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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Blaulicht

Nach zwölf Jahren Zeit für den Liegestuhl

11.06.2019

Falkenburg Was vor zwölf Jahren mit einem Einsatz begonnen hatte, endete auch mit einem: Bis kurz nach Mitternacht dauerten für Heinfried Bande in der Nacht zu Freitag die Löscharbeiten auf dem Gelände von Umweltschutz Nord. Und der Freitag – der war Bandes letzter Tag als Falkenburger Ortsbrandmeister.

Fast auf den Tag genau 12 Jahre zuvor war er das erste Mal in seiner neuen Funktion als Ortsbrandmeister ausgerückt. Dass er das Datum des Einsatzes, 9. Juni 2007, noch heute auf Anhieb parat hat, liegt allerdings nicht an der Windhose, die damals zahlreiche Bäume im Löschbezirk der Falkenburger umfegte. Bandes zweiter Tag als Ortsbrandmeister fiel mit seinem Hochzeitstag zusammen – die Alarmierung erreichte ihn, als er gerade mit Ehefrau Rita im Restaurant saß.

Zwei Amtszeiten später wurde Heinfried Bande nun im Feuerwehrhaus von seinen Kameraden verabschiedet. Und dafür hatten die sich einiges einfallen lassen. „Ich habe ihm nur gesagt, dass er sich den Abend freihalten und seine Uniform anziehen soll“, berichtete Bandes Nachfolger Andreas Gillerke am Freitagabend am Rande der Feier.

Dass er und seine Frau mit einem Feuerwehrfahrzeug von zu Hause abgeholt wurden, überraschte Bande nicht allzu sehr – doch dass es keines aus dem eigenen Fuhrpark war, stellte er bereits fest, als sich das Gefährt noch mit laufender Sirene in der Anfahrt befand: Manuel Zießler, jetzt stellvertretender Ortsbrandmeister, hatte für die Abholung eigens einen Oldtimer organisiert. Und ein 1964 erstzugelassenes LF 16 – ein Magirus-Deutz, der sich im Eigentum von Marco Mandalka von der Feuerwehr Heiligenrode befindet – klingt nun mal gänzlich anders als ein modernes Löschfahrzeug.

Am Feuerwehrhaus angekommen, empfingen die Falkenburger Kameraden, eine Abordnung der befreundeten Feuerwehr Borgstede-Winkelsheide (Stadt Varel) und Gemeindebrandmeister Bernd Lembke den scheidenden Ortsbrandmeister. Der, so attestierte ihm Nachfolger Gillerke in seiner Ansprache, übergebe „eine hervorragend geführte Ortswehr“.

Als Dankeschön von den Kameraden gab es für Bande nicht nur ein Hotel-Arrangement, sondern auch Lektüre für den bevorstehenden Kanada-Urlaub: „Die Kunst, Feuer zu machen: Das Buch für echte Männer“. Dazu gab’s einen personalisierten Liegestuhl im Feuerwehr-Design. Auch Bande selbst hatte etwas zu seiner Verabschiedung mitgebracht: die neuen Dienstausweise für Gillerke und Zießler.

Dreieinhalb Jahre wird Heinfried Bande der Einsatzabteilung der Falkenburger Wehr noch erhalten bleiben – danach, mit 63 Jahren, möchte er sich in die Seniorenabteilung zurückziehen. Dass er seine Führungsverantwortung nach zwei Amtszeiten abgeben konnte, sah er positiv: „Man ist als Ortsbrandmeister jeden Tag irgendwie eingespannt, und wenn es nur das Lesen von E-Mails am Abend ist.“

Ein großes Projekt, das Bande angestoßen hat, wird nun sein Nachfolger umsetzen: die Erweiterung des Feuerwehrhauses. Das ist, wie viele seiner Generation, für die modernen Fahrzeuge zu klein geworden. Auch die Spinde dürfen nach aktuellen Vorschriften nicht mehr in der Fahrzeughalle untergebracht sein. Mit etwas Glück kommt Bande noch als aktiver Feuerwehrmann in den Genuss der neuen Räume. Ein Teil der Planungskosten für den Umbau sind bereits im aktuellen Haushaltsplan der Gemeinde veranschlagt.

Karoline Schulz Redakteurin, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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