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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Blaulicht

Wildeshauser auf Bewährung frei

26.06.2018

Emstek /Wildeshausen /Cloppenburg /Oldenburg Wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis hat das Oldenburger Landgericht am Montag einen 27 Jahre alten Familienvater aus Wildeshausen zu neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Damit verschärfte die Berufungskammer ein früheres Urteil des Cloppenburger Amtsgerichtes, was die Höhe der Strafe anging. Die Vollstreckung der Strafe wurde aber zur Bewährung ausgesetzt. Das war in Cloppenburg noch anders gewesen.

Das dortige Amtsgericht hatte den Angeklagten in einem ersten Prozess in der Sache zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Grund dafür war der Umstand, dass der Wildeshauser zehnmal einschlägig vorbestraft ist. Der Angeklagte fährt gerne zum Spielcasino nach Bühren/Emstek – so auch am 10. Juni vorigen Jahres. Zwei Tage zuvor hatte er sich ein neues Auto gekauft. Er hat aber ein großes Problem: Der 27-Jährige hat keine Fahrerlaubnis, er hat noch nie eine besessen.

Und so kam es immer wieder zu Kontrollen, die für den Angeklagten negativ ausfielen. Auch am 10. Juni 2017 war er in Emstek kontrolliert worden. In den Prozessen hatte er angegeben, nicht zum Spielcasino gefahren zu sein, sondern zu einer Tankstelle in Emstek. Er wollte wohl seine Spielleidenschaft verheimlichen. Nur: Die Videoüberwachung des Casinos hatte ihn erfasst, nicht aber die der Tankstelle.

Für den Tatbestand des Fahrens ohne Fahrerlaubnis spielte es auch überhaupt keine Rolle, wohin der Angeklagte gefahren war. Die einzig interessante Frage war, wie er dafür zu bestrafen ist. Dem Cloppenburger Amtsgericht hatte das alles gereicht. Wegen der vielen Vorstrafen gab es keine Bewährung mehr. Der Angeklagte war damals arbeitslos. Unter anderem auch deswegen fehlte es an einer günstigen Sozialprognose, die Vorbedingung für die Aussetzung einer Strafe zur Bewährung ist.

Gestern nun sah der Fall anders aus. Der Angeklagte, der eine Familie mit drei kleinen Kindern zu ernähren hat, hat einen festen Arbeitsplatz gefunden. Und er hat sein Auto verkauft. Entscheidend aber war der Umstand, dass der Angeklagte das erste Mal zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden ist. Das andere waren alles Geldstrafen gewesen. Wer bei solchen Delikten das erste Mal zu einer Freiheitsstrafe verurteilt werde, verdiene noch die Chance der Bewährung, so die Vorsitzende Richterin. Mit dem Urteil erfüllte die Kammer den Antrag der Staatsanwaltschaft.

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