, komme auch die Feuerwehr dort nicht weiter.

16 Pkw-Kennzeichen, die sich bei diesen teils waghalsigen Fahrmanövern gelöst haben, liegen derzeit bei der Polizei. Sie können von den Betroffenen abgeholt werden. Weitere Kennzeichen wurden als vermisst gemeldet.

Ansonsten hielten sich die Aufräumarbeiten am Freitag wider Erwarten in Grenzen. „Zum Teil ist Mulch aus den Beeten ausgetreten, aber größere Schäden gab es auch bei den Schulen nicht“, so Büsing. Lediglich Marktplatz und Stellmacherplatz mussten von den Bauhofmitarbeitern gereinigt werden.

Nicht lange ausruhen konnte sich die Feuerwehr vom strapaziösen Vortag. „Um kurz vor 9 Uhr alarmierte uns eine ältere Dame, auf deren Garagendach Wasser stand. Die Knackgeräusche hatten sie nervös gemacht“, berichtete Kramer. In der Tat drohte die Garage an der Kapitän-Lehmann-Straße zusammenzubrechen.

Dacharbeiten

Da der Versuch, den Gully zu reinigen, nicht den gewünschten Erfolg brachte, wurde das Wasser abgepumpt. Anschließend rückte eine Dachdeckerfirma an.

Ans Aufräumen machten sich am Freitag auch so manche Angehörige auf dem Friedhof. Durch die Regenmassen waren gerade Gräber im neueren Bereich des Friedhofs zur Lehmkuhle hin unterspült worden.

Glück im Unglück hatte hingegen die Flüchtlingsinitiative „Willkommen in Wildeshausen“. „Unsere Möbelkammer war zwar auch überschwemmt, aber durch tüchtiges Pumpen und Hochstellen konnten wir weitgehend Schaden vermeiden“, so Linda Vietor, die vor Ort mithalf.


Ein Video unter   www.nwzonline.de/videos/oldenburg-land 
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Stefan Idel Redaktionsleitung / Redaktion Wildeshausen
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