• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
Nordwest-Bahn soll für Ausfälle kräftig zahlen
+++ Eilmeldung +++
Aktualisiert vor 2 Minuten.

Nahverkehr In Der Region
Nordwest-Bahn soll für Ausfälle kräftig zahlen

NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Blaulicht

Mehr Augenmaß wünschenswert

13.01.2018
Frage: An Silvester war es ein Lagerfeuer in einer Feuerschale, eine Woche später ein Kaminfeuer, das per Vollalarm die Freiwillige Feuerwehr Wildeshausen in großer Stärke auf den Plan rief. Stimmt da noch die Verhältnismäßigkeit?
Tangemann: Das ist natürlich ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite ist es sehr erfreulich und gut, wenn Bürger sich kümmern und im Notfall nicht zögern, Feuerwehr und Rettungswagen zu alarmieren. Auf der anderen Seite wäre es aber wünschenswert, dass jemand, der in 500 Metern Entfernung Rauch aufsteigen sieht, erst mal etwas näher rangeht, um sich ein genaueres Bild zu machen. Mit dem Handy kann dann der Notruf 112 gewählt werden, damit uns die Leitstelle alarmiert.
Frage: Wenn’s irgendwo qualmt, rufe ich die Feuerwehr und bin damit aus der Nummer raus: Hat sich die Mentalität der Menschen geändert hin zu mehr Bequemlichkeit und weniger Eigenverantwortung?
Tangemann: Das kann man auf jeden Fall beobachten. Ein Beispiel dafür sind auch Sturmschäden. Früher wurde der Ast auf dem Gehweg selbst beiseite geräumt, heute muss die Feuerwehr mit zwei Fahrzeugen anrücken, um den Weg frei zu machen.
Frage: Gefühlt nimmt auch die Einsatzstärke der Feuerwehr zu. Warum müssen zum Beispiel fast 100 Feuerwehrleute zu einem Verkehrsunfall mit einer beteiligten Person ausrücken, wie Anfang des Jahres in Iserloy geschehen?
Tangemann: In dem konkreten Fall ist die Einsatzplanung etwas unglücklich gelaufen. Die Leitstelle alarmiert bei Notfällen zunächst das schnellste Rettungsmittel, also die Feuerwehr, die am schnellsten vor Ort ist, und das war in dem Fall Wildeshausen. Zusätzlich wird die zuständige Wehr alarmiert, in dem Fall Brettorf, da diese laut Brandschutzgesetz die Einsatzleitung haben muss.
Die Brettorfer haben jedoch keinen Hilfeleistungssatz, der dazu verwendet wird, um eingeklemmte Personen zu befreien, so dass zusätzlich auch die Feuerwehr Neerstedt alarmiert und angefordert wurde. Dann kommt noch hinzu, dass der Einsatzleitwagen der Gemeinde in Dötlingen steht.
In so einer Gemengelage sollten die einzelnen Feuerwehren bzw. der Einsatzleiter vor Ort abklären, ob wirklich alle Fahrzeuge rausfahren müssen. In dem Fall hätten sicherlich 25 statt 100 Feuerwehrleute gereicht.
Frage: Und wer bezahlt
diese aufwendigen Einsätze?
Tangemann: Hilfeleistungen sind über die jeweilige Gemeinde abgedeckt. Die holt sich das Geld dann von der jeweiligen Versicherung des Unfallverursachers wieder.
Frage: Wie wirken sich solche unnötig überdimensionierten Einsätze auf die Motivation der Feuerwehrleute aus?
Tangemann: Die Motivation leidet natürlich, wenn so etwas zu häufig passiert, ist aber bei allen Feuerwehrleuten noch sehr hoch. Aber wie gesagt: Jede Medaille hat zwei Seiten. Folge dieser Debatte darf natürlich nicht sein, dass Bürger uns nicht mehr alarmieren oder zu lange gezögert wird. Etwas mehr gesundes Augenmaß wäre dennoch wünschenswert.
Uta-Maria Kramer Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
Rufen Sie mich an:
04431 9988 2703
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.