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Verkehr: Fahrerflucht: Zahlen steigen deutlich an

21.01.2017

Wildeshausen Die Zahl der Fälle von „Fahrerflucht“ in Wildeshausen ist in den vergangenen Jahren drastisch angestiegen. Registrierte die Polizei im Jahr 2010 noch 118 Fälle des „unerlaubten Entfernens vom Unfallort“, waren es 2015 bereits 139. Das berichtete Polizeisprecherin Melissa Oltmanns auf Anfrage der NWZ . Die Zahl der Verletzten im Zusammenhang mit einer Fahrerflucht stieg ebenfalls rasant: Waren es 2014 noch vier, lag die Zahl im Jahr 2015 bei 14. Allein im Jahr 2013 ging die Zahl leicht zurück: Damals registrierte die Polizei 100 Fälle von Fahrerflucht mit insgesamt vier Verletzten.

98 Personen verletzt

Nicht anders sieht die Entwicklung im gesamten Bereich der Polizeiinspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land/Wesermarsch aus: Lag die Zahl 2010 bei insgesamt 1300, wurden zum Abschluss des Jahres 2015 genau 1367 registriert. Dabei wurden 2015 insgesamt 98 Personen verletzt, zumeist Radfahrer. Zumeist hätten sich die Autofahrer nach einem Unfall beim Ein- und Ausparken unerlaubt vom Unfallort entfernt, berichtet Oltmanns.

Die Aufklärungsquote lag bei knapp unter 50 Prozent, erläuterte Oltmanns weiter. In den Fällen, in denen Personen zu Schaden kamen, lag die Aufklärungsquote allerdings höher. Zeugenaussagen, meist von den Geschädigten selbst, hätten dann zur Ermittlung der Täter geführt.

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Die Polizeisprecherin wies noch einmal nachdrücklich darauf hin, dass das unerlaubte Entfernen vom Unfallort kein „Kavaliersdelikt“, sondern eine Straftat sei, die mit einer hohen Geldbuße oder (in schweren Fällen) mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werde.

Zettel reicht nicht

Selbst bei kleinen Remplern auf dem Parkplatz reiche es keinesfalls aus, den Betroffenen mit einem Zettel hinter der Windschutzscheibe zu informieren. Der Unfallverursacher müsse eine angemessene Zeit auf den Betroffenen warten. Sollte trotzdem niemand auftauchen, müsse die Polizei verständigt werden. Diese ermittle dann den Halter des verunfallten Fahrzeuges. In fast allen norddeutschen Bundesländern nimmt die Zahl der Fahrerfluchten zu. Allein in Niedersachsen stieg die Zahl zwischen 2010 und 2015 um 14 Prozent auf rund 47 000 Fälle pro Jahr. Nach einer repräsentativen Umfrage des Forschungsinstituts Infratest dimap gab fast jeder zweite Autofahrer an, schon einmal Opfer einer Unfallflucht gewesen zu sein, wie der NDR berichtete. Konkret waren es 45 Prozent der Autofahrer. 13 Prozent der Befragten räumten sogar ein, selbst einen Unfall verursacht zu haben und dann weggefahren zu sein.

Stefan Idel Redakteur / Landespolitischer Korrespondent
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